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Ende der Evakuierungsflüge - Am Flughafen in Kabul zählt jetzt jede Minute

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Den westlichen Staaten läuft bei den Rettungsflügen aus Kabul die Zeit davon - Die letzte Bundeswehr-Maschine wird wohl am Donnerstag starten. Die Gefahr eines Anschlags wächst.

Soldaten sind am Flughafen Kabul am 22.08.2021 im Einsatz
Den Westlichen Staaten läuft bei den Rettungsflügen aus Kabul die Zeit davon - Bundeswehr-Einsatz könnte schon am Freitag enden.
Quelle: dpa

Am Kabuler Flughafen zählt nun jede Minute: Die westlichen Rettungsflüge für schutzbedürftige Menschen aus Afghanistan dürften noch in dieser Woche enden. Angesichts des bevorstehenden US-Truppenabzugs zum 31. August wird die Luftbrücke der Bundeswehr aus Kabul voraussichtlich schon am Donnerstag aufgehoben werden, wie das ZDF und andere Medien erfuhren. Am Kabuler Flughafen warteten derweil weiter Tausende verzweifelt auf einen der Plätze in den letzten Evakuierungsflügen. Zunächst hieß es, dass der Einsatz Freitag enden werde.

Insgesamt sollten am Donnerstag vier Airbus A400M mit Evakuierten und deutschen Soldaten von Kabul aus ins usbekische Taschkent fliegen. Unter den Soldaten seien auch Fallschirmjäger und KSK-Soldaten sowie zwei Spezialkräfte-Hubschrauber. In Taschkent würden sie der letzten Planung zufolge von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, dem Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, und der Wehrbeauftragten des Bundestages, Eva Högl, empfangen. Gemeinsam mit den Soldaten solle es dann am Freitag nach Deutschland gehen. Die Maschinen würden zum Fliegerhorst der Bundeswehr nach Wunstorf in Niedersachen fliegen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hob in ihrer Regierungserklärung zu Afghanistan im Bundestag hervor, dass die Flüge "so lange wie möglich" fortgesetzt würden. Paris hatte bereits mitgeteilt, dass die französischen Rettungsflüge bei einem US-Abzug zum 31. August am Donnerstagabend eingestellt würden.

Sehen Sie hier die Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Lage in Afghanistan im Deutschen Bundestag.

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Bisher 4.850 Menschen durch die Bundeswehr ausgeflogen

Bis zum Mittwochnachmittag flog die Bundeswehr nach Angaben der Regierung mehr als 4.850 Menschen aus dem Land aus.

Merkel nannte die Entwicklung der vergangenen Tage in Afghanistan eine "einzige Tragödie". Sie betonte:

Klar ist: Die Taliban sind jetzt Realität in Afghanistan, und viele Menschen in Afghanistan haben große Angst.
Angela Merkel

Sie sagte auch ein weiteres Engagement Deutschlands vor allem zur Rettung afghanischer Ortskräfte zu.

Verhandlungen mit den Taliban sollen helfen

Der Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Auswärtigen Ausschuss, Roderich Kiesewetter (CDU), sagte im ZDF, es sei klar, dass bei einem Abzug der USA am 31. August deren Partner zwei bis drei Tage vorher aus Afghanistan heraus müssten. Deshalb sei es ganz wichtig, dass afghanische Ortskräfte auch danach ausreisen könnten. Es gehe darum, mit den radikalislamischen Taliban zu verhandeln.

Um Menschenleben zu retten, müsse man mit den Taliban verhandeln, "so schwer es fallen mag", sagt Roderich Kiesewetter (CDU), Obmann des Auswärtigen Ausschusses.

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Auch der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt (CDU), betonte im Südwestrundfunk: "Es bleibt unser Ziel, diese Operation möglichst lange durchzuführen, um möglichst viele Personen in Richtung Usbekistan zu evakuieren." Gespräche dazu liefen auf allen Ebenen.

USA halten an Abzugsplänen zum 31. August fest

Die USA haben bislang mehr als 70.000 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen, dennoch versammelten sich am Mittwoch erneut riesige Menschenmengen vor dem Kabuler Flughafen - in der Hoffnung, der Herrschaft der radikalislamischen Taliban zu entkommen. Es gilt als nahezu ausgeschlossen, dass alle afghanischen Ortskräfte, die in dem 20-jährigen Konflikt für die westlichen Truppen gearbeitet hatten, bis Monatsende außer Landes gebracht werden können.

US-Präsident Joe Biden hatte am Dienstag erklärt, er halte ungeachtet internationaler Appelle für einen längeren Militäreinsatz an dem US-Truppenabzug bis zum 31. August fest. Biden begründete sein Festhalten an der Frist mit einem wachsenden Risiko von Anschlägen auf US-Soldaten durch einen Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). "Jeder Einsatztag bringt zusätzliche Risiken für unsere Soldaten", sagte der Präsident.

Gefahr eines Anschlags "enorm"

Auch der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, André Wüstner, warnte im ZDF am Mittwoch vor der zunehmenden Gefahr am Flughafen Kabul. "Einerseits wissen die Afghanen, dass das Zeitfenster sich jetzt schließt", was den Druck in Richtung Airport weiter erhöhe, sagte Wüstner. Außerdem gebe es Berichte, wonach sich Selbstmordattentäter in der Stadt befinden sollen. Die Gefahr eines Anschlags sei "enorm".

„Man muss endlich Lehren ziehen aus diesem Fiasko“, sagt André Wüstner, Deutscher Bundeswehrverband, zum katastrophalen Ende des Afghanistan-Einsatzes.

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Zuletzt war der Druck auf die USA gewachsen, den Militäreinsatz über den 31. August hinaus zu verlängern, damit westliche Bürger, aber auch gefährdete Ortskräfte das Land verlassen können. Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und anderer Länder hatten die Hoffnung geäußert, dass die Luftbrücke über August hinaus bestehen bleiben könnte.

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