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Maas zur Lage in Kabul : "Fehleinschätzung streitet niemand ab"

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Nach der internationalen Fehleinschätzung zur Lage in Afghanistan wolle man möglichst viele Menschen aus Kabul ausfliegen, sagte Bundesaußenminister Maas im heute journal.

Niemand habe damit gerechnet, dass Kabul so schnell von den Taliban eingenommen würde. Das sei eine große Fehleinschätzung gewesen. Man hätte nun begonnen, auch Menschen ohne Visa auszufliegen. Weiter Flüge seien geplant, sagt Außenminister Heiko Maas.

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11 min
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Eine dritte Maschine der Bundeswehr mit 139 Menschen an Bord ist in Kabul gestartet. Aber die Lage in Afghanistan bleibt unübersichtlich. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) gesteht ein, dass es sich um eine internationale Fehleinschätzung der Lage in Afghanistan gehandelt habe. Man wolle aber alles tun, um so viele Menschen wie möglich auszufliegen.

Sehen Sie das ganze heute-journal-Interview mit Bundesaußenminister Maas im obigen Video - und lesen Sie im Folgenden die wichtigsten Aussagen.

Alle Mitarbeiter der Botschaft in Sicherheit

"Wenn man die Bilder in Afghanistan sieht, sind die Gefühle alles andere als schön," sagt Heiko Maas im heute journal. Das Schicksal berühre alle, deswegen versuche man alles, so vielen wie möglich zu helfen.

In Kabul sei gerade (zur Sendezeit um 21:50 Uhr, Anmerk. d. Red) ein dritter Flieger mit 139 Menschen an Bord gestartet. "Die Situation ist nach wie vor extrem schwierig, aber zumindest können Flugzeuge landen und wieder starten."

Alle Mitarbeiter der deutschen Botschaft seien in Sicherheit. Keinem sei etwas passiert. Ein Kernteam verbleibe vorläufig am Flughafen. "Denen bin ich sehr dankbar," sagte Maas.

Maas: Lage wurde falsch eingeschätzt - "Nicht zu beschönigen"

2.500 Ortskräften habe man im Vorfeld die Einreise nach Deutschland genehmigt. Von den 2.500 seien 1.900 Menschen bereits in Deutschland. Die anderen seien auf anderem Weg ausgereist.

Es habe jedoch in dieser Zeit niemand damit gerechnet, dass die Taliban so schnell Kabul einnehmen. "Das war offensichtlich eine Fehleinschätzung, die die komplette internationale Gemeinschaft, auch ich und die Bundesregierung hatten", gestand Maas mehrfach zu.

Man habe gedacht, man könne Kabul länger halten. "Dass es eine Fehleinschätzung gegeben hat, das streitet doch niemand mehr ab." Weiter sagt Maas: "Das ist nicht zu beschönigen und deswegen setzen wir jetzt alles daran, um die Menschen auszufliegen." Man habe aber keinen deutschen Sonderweg gewählt.

Für diejenigen Ortskräfte, die noch vor Ort seien, würden keine Visa ausgestellt und es gebe keine Sicherheitsüberprüfung. Das werde alles in Deutschland vorgenommen.

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