Sie sind hier:

Afghanistans Frauen - Hoffen auf die Aufmerksamkeit der Welt

Datum:

Über Afghanistan zu berichten empfinde ich dieser Tage als besonders bedrückend: Zu erleben, wie Frauen ihr Recht auf Selbstbestimmung genommen wird. Das Recht, Mensch zu sein.

Lage der Frauen in Afghanistan
Maryam und ihr Frauengruppe diskutieren ihre schlimme Lage in Afghanistan.
Quelle: ZDF/Katrin Eigendorf

Als Reporterin über Afghanistan zu berichten empfinde ich in diesen Tagen als besonders bedrückend: Zu erleben, wie Frauen ihr Recht auf Selbstbestimmung genommen wird, das Recht, Mensch zu sein.

Neue Kleiderordnung für Frauen

Mein afghanischer Kollege hat mit zur Begrüßung eine kleine Tüte mitgebracht: Auch ich muss mich an die neue Kleiderordnung halten. Eine fast bodenlange schwarze Bluse, dazu ein gleichfarbiges Kopftuch, das so gebunden werden muss, dass keine Haare mehr zu erkennen sind.

Aus Afghanistan kommen immer mehr Berichte über Gräueltaten der Taliban. Katrin Eigendorf aus Masar-i-Sharif.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Gerade einmal zehn Wochen ist es her, dass ich zuletzt in Masar-i-Scharif war - damals zog die Bundeswehr ihre letzten Soldaten ab. Das Foto eines Taliban, der am berühmten Tor am Stadteingang mit einer Kalaschnikow posierte, sorgte für Angst und Schrecken.

Bildung in Afghanistan - Taliban trennen Frauen und Männer an Unis 

An Afghanistans Universitäten dürfen Frauen weiter lernen. Aber laut einer Ankündigung der Taliban wird es künftig nur noch getrennten Unterricht für Frauen und Männer geben.

Videolänge

Heute sind die Kämpfer überall: In den Straßen, in den Parks, vor Geschäften und Moscheen stehen sie in Gruppen, furchterregende Wärter über eine neue Ordnung.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Twitter nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Twitter übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von Twitter informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutz-Einstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Mein ZDF“ jederzeit widerrufen.

Wir dürfen zwar die Kämpfer drehen - mit den Menschen dürfen wir nicht sprechen und schon gar nicht mit Frauen. Journalistinnen brauchen jetzt die Genehmigung der Taliban, wenn sie im Land arbeiten möchten - sie schauen genau darauf, ob wir uns an ihre Regeln halten.

"Veränderungen sind sichtbar"

Es bedarf keiner Worte, die Angst und Unsicherheit ist spürbar. Und die Veränderungen sichtbar: Frauen sind nur noch in Begleitung von männlichen Verwandten unterwegs, in Burka oder komplett verhüllt. So schreiben es die neuen Tugendwächter vor. Im Park vor der berühmten Blauen Moschee erlebe ich eine ebenso rührende wie beunruhigende Situation.

Eine Gruppe von Straßenkindern, die uns umringt - plötzlich ziehen mich zwei kleine Mädchen zu sich herunter, um mir zu zeigen, wie ich mein Kopftuch richtig binde, ganz in Sorge darum, dass ich Ärger bekommen könnte.

In Sorge vor Taliban-Kämpfern in Kabul: Eine Gruppe von Mädchen winkt ZDF-Korrespondentin Katrin Eigendorf herbei, um ihr zu zeigen, wie sie ihr Kopftuch besser bindet.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Maryam, eine 22-jährige Studentin, erzählt mir:

Sie wollen uns all unsere Rechte nehmen, uns zuhause einsperren.

Sie hat sich einer Gruppe von Frauen angeschlossen, der "Kampfbewegung der afghanischen Frauen". Erst in der letzten Wochen hatte sie öffentlich protestiert, sie fordern von den Taliban, ihre Rechte zu wahren, ihre Würde. Über Whatsapp-Gruppen haben sie sich organisiert, eine Netzwerk, das über das ganze Land reicht.

Wir treffen uns in einem Restaurant im Zentrum von Kabul, 20 Frauen sitzen dort um einen Tisch herum und debattieren, wie es weiter gehen kann.

Aktivistin Zohre Ismaeli sagt in Berlin: Protest sei nicht chancenlos.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Bei den letzten Protesten in Kabul wurden sie von Taliban mit Tränengas beschossen, die Kämpfer feuerten aus ihren Gewehren in die Luft. Maryams beste Freundin wurde am Kopf verletzt.

Sie wollen mir die Videos zeigen, doch plötzlich fordert der Besitzer des Restaurants uns auf, sofort zu gehen. Eine Versammlung von Frauen ist auch ihm zu riskant.

Öffentliche Proteste zu gefährlich

Wohin? Und wie soll es weiter gehen? Ohne männliche Begleitung ist es zu riskant, sich zu bewegen. Und einen Treffpunkt haben sie auch nicht. Was sie planen, möchte ich von ihnen wissen, doch alles ist ungewiss. Auf öffentliche Kundgebungen wollen sie erst einmal verzichten – zu gefährlich. Was bleibt, sind Treffen vor allem mit ausländischen Journalist*innen.

Die internationalen Medien sind unsere einzige Hoffnung. Zeigt, was hier passiert!

sagt Maryam, die wir später nach Hause begleiten, weil sie als Frau auch gefährdet ist. Ich verspreche, dass ich ihre Geschichten erzählen werde.

Trümmer nach einem Autobombenanschlag in Afghanistan.

Nachrichten | Thema - Afghanistan 

Die USA und ihre Verbündeten haben nach 20 Jahren Krieg ihr Militär aus Afghanistan abgezogen. Die radikal-islamischen Taliban haben das Land zurückerobert. ...

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.