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Stoltenberg warnt vor übereiltem Truppenabzug

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Trump plant Afghanistan-Rückzug - Stoltenberg warnt vor übereiltem Truppenabzug

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US-Präsident Trump plant eine deutliche Reduzierung der US-Truppenstärke in Afghanistan. Die Nato warnt indes eindringlich vor einem übereilten und unkoordinierten Rückzug.

Jens Stoltenberg
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt vor den Konsequenzen eines US-Truppenabzugs.
Quelle: dpa

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump vor einem überhasteten Abzug von Truppen aus Afghanistan gewarnt. Der Preis für ein zu schnelles oder unkoordiniertes Verlassen des Landes könnte sehr hoch sein, sagte der Norweger.

Mit dem Abzug weiterer US-Soldaten drohe Afghanistan wieder ein Rückzugsort für internationale Terroristen zu werden, die Angriffe auf Nato-Länder planten, erklärte Stoltenberg. Zudem könnte die Organisation Islamischer Staat (IS) dann in dem Land das Terrorkalifat aufbauen, das es in Syrien und im Irak verloren habe.

Abzug aus Afghanistan -
USA senken Truppenstärke auf 2.500 Soldaten
 

US-Präsident Trump senkt die Truppenstärke in Afghanistan bis zum 15. Januar von rund 4.500 Soldaten auf 2.500 Soldaten. Führende Mitglieder seiner Partei kritisieren den Plan.

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Stoltenberg appelliert: "Geordneter Rückzug erst dann, wenn die Zeit reif ist"

Stoltenberg verwies auch auf die Vereinbarung der Nato-Bündnispartner.

Wir sind seit fast 20 Jahren in Afghanistan, und kein Nato-Verbündeter will länger bleiben als nötig.
Jens Stoltenberg, Nato-Generalsekretär

Er erwarte aber, dass alle Alliierten ihre Zusage einhielten, Afghanistan nur abgestimmt und geordnet zu verlassen. Dann, wenn die Zeit dafür reif sei. Um in Afghanistan handlungsfähig zu sein, ist die Nato in hohem Maße auf US-Truppen angewiesen.

Der Nato-Generalsekretär erinnerte zudem daran, dass die Nato-Partner der USA in Folge der Terrorangriffe auf die Vereinigten Staaten im September 2001 nach Afghanistan gegangen seien. Mehr als Tausend Soldaten hätten den Einsatz mit dem Leben bezahlt, sagte Stoltenberg.

US-Außenminister Pompeo hat angekündigt, die Hilfsgelder an Afghanistan um eine Milliarde Dollar zu kürzen. Damit wollen die USA eine Lösung im Machtkampf in Afghanistan erzwingen.

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Nato setzt Afghanistan-Einsatz auch unter Kürzungen von US-Truppen fort

US-Medien hatten am Montag berichtet, dass Trump plant, die Zahl der Soldaten in Afghanistan bis zum 15. Januar von derzeit rund 4.500 auf etwa 2.500 zu reduzieren – und damit die Truppenstärke fast zu halbieren.

Im Oktober hatte Trump sogar angekündigt, alle verbliebenen US-Soldaten bis Weihnachten abziehen zu wollen. Damit hatte er für erhebliche Unruhe im Bündnis gesorgt. Trumps jüngste Pläne kommentierte Stoltenberg bestimmt:

Auch mit weiteren US-Kürzungen wird die Nato ihren Einsatz zur Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte fortsetzen.
Jens Stoltenberg
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