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Bundestag berät über Afghanistan - Merkel: Haben Entwicklung unterschätzt

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Kanzlerin Merkel hat im Bundestag eine Regierungserklärung zur Lage in Afghanistan abgegeben. Die Geschwindigkeit der Entwicklung sei "ganz offensichtlich unterschätzt" worden.

Wieso hat Deutschland die Lage in Afghanistan so falsch eingeschätzt? Werden Ortskräfte noch evakuiert? Sehen Sie hier die Regierungserklärung von Kanzlerin Merkel und die Debatte.

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"Wir alle zusammen, die wir in Afghanistan engagiert waren, also die gesamte internationale Koalition, wir alle haben die Geschwindigkeit dieser Entwicklung ganz offensichtlich unterschätzt", betonte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Beginn ihrer Regierungserklärung. Der Rettungseinsatz in Afghanistan sei schon jetzt die größte je dagewesene Rettungsaktion der Bundeswehr.

Bemühungen um Ortskräfte nicht beenden

Immer sei klar gewesen, "dass der Einsatz mit den USA steht und fällt. Unterschätzt haben wir, wie umfassend, wie atemberaubend schnell die afghanischen Sicherheitskräfte aufgeben würden, beziehungsweise den Widerstand erst gar nicht aufnehmen würden."

"Hinterher im Nachhinein präzise Analysen zu machen, das ist nicht wirklich schwer", betonte Merkel. "Die Staatengemeinschaft konnte aber nicht hinterher entscheiden". Sie versprach: Jetzt, da die Lage ist, wie sie ist, konzentrieren wir uns mit ganzer Kraft darauf, Menschen in Sicherheit zu bringen."

Der Abzug der USA dürfe nicht das Ende der Bemühungen für die Ortskräfte bedeuten. Die Kanzlerin machte keine Angaben dazu, wie lange die Evakuierungsflüge der Bundeswehr noch andauern werden.

Für Evakuierungen wie bisher bleibe „nur noch wenig Zeit“, so ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf, „eine Niederlage für die EU“, sagt ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek.

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In 20 Jahren "viel Gutes" bewirkt

Die Staatengemeinschaft habe in den vergangen 20 Jahren Gutes bewirkt in Afghanistan, Deutschland habe seinen Teil dazu beigetragen. Merkel: "Das ist ein bleibendes Verdienst unserer Soldaten, dafür gebührt ihnen unser Dank. Gleichwohl dürfen wir nicht die Augen vor der Gefahr verschließen, dass Afghanistan wieder ein Hort für den internationalen Terror werden kann".

"Waren unsere Ziele zu ehrgeizig?", fragte Merkel, und: "Haben wir das Maß der Korruption unterschätzt?" Man könne diese Fragen im Moment nicht beantworten, das brauche Zeit, lautete ihr Fazit. In diesem Zusammenhang verwies sie auf das Zitat des ehemaligen Verteidungsministers Peter Stuck: "Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt." Es habe noch immer Gültigkeit.

Taliban-Kämpfer patrouillieren am 18.08.2021 im Stadtteil Wazir Akbar Khan in der Stadt Kabul, Afghanistan.
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Das Wichtigste im Liveblog - Die aktuelle Entwicklung in Afghanistan 

Die Taliban haben die Macht in Afghanistan übernommen, westliche Staaten versuchen, Staatsbürger und ehemalige Ortskräfte aus Kabul auszufliegen. Die Entwicklungen hier im Blog.

Das jetzige Augenmerk Deutschlands liege auf dem Evakuierungseinsatz. Merkel: "Den unter schwierigen Bedingungen bestmöglich zu erfüllen." Zusammenfassend sagte die Kanzlerin: "Vieles in der Geschichte braucht einen sehr langen Atem." Man werde Afghanistan und die Probleme dort nicht vergessen, "auch wenn es im Moment nicht danach aussieht."

Schäuble: Menschen nicht im Stich lassen

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sagte vor der Regierungserklärung zu Afghanistan: "Es ist eine Tragödie für die Frauen und die Mädchen, die gelernt haben, selbstständig zu leben." Er resümierte: "Wir dürfen die Menschen nicht im Stich lassen." Man müsse denjenigen Schutz gewähren, die Deutschland vertraut hätten.

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