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Taliban rücken vor - In Kabul sitzen viele auf gepackten Koffern

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Die Taliban kontrollieren in Afghanistan immer mehr Städte. In der Hauptstadt Kabul bereiten sich die Menschen auf eine gewaltsame Machtübernahme vor.

In Afghanistan bringen die Taliban immer mehr Gebiete in ihre Gewalt und rücken in Richtung der Hauptstadt Kabul vor. Mehrere Länder wollen ihre Botschaften dort evakuieren.

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Der Hamid-Karzai-Flughafen in Kabul bleibt aus Sicherheitsgründen weitere 24 Stunden geschlossen. Immer mehr Staaten, auch Deutschland, fordern ihre Bürger auf, das Land zu verlassen. In der Hauptstadt bereiten Botschaften und Entwicklungsdienste die Ausreise ihrer Mitarbeitenden vor. Kabul, da sind sich Expert*innen einig, ist nicht mehr sicher.

"Die Taliban richten nicht, sie töten einfach"

"Wenn die Taliban Kabul einnehmen, sind Menschen wie ich nicht mehr sicher", erzählt Ayeda Shadab, Geschäftsfrau und Model. Die 26-Jährige hat ihr Land verlassen, wie viele ihrer Freund*innen und Bekannten ist sie in die Türkei geflohen, aus Angst davor, den Islamisten in die Hände zu fallen.

Frauen wie ich, die keinen Schleier tragen, die arbeiten, akzeptieren sie nicht. Sie richten nicht, sie haben keine Gesetze, sie töten einfach.
Ayeda Shadab, Geschäftsfrau und Model


Im Juni noch hatte sie gehofft, dass es nicht so weit kommen würde, sah ihre Zukunft in dem Land, das sie liebt. Als Influencerin macht sie ihren 289.000 Followern auf Instagram Mut, selbst über ihr Leben zu bestimmen.

Die Taliban nähern sich der afghanischen Hauptstadt Kabul, auch Deutschland lässt seine Botschaft evakuieren. Dazu die ZDF-Korrespondentinnen Shakuntala Banerjee und Anne Gellinek.

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Keine Hoffnung auf Sicherheit in Kabul

Ob Geschäftsleute, Journalist*innen oder Politiker*innen: Viele, die sich für ein freies, modernes Afghanistan einsetzen, sitzen auf gepackten Koffern. Die Hoffnung, zumindest in Kabul noch sicher leben zu können, ist geschwunden.

Eroberungen in Afghanistan - Taliban umzingeln Kabul 

Die Taliban eroberten weitere Provinzhauptstädte in Afghanistan und stehen nun wenige Kilometer vor der Hauptstadt Kabul. Präsident Ghani ruft zum Kampf gegen die Islamisten auf.

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Immer mehr Hilferufe von Menschen, die wir in den vergangenen Monaten und auch Jahren für das ZDF interviewt haben, erreichen uns in diesen Tagen. Verzweiflung und Enttäuschung sind zu spüren, das Gefühl, dass der Westen, aber auch Deutschland Afghanistan im Stich lässt.

"Tapfer bleiben müssen wir, was bleibt anderes übrig?", fragt Zarifa Ghafari, die entschlossen ist, zu bleiben. Die 26-Jährige gilt auch international als eine der wichtigsten afghanischen Politikerinnen, als Bürgermeisterin der Provinzmetropole Maidan Shar hatte sie jahrelang gegen Korruption und gegen den Einfluss der Taliban in der Region Ghazni gekämpft.

Afghanistan drohe nach dem US-Abzug ein Desaster. Das westliche Scheitern habe mit dem Einsatz-Ziel zu tun, so ZDF-Reporterin Eigendorf: Taliban verjagen, nicht Demokratisieren.

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Inzwischen zählt sie zu den schärfsten Kritikerinnen der US-Politik. Dass die USA im vergangenen Jahr ein Friedensabkommen mit den Taliban geschlossen haben, ohne die afghanische Regierung einzubeziehen, sei ein fataler Fehler, das habe den Weg frei gemacht für die Islamisten.

Afghanistan verlassen jede Woche Zehntausende Menschen

Es gibt sie, die Entschlossenen, die bleiben wollen, auch wenn sie ihr Leben riskieren. Doch immer mehr Afghan*innen suchen den Weg raus: Nach Schätzungen der internationalen Organisation für Migration verlassen jede Woche 30.000 Menschen ihr Land.

Neue Flüchtlingsströme drohen damit auch auf Europa zuzukommen, denn in ihrer Verzweiflung machen sich nicht nur junge Männer sondern jetzt auch Familien auf den Weg – auch illegal über die Grenzen.

Der Weg in die Türkei, den viele gewählt haben, die noch rechtzeitig ein Visum beantragt haben, ist nun verschlossen. Und auch der Weg illegal in das Nachbarland Iran zu gelangen, ist lebensgefährlich, da die Taliban auch die Grenzstadt Herat eingenommen haben.

Schreckensmeldungen von Kämpfern, die Männer aus Bussen holen und vor den Augen ihrer Familien erschießen, verbreiten sich in den sozialen Medien genau so schnell wie Berichte von Menschen aus Gebieten, die die Taliban erobern. Eine Blutspur des Terrors, die sich in diesen Tagen unaufhaltsam durch das ganze Land zieht.

Sie müssen Widerstand leisten, kämpfen, das ist die einzige Hoffnung. Wir können für unser Land nur beten
Ayeda Shadab, Geschäftsfrau und Model

Die Modemacherin Ayeda Shadab möchte in der Türkei bleiben, sieht momentan keine Chance auf eine Rückkehr. Was bleibt von Afghanistan, wenn die Menschen, die das Land aufbauen wollten, nicht mehr bleiben können?

Die Taliban schreiten in Afghanistan immer weiter vor. Viele Menschen fliehen vor ihnen – vor allem innerhalb des Landes.

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