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Afghanen drängen ins Ausland - "Tornado des Wahnsinns" an Kabuls Flughafen

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Am Flughafen von Kabul spielen sich weiter chaotische Szenen ab. Die Taliban feuern Warnschüsse ab, um die Menschen zurückzudrängen. Es herrscht Panik und Verzweiflung.

In Afghanistan ist die Situation nach wie vor unübersichtlich. Am Flughafen Kabul versuchen weiter unzählige Menschen, irgendwie in eine der Maschinen zu kommen. Die starten inzwischen regelmäßiger, trotzdem berichten Augenzeugen von dramatischen Szenen.

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Rund um den Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul herrscht weiter Chaos. Einheimische Helfer deutscher Organisationen berichteten am Donnerstag von verstopften und teils unpassierbaren Straßen. US-Soldaten ließen sie bei den Eingängen nicht vor, berichteten zwei Ortskräfte der dpa.

CNN-Reporterin: Taliban mit Peitschen und Waffen unterwegs

Taliban-Kämpfer gaben Warnschüsse ab, um die Menschenmenge zurückzudrängen, die auf das Flughafengelände gelangen wollte, beobachteten andere Augenzeugen. Viele Menschen seien in Panik davongelaufen.

Die CNN-Journalistin Clarissa Ward, die als eine von wenigen ausländischen Journalistin noch in Afghanistan ist, sprach von einem "Tornado des Wahnsinns". Ihr zufolge warfen Menschen Babys über den Zaun, um sie in Sicherheit zu bringen.

Die Taliban seien mit Peitschen und Waffen unterwegs, um die Menschen zurückzuhalten.

Der Journalist Jan Jessen wurde aus Kabul evakuiert. Nun schildert er seine Erlebnisse im ZDF-Interview.

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Zahlreiche Afghanen versuchen verzweifelt, über einen der Evakuierungsflüge westlicher Staaten, vor allem der USA, ins Ausland zu gelangen. Rund um den Flughafen haben die Taliban Kontrollposten errichtet. Auch die US-Soldaten auf dem Flughafen wollen verhindern, dass Menschenmassen unkontrolliert aufs Flugfeld strömen, wie das am Montag passiert ist. Mindestens sieben Menschen kamen dabei ums Leben.

Biden: Chaos bei Abzug war unvermeidbar

US-Präsident Joe Biden betonte, das Chaos beim Abzug der amerikanischen Truppen sei unvermeidbar gewesen - wegen des Zusammenbruchs der afghanischen Regierung, des Militärs und der schnellen Machtübernahme der Taliban. Biden versicherte im Fernsehsender ABC, die US-Soldaten am Flughafen könnten notfalls auch über den geplanten Abzugstermin am 31. August hinaus bleiben.

Wenn dort noch amerikanische Bürger sind, werden wir bleiben, bis wir sie alle rausgeholt haben.

Auf die Frage, ob die US-Regierung Fehler gemacht habe oder ob man besser mit der Lage hätte umgehen können, entgegnete Biden: "Nein. Ich glaube nicht, dass wir es auf eine Weise managen konnten (...), um ohne Chaos rauszukommen. Ich weiß nicht, wie das gehen soll."

US-Präsident Joe Biden

Der US-Präsident und Afghanistan - Kratzer in Bidens Image 

Wo ist Joe Biden, der Anti-Trump? In der Afghanistan-Krise hat sein Image gehörig gelitten. Ein Überblick.

Nach ihrem Eroberungszug haben die Taliban am Sonntag die Macht im Land übernommen. Viele Afghanen befürchten eine Rückkehr der Schreckensherrschaft der Islamisten der 1990er-Jahre. Viele Menschen wollen deshalb das Land verlassen. Deutschland, die USA und andere Staaten fliegen derzeit eigene Staatsangehörige und afghanische Helfer aus.

Doch Biden räumte Probleme mit Blick auf das Vorgehen der Taliban bei der Evakuierung von Afghanen ein. Zwar würden die Islamisten "kooperieren" und US-Bürger und Botschaftsmitarbeiter ausreisen lassen. Mit Blick auf die Evakuierung der früheren afghanischen Mitarbeiter der US-Behörden und Streitkräfte gebe es jedoch "ein bisschen mehr Schwierigkeiten", sie rauszubekommen.

Ortskraft: US-Soldaten lassen nur Amerikaner durch

Ein ehemaliger Helfer von ausländischen Stellen sagte der dpa hingegen: "Die amerikanischen Soldaten lassen nur ihre Leute durch."

Eine andere Ortskraft berichtete, sie habe von 20 Uhr abends bis 2 Uhr morgens versucht, in den Flughafen zu gelangen. Ein US-Soldat habe gesagt, jemand müsse herkommen und überprüfen, ob er wirklich eine Ortskraft der Deutschen sei. Immer wieder seien Schüsse in die Luft gefeuert worden. Auch Tränengas sei eingesetzt worden.

Afghanistan: Flughafen von Kabul. Archivbild
Afghanistan: Flughafen von Kabul. Archivbild
Quelle: ap

Am Flughafengelände von Kabul gibt es verschiedene Eingänge. Viele Menschen befinden sich beim Zugang zum zivilen Teil, der am südlichen Ende des Flughafens liegt. Von dort aus werden kommerzielle Flüge abgewickelt, die allerdings aktuell eingestellt sind.

Am nördlichen Ende gibt es einen Zugang zum militärischen Teil. Ein weiterer Eingang liegt rund ein Kilometer östlich vom Eingang zum zivilen Teil. Rund um diese Eingänge - aber auch entlang der Sprengschutzwände, die das Gelände umgeben - harren Tausende Menschen aus oder versuchen irgendwie, auf das Gelände zu gelangen.

Per Videobotschaft hat sich der aus Afghanistan geflüchtete Präsident Aschraf Ghani gemeldet. Er sei geflüchtet, um ein Blutvergießen zu verhindern.

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