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Minister Maas in Nachbarstaaten - Afghanistan-Krise: Retten, wer zu retten ist

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Politisch angeschlagen reist Außenminister Maas durch Nachbarstaaten Afghanistans. Nach dem Ende der Luftbrücke will Deutschland Staatsbürgern und Ortskräften den Landweg öffnen.

Heiko Maas (SPD), Außenminister, geht auf dem Flughafen von seinem Dienstwagen zum Flugzeug.
Nach dem Ende der Rettungsaktion der Bundeswehr reist Bundesaußenminister Maas in die Nachbarländer Afghanistans.
Quelle: dpa

War ja klar, dass die Frage kommt. Ob diese Reise ein Flucht nach vorn sei, will ein Journalist von Heiko Maas wissen, weil er doch zu Hause, in Deutschland, unter großem politischen Druck stehe. Der Außenminister holt tief Luft und beginnt, ausführlich zu erklären, wie die Bundesregierung noch möglichst viele Schutzbedürftige in Sicherheit bringen will.

Weil das natürlich keine Antwort ist, fügt Maas am Ende hinzu: "Wie Sie das bezeichnen, ist Ihre Sache." Maas steht in einem Konferenzraum im türkischen Antalya neben Außenminister Cavusoglu, der in der Stadt seinen Wahlkreis hat. Eine Stunde lang haben die beiden darüber beraten, wie der Flughafen in Kabul wieder öffnen kann.

40.000 Menschen warten auf Ausreise

Türkische Experten haben den Betrieb des Airports bereits während der Luftbrücke sichergestellt, die Taliban hätten gern, dass sie zurückkehren. Auch Deutschland hat Hilfe angeboten. Dass die Evakuierung auf dem Luftweg wieder aufgenommen werden kann, vielleicht mit Chartermaschinen, ist die größte Hoffnung der Bundesregierung.

Außenminister Maas bereist Afghanistans Nachbarländer. Dabei geht es um die Menschen, die nicht evakuiert werden konnten. ZDF-Korrespondent Andreas Kynast über das Ziel der Reise.

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Aber nicht mehr die einzige. Noch sollen um die 40.000 Menschen in Afghanistan sein, denen Deutschland zugesagt hat, sie zu retten. Manche warten zu Hause, andere harren in Verstecken aus oder wechseln alle zwei bis drei Tage ihre Unterkunft. Zu einigen haben die deutschen Behörden Kontakt, zu vielen aber auch nicht. Was sollen sie tun? Bleiben oder gehen? Auf Hilfe warten oder aufbrechen?

Maas auf Afghanistan-Mission

Der Landweg an die Grenzen Afghanistans ist nicht nur unvorstellbar beschwerlich und gefährlich, sondern manchmal auch sinnlos. Viele Grenzen sind zu. Dafür zu sorgen, dass das nicht so bleibt, ist die Aufgabe des Bundesaußenministers. Heiko Maas reist also durch Afghanistans Nachbarstaaten und trägt überall dieselbe Bitte vor: Dass die Regierungen deutsche Staatsbürger und Ortskräfte, die sich bis an die Grenzen durchschlagen konnten, einreisen lassen.

Und dass sie deutschen Diplomaten oder von ihnen beauftragten Dienstleistern erlauben, die Flüchtlinge schon an den Übergängen in Empfang zu nehmen, sie zu versorgen und mit Papieren auszustatten. Heute wird Maas drei dieser Staaten besuchen: Usbekistan hat Grenzübertritte aus Afghanistan in der Regel zurückgewiesen.

Karte: Afganistan mit angrenzenden Staaten Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Iran, Pakistan und China.
Karte: Afganistan mit angrenzenden Staaten Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Iran, Pakistan und China.
Quelle: ZDF

Taschkent: Drehkreuz für Evakuierungsoperation

Bisher haben es vor allem fliehende afghanische Sicherheitskräfte versucht, manche sogar mit Militärflugzeugen. Die usbekische Regierung hat der Bundeswehr gestattet, den Flughafen Taschkent als Drehkreuz für ihre Evakuierungsoperation zu benutzen. Aber der Bitte der Bundesregierung, die Grenzen für Deutsche und Ortskräfte zu öffnen, steht die Ex-Sowjetrepublik skeptisch gegenüber.

Tadschikistan fürchtet vor allem, dass Extremisten und islamistische Terroristen über die 1.300 Kilometer lange Grenze einsickern, an der bereits der Drogenhandel floriert. Auf den Wunsch der Deutschen hat die Regierung in Duschanbe aber halbwegs aufgeschlossen reagiert. Bedingung: Die Nachbarländer müssen mitmachen. Alle.

Kabul darf sich nicht wiederholen

Pakistan geht am restriktivsten mit Flüchtlingen um. Wer einreisen will, braucht einen Pass und ein Visum. Das ist für viele eine unüberwindbare Hürde, weshalb die Zahl der Gestrandeten vor den Grenzübergängen mit jedem Tag größer wird. Schon schlagen Hilfsorganisationen Alarm: Es fehlen Nahrung, Wasser und Medikamente. Von Hoffnung ganz zu schweigen.

Dabei wollen alle beteiligten Staaten eins unbedingt verhindern: Dass sich an den Grenzübergängen so entsetzliche Zustände wie am Flughafen Kabul wiederholen. Deshalb ist es Außenminister Maas äußerst wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, dass sich die Aufnahmezusage nur auf deutsche Staatsbürger sowie auf Ortskräfte und deren Familien bezieht. Das klingt ziemlich hilflos und ziemlich grausam. Wie die deutsche Außenpolitik in dieser Phase nunmal klingt.

Kurz vor dem Ende der Luftbrücke in Afghanistan hat die Terrororganisation IS den Flughafen von Kabul mit Raketen beschossen. Unterdessen droht im Land eine humanitäre Krise.

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