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Taliban rücken vor - Afghanistan: Deutschland mit Rückholaktion

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Die Taliban sind auf dem Vormarsch - Kabul könnte fallen. Die Bundesregierung reduziert das Botschaftspersonal auf ein Minimum, die Ausreise der Ortskräfte wird beschleunigt.

Die deutsche Botschaft in Kabul. Archivbild
Die deutsche Botschaft in Kabul: Die Bundeswehr hält Kräfte bereit, um die Rückholaktion zu begleiten.
Quelle: picture alliance / Maurizio Gambarini/dpa/Archivbild

Als Konsequenz aus dem Vormarsch der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan will Deutschland Mitarbeiter der diplomatischen Vertretung und einheimische Helfer möglichst schnell ausfliegen. Außenminister Heiko Maas sagte am Freitag in Denzlingen nach einer Sitzung des Krisenstabes in Berlin:

Wir werden die Belegschaft der deutschen Botschaft in Kabul in den nächsten Tagen auf das operativ notwendige absolute Minimum reduzieren.
Heiko Maas, Außenminister (SPD)

Flüge für Ortskräfte vorgezogen

Die Botschaftsmitarbeiter würden mit Chartermaschinen ausgeflogen, sagte Maas weiter. Darin würden auch afghanische Ortskräfte, die früher für die Bundeswehr oder Bundesministerien gearbeitet haben oder heute noch für sie arbeiten, ausgeflogen.

Was wird aus den afghanischen Ortskräften, die der Bundeswehr geholfen haben? Viele warten in Geheimverstecken auf ihre Ausreise nach Deutschland, doch die ist durch den Feldzug der Taliban immer gefährdeter.

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Zwei Charterflüge waren dafür bis Ende des Monats geplant. Diese würden nun vorgezogen, sagte Maas. Er bekräftigte, dass die Visaerteilung für die Ortskräfte in Deutschland erfolgen werde, um den Prozess zu beschleunigen. "Alle weiteren Maßnahmen werden wir mit unseren internationalen Partnern in den nächsten Tagen abstimmen", sagte Maas.

Er rief alle Deutschen auf, das Land sofort zu verlassen. Eine hohe zweistellige Zahl deutscher Staatsbürger sind noch im Land.

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von Katrin Eigendorf

Bundeswehrsoldaten könnten zum Einsatz kommen

Die Beschlüsse wurden vom Krisenstab der Bundesregierung gefasst, der am Freitag angesichts der dramatischen Lage in Afghanistan zusammengekommen war.

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums schloss nicht aus, dass auch Bundeswehrsoldaten zur Absicherung einer Rückholaktion zum Einsatz kommen könnten. Die Bundeswehr halte Kräfte bereit, die "im Falle eines Falles zur Verfügung stehen", sagte er.

Dänemark und Norwegen schließen Botschaften

Dänemark und Norwegen schließen angesichts des Vormarsches der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan vorübergehend ihre Botschaften in Kabul. Sämtliche Angestellte der dänischen Botschaft werden evakuiert, darunter auch lokal ansässige afghanische Mitarbeiter, wie der dänische Außenminister Jeppe Kofod am Freitagnachmittag nach Angaben der Nachrichtenagentur Ritzau und der Sender DR und TV2 auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen sagte.

Kurz darauf kündigte auch Norwegens Außenministerin Ine Eriksen Søreide einen solchen Schritt ihres Landes an. Beide machten klar, dass die Sicherheit von Angestellten, Entsandten und lokalen Mitarbeitern allerhöchste Priorität habe.

USA schickt 3.000 Soldaten nach Kabul

Die USA hatten bereits am Donnerstag die Reduzierung ihres Botschaftspersonals und die Entsendung von rund 3.000 zusätzlichen Soldaten an den Flughafen in Kabul angekündigt. Sie sollen bei der Evakuierung von US-Botschaftsmitarbeitern helfen.

Auch Großbritannien will rund 600 zusätzliche Soldaten schicken, um bei der Rückführung von Briten aus Afghanistan zu helfen. Wegen des beschleunigten Vormarschs der radikalislamischen Taliban in Afghanistan hat der britische Premierminister Boris Johnson für diesen Freitag eine Krisensitzung seiner Regierung einberufen. Zur Lage in Afghanistan werde am Nachmittag das Regierungsteam für Notlagen tagen, teilte ein Regierungssprecher in London mit.

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