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Deutschlands Drehkreuz : Taschkent als Zentrum der Luftbrücke

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Über 10.000 Menschen sollen aus Afghanistan in Sicherheit gebracht werden. Zur Evakuierung nutzt die Bundeswehr den Flughafen Taschkent. Doch die Mission ist an Auflagen geknüpft.

Flughafen in Taschkent (Usbekistan), aufgenommen am 17.08.2021
Flughafen in Taschkent (Archivfoto)
Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Merkel spricht von 10.000 schutzbedürftigen Menschen, die von der Bundesregierung aus Afghanistan evakuiert werden sollen. Außenminister Heiko Maas geht gar von über 10.000 Personen aus. Konkrete Zahlen sind kaum zu bekommen.

"Es kommen jeden Tag mehrere Flüge, gestern waren es insgesamt fünf", so ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf in Usbekistan.

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Usbekistan demonstriert internationale Verlässlichkeit

Mehr als 3.650 Menschen und Familien wurden in der vergangenen Woche über den Flughafen Taschkent aus Kabul ausgeflogen. Die usbekische Regierung möchte sich als international verlässlicher Partner zeigen und stellt einen Teil des Flughafens für die Evakuierungsflüge der Bundeswehr zur Verfügung.

Der Flughafen Kabul ist seit der Machtübernahme der Taliban zum Nadelöhr in Afghanistan geworden: Schutzsuchende wie Ausländer und Ortskräfte versuchen über den Flughafen das Land zu verlassen. Immer wieder kommt es zum Einsatz von Schusswaffen - eine nicht zu kontrollierende Situation hat sich rund um den Flughafen der afghanischen Hauptstadt entwickelt. Die Bundeswehr errichtete für die Evakuierungsflüge eine Luftbrücke zwischen Kabul und der usbekischen Hauptstadt Taschkent.

In einem Memorandum of Understanding einigte sich die Bundesregierung mit Usbekistan über die Anmietung des Terminals 3 des Flughafens von Taschkent.

Taschkents Terminal 3 mit striktem Reglement

Vormals wurde das Gebäude des Terminals 3 als Inlandsterminal genutzt. Hier starten die Transportflugzeuge A400M mit dem Ziel Kabul. Bis zu fünf Maschinen täglich bringen nicht nur Menschen aus Kabul nach Taschkent, sondern auch Hilfsgüter wie Babynahrung, Kleidung und Medikamente von Taschkent nach Kabul. Die Evakuierungsflüge sind jedoch an strikte Auflagen von Seiten der usbekischen Regierung geknüpft.

Bis zu 600 Personen dürfen sich gleichzeitig auf dem Flughafengelände in Taschkent aufhalten, darauf verständigte sich die Bundesregierung mit den usbekischen Partnern. Nach spätestens sechs Stunden müssen die Ankommenden ausgeflogen werden, das ist eine weitere Bedingung der Nutzung.

Für ein Flugzeug, das aus Kabul in Taschkent landet, muss also umgehend eine weitere Maschine bereitgestellt werden, die die Evakuierten in ihre Zielländer bringt. Für die Evakuierungsflüge besteht eine Kooperation mit Österreich und der Schweiz. Aber auch Menschen anderer Nationen werden über Taschkent evakuiert und anschließend in ihr Zielland ausgeflogen.

"Diese Menschen haben sich für unsere Werte eingesetzt", so Entwicklungshelferin Suzana Lipovac. Von den G7 sei zu klären, wer evakuierungsberechtigt sei.

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Registrierung, Verpflegung, medizinische Versorgung

Nach dem Deboarding in Taschkent durchlaufen die Evakuierten eine Anmeldestraße: Zuerst werden alle Ankommenden einem Corona-Test unterzogen, anschließend erfolgt die Registrierung und die Aufteilung in Gruppen nach Nationalität. Die Evakuierten werden verpflegt und bei Bedarf medizinisch versorgt. Einige der Ausgeflogenen verharrten bereits tagelang auf dem Flughafen Kabul, um einen Platz an Bord eines Evakuierungsfluges zu erhalten, andere, die vor den Gates in Kabul Kampfhandlungen ausgesetzt waren, erhalten psychologische Betreuung.

Während die Registrierungsprozesse in Taschkent laufen, sind Flugzeuge aus Frankfurt auf dem Weg nach Usbekistan, um die Menschen nach Deutschland auszufliegen. Mit Sonderflügen geht es auch per Umweg nach Deutschland: So fliegen einige Maschinen über Zürich nach Frankfurt und lassen unterwegs Schutzsuchende mit Schweizer Pässen oder Personen mit dem Bestimmungsland Schweiz aussteigen.

Die Prämisse der usbekischen Regierung ist, kein Teil des andauernden Konfliktes in Afghanistan zu werden, jedoch sich als international verlässlicher Partner zu zeigen. Es soll kein Mensch den Flughafen verlassen, Zutritt erhalten nur wenige Personengruppen. Flüchtende aus Afghanistan im eigenen Land möchte man in Usbekistan um jeden Preis vermeiden. Das Abkommen mit der usbekischen Regierung ist erst einmal zeitlich nicht beschränkt - man fährt sozusagen auf Sicht.

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