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Weltweit schlimmste Krisenherde : Afghanistan führt Liste der Länder in Not an

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Unter den Taliban hat sich die Lage der Bevölkerung in Afghanistan dramatisch verschlechtert, so die Hilfsorganisation IRC. Es sei der weltweit größte humanitäre Krisenherd.

Eine afghanische Frau ist mit einer Decke eingewickelt, während sie und ihre Familie vor dem Katastrophenschutzlager in Herat (Afghanistan),  kampieren am 29.11.2021
Eine afghanische Frau am Katastrophenschutzlager in Herat (Afghanistan), am 29.11.2021.
Quelle: AP

Afghanistan belegt den ersten Platz auf der Liste der 20 weltweit größten humanitären Krisen des "International Rescue Committees" (IRC). Im kommenden Jahr könnte das Land von nahezu flächendeckender Armut betroffen sein, erklärte die internationale Hilfsorganisation in Berlin anlässlich der Veröffentlichung der "Emergency Watchlist 2022".

Vielen Afghaninnen und Afghanen gehe das Geld aus, während die Preise für Lebensmittel oder Medikamente stiegen. Der Direktor der Organisation, David Miliband, sprach von einer schockierenden Rekordzahl von Menschen, die weltweit in humanitärer Not seien.

Familien in Afghanistan verkaufen aus Verzweiflung ihre Kinder, um sich Nahrung zu kaufen. Die achtjährige Fatima versucht als Schuhputzerin zu überleben.

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"Versagen eines internationalen Systems"

Auf dem zweiten Platz der jährlich veröffentlichten Liste steht in diesem Jahr Äthiopien, gefolgt vom Jemen, Nigeria und dem Südsudan. Auch Myanmar, Syrien und Haiti zählen laut IRC zu den Ländern mit den schlimmsten humanitären Krisen weltweit. Insgesamt leben demnach knapp 90 Prozent der auf humanitäre Hilfe angewiesenen Menschen in den 20 Ländern auf der Liste.

Laut UN brauchen im Jahr 2022 insgesamt 274 Millionen Menschen Hilfe (2021: 235 Millionen Menschen). Das Ausmaß der weltweiten humanitären Not belege das "Versagen eines internationalen Systems, das eigentlich Frieden, Wohlstand und Rechtsstaatlichkeit gewährleisten soll", sagte Miliband.

Wenige Friedensabkommen geschlossen

Der Anstieg der humanitären Notlagen ist laut der Organisation auch auf Kriege und Konflikte zurückzuführen. So seien im vergangenen Jahr 21 Friedensabkommen geschlossen worden. Das sei die niedrigste Zahl seit Ende des Kalten Krieges und zeige den fehlenden Willen zur Schaffung von Frieden.

Eine gemeinnützige Organisation hat im Nordwesten Syriens eine Schule aufgebaut und will Kindern wie Marah und Hasan Hoffnung und eine Zukunft geben.

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Gleichzeitig sei ein Aufflammen von Konflikten mit zunehmender Beteiligung von Drittparteien zu verzeichnen. Friedensprozesse würden blockiert und der Zugang zu humanitärer Hilfe und zu Finanzmitteln eingeschränkt.

Äthiopien am Rand einer Hungersnot

Unter anderem im Jemen litten die Menschen unter dem Bürgerkrieg. Das Wirtschaftssystem des Landes sei zerstört und das öffentliche Gesundheitssystem stehe kurz vor dem Zusammenbruch.

In Äthiopien befänden sich Hunderttausende Menschen wegen der Klimakrise, Wetterschocks und den anhaltenden Kämpfen im Land am Rand einer Hungersnot. "Dauerkrisen sind der neue Normalzustand", sagte Miliband.

Die Zahlen sind besonders beschämend, gab es doch nie zuvor mehr globale Ressourcen für die Ernährung und Unterstützung der Menschen.
David Miliband, International Rescue Committees

Die jährlich erscheinende "Emergency Watchlist" beruht auf insgesamt 66 Indikatoren. Zudem bezieht das "International Rescue Committee" Berichte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Freiwilligen bei der Erstellung mit ein.

IRC: "Weckruf" auch für neue Bundesregierung

Die angespannten Lage bezeichnete der IRC-Geschäftsführer in Deutschland, Ralph Achenbach, als "Weckruf" auch für die neue Bundesregierung:

Um die deutsche humanitäre Hilfe und Diplomatie zu stärken, müssen Kanzler Scholz und Außenministerin Baerbock die ersten 100 Tage im Amt für strategische Weichenstellungen nutzen.

Der Maßstab müsse es sein, der Schutzverantwortung als zweitgrößter Geber humanitärer Hilfe und fünftgrößtes Aufnahmeland von Geflüchteten gerecht zu werden.

Corona-Krise und Klimawandel - Welthungerhilfe: Hungersnöte nehmen wieder zu 

811 Millionen Menschen weltweit hungern laut Welthungerindex. Neben Kriegen und Konflikten haben die Corona-Krise und der Klimawandel zu häufigeren Hungersnöten geführt.

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