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Kommentar

Taliban-Vormarsch in Afghanistan : "Westen hat Afghanistan verraten"

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Das Scheitern kommt schneller als erwartet: Jetzt fällt auch Kabul in die Hände der Taliban. Der Steinzeit-Islam wird in Afghanistan wieder bestimmen.

Das Scheitern kommt schneller, als es Politiker und Diplomaten für möglich gehalten haben. Jetzt fällt auch Kabul in die Hände der Taliban. Der Steinzeit-Islam wird in Afghanistan wieder bestimmen.

Die Afghanen fliehen zu Hunderttausenden. Der Westen, das muss man so hart sagen, hat alle verraten, die an Demokratie, Gleichheit der Geschlechter, Bildung für Mädchen, an Musik, Tanz und Lachen geglaubt haben. Milliardeninvestitionen in Sicherheit und Infrastruktur, viele Soldaten, die am Hindukusch gefallen sind - alles umsonst, in wenigen Wochen - ja Tagen - geopfert.

Afghanistan, Herat: Afghanische Soldaten kämpfen in Provinz Herat. Archivbild

Trotz Milliarden für Ausbildung - Warum die Taliban Afghanistans Armee besiegen 

20 Jahre lang haben Nato-Truppen afghanische Soldaten ausgebildet. Innerhalb weniger Tage verlieren sie die Kontrolle über das gesamte Land. Wie konnte das passieren?

von Nils Metzger

Biden verweigert weltpolitische Verantwortung

Es ist eine schmerzhafte Niederlage des Westens. Bilder wie bei der überstürzten Flucht der US-Truppen aus Saigon am Ende des Vietnamkriegs. So wie Barack Obama in Syrien verweigert auch der neue demokratische US-Präsident Joe Biden weltpolitische Verantwortung, weil er sie seinem Volk nicht zumuten will. Es ist ein würdeloses Ende und eine Einladung an Russland, an China, an Indien und Pakistan, das Vakuum zu füllen.

Der Fall von Kabul zeigt schonungslos, dass Deutschland und die anderen Nato-Staaten ohne die USA militärisch nicht handlungsfähig sind. Ohne deren Absicherung kann selbst das Botschaftspersonal nicht ausgeflogen werden. Einst unentbehrliche Ortskräfte und ihre Familien müssen jetzt um ihr Leben bangen. Zum politisch-militärischen kommt ein schmerzhaftes moralisches Versagen, wenn man die im Stich lässt, die das lokale Rückgrat von zwei Jahrzehnten Afghanistan-Einsatz waren.

Gerhard Schröder und Angela Merkel sowie ihre Außen- und Verteidigungsminister hatten sich die Überzeugung von Peter Struck zu eigen gemacht, dass Deutschlands Sicherheit am Hindukusch verteidigt wird. Wenn der Satz je stimmte, dann steht es um unsere Sicherheit seit heute schlechter.

Peter Frey ist Chefredakteur des ZDF.

Taliban-Kämpfer patrouillieren am 18.08.2021 im Stadtteil Wazir Akbar Khan in der Stadt Kabul, Afghanistan.
Liveblog

Das Wichtigste im Liveblog - Die aktuelle Entwicklung in Afghanistan 

Die Taliban haben die Macht in Afghanistan übernommen, westliche Staaten versuchen, Staatsbürger und ehemalige Ortskräfte aus Kabul auszufliegen. Die Entwicklungen hier im Blog.

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