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Afghanische Journalisten - Berichte über Misshandlungen durch Taliban

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Nach der Machtübernahme in Afghanistan gaben die Taliban an, Medien zu respektieren und Menschenrechte achten zu wollen. Doch nun häufen sich die Berichte über brutale Gräueltaten.

Journalisten zeigen ihre Verletzungen, nachdem sie am 08.09. 2021 in Kabul, Afghanistan, von den Taliban geschlagen wurden
Journalisten zeigen ihre Verletzungen nachdem sie von den Taliban geschlagen wurden
Quelle: Etilaatroz/Reuters

Nach der Machtübernahme in Afghanistan werden immer mehr Berichte über Gräueltaten der Taliban bekannt - entgegen aller Versprechen der Organisation. Die Vereinten Nationen verurteilten am Freitag die zunehmenden gewalttätigen Reaktionen der neuen Machthaber auf friedliche Proteste.

Journalisten berichteten von Misshandlungen mit Schlagstöcken und Peitschen nach einer Demonstration in Kabul. "Wir fordern die Taliban auf, Gewalt gegen die unverzüglich einzustellen, die ihr Recht auf friedliche Versammlung wahrnehmen", sagte Ravina Shamdasani, Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüros.

Katrin Eigendorf berichtet aus Masar-i-Sharif wie bewaffnete Taliban-Kämpfer die Stadt und die Bevölkerung systematisch kontrollieren: "Man spürt die Angst der Menschen“.

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Opfer berichtet: "Ich dachte, sie würden mich umbringen"

Zwei afghanische Journalisten erzählten der Nachrichtenagentur AFP, wie sie nach Protesten, über die sie berichtet hatten, abgeführt und stundenlang festgehalten und geschlagen wurden.

"Einer der Taliban stellte seinen Fuß auf meinen Kopf und drückte mein Gesicht gegen den Beton. Sie traten mir gegen den Kopf. Ich dachte, sie würden mich umbringen"
Fotograf Nematullah Nakdi gegenüber der Nachrichtenagentur AFP

Auf die Frage, warum er geschlagen werde, sei ihm gesagt worden: "Du hast Glück, dass du nicht geköpft wurdest." Nakdi wurde schließlich in eine überfüllte Zelle gebracht, wo er seinen Kollegen Taki Darjabi fand, der ebenfalls festgenommen und geschlagen worden war.

Die Taliban haben ein Protest-Verbot erlassen und Frauenrechte stark eingeschränkt. Außerdem gibt es Berichte über Misshandlungen von Journalisten.

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Demonstrationsverbot wird gewaltsam durchgesetzt

Auch gegen Proteste gehen die Taliban mit Brutalität vor. So seien von bewaffneten Kämpfern scharfe Munition und Peitschen eingesetzt worden, um eine demonstrierende Menschenmenge auseinander zu treiben.

Nach UN-Angaben wurden seit Mitte August vier Menschen bei Protesten getötet. Die Islamisten hatten am Mittwoch ein Demonstrationsverbot verhängt, nachdem es in den Tagen zuvor in mehreren Städten einzelne Demonstrationen gegen die neuen Herrscher gegeben hatte.

Knapp zwanzig Jahre dauert der internationale Militäreinsatz in Afghanistan. Jetzt heißt es: Ende der Mission - ein Desaster.

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UN-Botschafter: "Gräueltaten in großem Umfang"

Der afghanische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ghulam Isacsai, forderte bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats, die Taliban-Regierung in Kabul nicht anzuerkennen und die bestehenden Sanktionen zu verschärfen. Er warf den Taliban "Gräueltaten in großem Umfang" im Pandschir-Tal vor.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres sprach sich dennoch für einen "Dialog" mit den radikalislamischen Taliban aus. Es gehe dabei um die "Solidarität mit dem afghanischen Volk".

Model und Aktivistin Zohre Ismaeli sagt: Protest ist nicht chancenlos.

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Erleichterung bei Journalisten der Deutschen Welle

Unterdessen konnten Journalisten der Deutschen Welle (DW) aufatmen. Neun Korrespondenten und die einzige Korrespondentin der DW in Afghanistan konnten am Donnerstag mit ihren Familien nach Pakistan ausreisen, wie der Sender am Freitag mitteilte.

Angesichts der Lage für Journalisten vor Ort forderte der Deutsche Journalistenverband (DJV) Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) auf, sich aktiv für Reporter und ehemalige Mitarbeiter westlicher Medien einzusetzen. Maas müsse sein Schutzversprechen einlösen.

Alle Informationen zur Lage in Afghanistan hier:

Trümmer nach einem Autobombenanschlag in Afghanistan.

Nachrichten | Thema - Afghanistan 

Die USA und ihre Verbündeten haben nach 20 Jahren Krieg ihr Militär aus Afghanistan abgezogen. Die radikal-islamischen Taliban haben das Land zurückerobert. ...

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