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Hilfsorganisation zu Afghanistan - "Mehr als 18 Millionen Menschen sind in Not"

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Afghanistan ist stark auf Entwicklungshilfe angewiesen. Hilfsorganisationen appellieren, Zivilisten nicht im Stich zu lassen. Aber immer mehr Länder stoppen ihre Hilfszahlungen.

Afghanistan - Kind aus nördlichen Provinzen schläft in einem öffentlichen Park in Kabul
World Vision warnt vor einer humanitären Krise.
Quelle: dpa (Archiv)

Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan stellen immer mehr Länder wie zuletzt Schweden ihre Hilfszahlungen an das verarmte Land ein. Auch Deutschland hat den Stopp der Entwicklungshilfe angekündigt. Die Hilfsorganisation World Vision appellierte nun an die internationale Gemeinschaft, ihre Hilfszusagen einzuhalten, sonst werde die humanitäre Lage "dramatisch".

In Afghanistan haben laut der Hilfsorganisation World Vision rund 18 Millionen Menschen nicht genügend zu essen. Auch die Welthungerhilfe appellierte daher, die Zivilbevölkerung nicht im Stich zu lassen.

World Vision: Not ist groß

Die Direktorin von World Vision in Afghanistan, Asuntha Charles, erklärte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), ihre Organisation habe bereits bei der Afghanistan-Geberkonferenz im November dafür geworben, dass die Geberländer ihre Zahlungen erhöhen, weil die Not so groß sei.

"Deshalb rufen wir weiter dazu auf, dass sie ihre Zusagen erfüllen und weiterhin humanitäre Hilfsprogramme unterstützen", betonte die weiterhin aus Kabul operierende Landesdirektorin.

Afghanistan darf nicht vergessen werden.
Asuntha Charles, World Vision

World Vision: Hohe Raten an Unterernährung

Vor allem außerhalb der Städte herrsche "eine riesige humanitäre Krise", sagte Charles. "Es grassiert der Hunger. Bereits 27 der 34 Provinzen melden hohe Raten an Unterernährung", betonte sie.

"Wegen Covid herrscht Mangel an Gesundheitseinrichtungen - wir wissen nicht einmal, wie viele Corona-Tote es gab. Es gab keine Tests, keine Registrierung. Nun hat der bewaffnete Konflikt die Communities zusätzlich geschwächt", so Charles.

Seit knapp 20 Jahren betreut Suzana Lipovac Hilfsprojekte in Afghanistan. Bei ZDFheute live spricht sie über die Begegnung mit den Taliban und die Zukunft ihrer Arbeit.

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17 min
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Taliban wollen Hilfsorganisationen dulden

Die ausländischen Hilfsorganisationen seien von den Taliban kontaktiert und ihnen Sicherheit garantiert worden, sagte Charles weiter. Offen sei bislang allerdings, ob auch Projekte mit und für Frauen weiterhin durchgeführt werden können.

"Um diese Programme sorgen wir uns sehr, falls Frauen nicht mehr daran teilnehmen können, sei es als Mitarbeiter oder Empfänger", sagte die World-Vision-Landesdirektorin. "Im Moment warten wir auf eine verbindliche Entscheidung darüber durch die neue Taliban-Regierung."

USA kündigen weitere Hilfe an

Derzeit seien die neuen Machthaber aber erst dabei, ihre Regierungsstrukturen aufzubauen und Ansprechpartner zu benennen. World Vision geht angesichts der Folgen von Flut, Dürre, Corona und den jüngsten Gefechten davon aus, dass allein acht Million Kinder im Land dringend Hilfe benötigen.

Die USA kündigten unterdessen an, weiterhin großzügig Hilfsorganisationen in Afghanistan finanziell zu unterstützen. Das Geld solle jedoch nicht in die Hände der Taliban gelangen, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price.

WHO: Material- und Personalmangel

Den Gesundheitseinrichtungen in Afghanistan droht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bald der Nachschub an medizinischer Ausrüstung auszugehen. Außerdem litten die Einrichtungen unter Personalmangel, erklärte die WHO in Genf.

Es gebe in Afghanistan "zahlreiche Einschränkungen" aus logistischen und Sicherheitsgründen, hob Brennan hervor. Nach dem Doppelanschlag am Kabuler Flughafen sei die Lieferung von Nachschub über diesen Airport keine Option mehr.

Trümmer nach einem Autobombenanschlag in Afghanistan.

Nachrichten | Thema - Afghanistan 

Die USA und ihre Verbündeten haben nach 20 Jahren Krieg ihr Militär aus Afghanistan abgezogen. Die radikal-islamischen Taliban haben das Land zurückerobert. ...

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