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Während Gebeten zu Opferfest - Kabul: Raketenangriff nahe Präsidentenpalast

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Mehrere Raketen sind während Zeremonien zum islamischen Opferfest in der Nähe des afghanischen Präsidentenpalasts in Kabul eingeschlagen. Sind die Taliban verantwortlich?

Das Torgebäude zum Präsidentenpalast in der Grünen Zone in Kabul
In der Nähe des afghanischen Präsidentenpalastes in der Grünen Zone in Kabul schlugen mehrere Raketen ein.
Quelle: picture alliance/Michael Kappeler/dpa

Mindestens drei Raketen kamen während offizieller Zeremonien zum islamischen Opferfest Eid al-Adha in der Nähe des afghanischen Präsidentenpalasts in Kabul vom Himmel. Die Geschosse landeten im Stadtzentrum unweit der Zeremonie, an der auch Afghanistans Präsident Aschraf Ghani teilnahm.

Ghani: Taliban wollen keinen Frieden

Tote oder Verletzte gebe es nach derzeitigen Erkenntnissen nicht, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Der Angriff, zu dem sich zunächst niemand bekannte, fällt mit einer umfassenden Offensive der radikalislamischen Taliban zusammen. In einem Video des afghanischen Senders ToloNews war zu sehen, wie Ghani und weitere hochrangige Politiker trotz des Raketenangriffs weiter beteten.

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Im Präsidentenpalast hielt Ghani kurz nach dem Angriff eine Rede. "Die Taliban haben bewiesen, dass Frieden nicht ihr Wunsch oder ihre Absicht ist", sagte der Staatschef. Der Präsidentenpalast wurde in der Vergangenheit mehrfach mit Raketen beschossen, unter anderem im vergangenen Jahr, als Ghani im Beisein Hunderter Gäste ins Amt eingeführt wurde. Diesen Anschlag hatte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert.

Taliban auf dem Vormarsch

Parallel zum rasch fortschreitenden Abzug der US- und anderer Nato-Truppen aus Afghanistan haben die Taliban in den vergangenen Monaten große Teile des Landes erobert. Beobachter befürchten, dass die Taliban wieder die Macht in Afghanistan übernehmen könnten. Bereits jetzt kontrollieren sie rund die Hälfte der 400 Bezirke im Land sowie mehrere strategisch wichtige Grenzübergänge.

Afghanistan fällt Stück für Stück in die Hände der Taliban. Beobachter fürchten, dass die Islamisten nach dem vollständigen Abzug der USA und ihrer Nato-Partner die Macht an sich reißen könnten.

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Am Montag hatten mehr als ein Dutzend diplomatische Vertretungen in Kabul, darunter die der USA und der EU, ein "dringendes Ende" der Taliban-Offensive gefordert. Das militärische Vorgehen der Radikalislamisten stehe in Widerspruch zu deren Behauptung, auf eine politische Lösung zu setzen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Eine weitere Runde der innerafghanischen Friedensverhandlungen zwischen den Taliban und Ghanis Regierung in der katarischen Hauptstadt Doha war am Wochenende ergebnislos verlaufen. In einer Erklärung beider Seiten vom Sonntag hieß es lediglich, die Gespräche sollten in der kommenden Woche fortgesetzt werden.

ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf berichtet über die Lage am Hindukusch.

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