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Generalstabschef Milley : Top-US-General: Afghanistan droht Bürgerkrieg

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US-Generalstabschef Mark Milley warnt vor einem Bürgerkrieg in Afghanistan. Gelingt es den Taliban nicht, ihre Macht zu festigen, würden Al-Kaida oder die IS-Terrormiliz erstarken.

Kämpfer der Widerstandsfraktion von Achmad Massud.
Kämpfe im Pandschir-Tal: Widerstandsfraktion um Massud
Quelle: Jalaluddin Sekandar/AP/dpa/Archiv

US-Generalstabschef Mark Milley hat sich besorgt darüber geäußert, dass Afghanistan in einen Bürgerkrieg abgleiten könnte. "Ich weiß nicht, ob die Taliban in der Lage sein werden, ihre Machtstellung zu festigen und eine Regierung zu etablieren", sagte Milley auf dem deutschen US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein dem Sender Fox News.

Meine militärische Einschätzung ist, dass sich die Lage wahrscheinlich zu einem Bürgerkrieg auswachsen wird.
US-Generalstabschef Milley

Eine solche Entwicklung könnte wiederum dazu führen, dass Terrorgruppen das Machtvakuum in Afghanistan für sich nutzen, warnte Milley. Zu befürchten sei, dass sich Al-Kaida neu formiert, die Extremisten des Islamischen Staats (IS) ihren Einfluss ausbauen "oder eine Vielzahl anderer Terrorgruppen" sich am Hindukusch breit machen.

Es könnte sein, dass wir binnen 12, 24 oder 36 Monaten sehen werden, wie ausgehend von dieser Region der Terrorismus aufs Neue erstarkt. Und wir werden das beobachten."
US-Generalstabschef Milley

Kämpfe im Pandschir-Tal

In Afghanistan gibt es zur Zeit im Pandschir-Tal heftige Kämpfe zwischen den Taliban und der Nationalen Widerstandsfront von Afghanistan (NRFA). In ihr haben sich Kräfte unter dem Milizenführer Ahmad Massud zusammengeschlossen. Beide Seiten behaupten, dort die Oberhand zu haben.

Das Pandschir-Tal nordöstlich von Kabul ist in dem Vielvölkerstaat eine Hochburg der Tadschiken. Ahmad Massud ist der Sohn eines der wichtigsten Anführer im Krieg gegen sowjetische Truppen in den 80er-Jahren, die das Tal nicht unter ihre Kontrolle bringen konnten. Während der ersten Herrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 war es Massuds Vater ebenfalls gelungen, Angriffe der Islamisten abzuwehren.

UN: Al-Kaida war auch vor Truppenabzug präsent

Mit dem Abzug der letzten US-Soldaten vom Flughafen Kabul war in der Nacht zu Dienstag der internationale Afghanistan-Einsatz nach fast 20 Jahren zu Ende gegangen. Als wichtigstes Argument für den Truppenabzug hatte die US-Regierung angeführt, dass das Terrornetzwerk Al-Kaida faktisch zerschlagen und nicht mehr in der Lage sei, von dort aus Ziele in den USA anzugreifen.

Nach Einschätzung der Vereinten Nationen war Al-Kaida bereits vor dem Abzug der internationalen Truppen in fast jeder zweiten afghanischen Provinz präsent.

Archiv: US-Truppen besteigen ein Frachtflugzeug der Air Force, während der Abzug aus Afghanistan am internationalen Flughafen in Kabul, Afghanistan. Aufgenommen am am 31.08.2021

Sicherheitspolitik - Weltmacht USA erschreckt ihre Nato-Partner  

Der chaotische Truppenabzug aus Afghanistan erschüttert die Nato. Das resolute Agieren der USA ist für die Europäer schmerzhaft, könnte aber auch eine Chance sein, sagen Experten.

von Marcel Burkhardt
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