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Afghanistan : Laschet befürwortet Gespräche mit Taliban

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Unions-Kanzlerkandidat Laschet plädiert für diplomatische Kontakte mit den Taliban. Man müsse auch mit Akteuren verhandeln, mit denen man nicht übereinstimme.

Unions-Kanzlerkandidat Laschet während einer Pressekonferenz in Berlin.
Unions-Kanzlerkandidat Laschet: Geordnete Migration, keine unkontrollierten Zustände wie im Syrien-Konflikt
Quelle: reuters

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet befürwortet diplomatische Gespräche mit den Taliban, um gefährdeten Menschen in Afghanistan zu helfen. "Die Kunst guter Außenpolitik besteht gerade darin, mit solchen Staaten zu Lösungen zu kommen, deren Ziele und Menschenbild unsere Gesellschaft zu Recht ablehnt", sagte Laschet der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Den Dialog mit den Taliban zu verweigern, würde den Menschen nicht helfen, die aus Afghanistan heraus wollen.
Armin Laschet

Gespräche mit Taliban-Vertretern laufen

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat den Afghanistan-Experten Markus Potzel nach Doha im Golfemirat Katar geschickt, um mit Unterhändlern der militant-islamistischen Taliban über die Ausreise afghanischer Ortskräfte zu sprechen.

Der Diplomat, der ursprünglich im August als neuer Botschafter nach Afghanistan entsandt werden sollte, führt seit Mittwoch Gespräche mit Vertretern der Taliban. "Er wird seine Gespräche auch mit internationalen Partnern fortsetzen", erklärte das Auswärtige Amt auf Twitter.

Laschet: "Wir haben Schutzverantwortung"

Laschet sagte: "Wir müssen unsere Erwartung sehr deutlich machen, dass die Menschen, die für uns gearbeitet haben, in absehbarer Zeit ausreisen dürfen." Eine von ihm geführte Bundesregierung sähe es als ihre Pflicht an, all diejenigen aufzunehmen, die Deutschland beim Einsatz der letzten Jahre geholfen hätten. "Wir haben hier eine Schutzverantwortung. Auch über den heutigen Tag hinaus."

Laschet sagte, es gebe sicher eine große Bereitschaft in Deutschland, die Menschen aufzunehmen, die Deutschen in Afghanistan geholfen hätten - und darüber hinaus auch besonders bedrohte Menschen. "Die Furcht vor den Taliban, vor deren Unterdrückung und Gewalt, kann, glaube ich, jeder nachvollziehen", führte er aus.

"Gleichzeitig gibt es aber auch den Wunsch nach einer geordneten Migration." Was sich nicht wiederholen dürfe, seien "unkontrollierte Zustände wie im Syrien-Konflikt". Die meisten Menschen werden nach Laschets Worten in die Nachbarländer Afghanistans fliehen. "Daher ist die Priorität, Hilfe in der Region zu leisten. Wir müssen die Nachbarländer unterstützen und sie gleichzeitig an die Verantwortung erinnern, die sie für die Region tragen."

Berlin stellt 100 Millionen Soforthilfe bereit

Das Auswärtige Amt teilte unterdessen per Twitter mit, dass die Bundesregierung 100 Millionen Euro Soforthilfe für Flüchtlinge aus Afghanistan zur Verfügung stellt. Mit dem Geld sollen internationale Hilfsorganisationen unterstützt werden, die sich in den Nachbarländern um geflüchtete Afghanen kümmern. Weitere Hilfen sollen folgen.

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Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat der Bundesregierung bei "maybrit illner" vorgeworfen, die dramatische Lage in Kabul durch Wahlkampfkalkül befördert zu haben.

von Florence-Anne Kälble
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