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Geberkonferenz in Genf - Eine Milliarde Euro für Afghanistan

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Afghanistan droht eine Hungersnot. Geberländer haben bei einer Konferenz in Genf gut eine Milliarde Euro Hilfen zugesagt. Zugleich stellten sie Forderungen an die Taliban.

Seit der Machtübernahme der Taliban hat sich die Versorgungslage in Afghanistan weiter verschlechtert. ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf berichtet aus einem Kinderkrankenhaus in Kabul.

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Angesichts einer drohenden Hungerkatastrophe in Afghanistan haben viele Länder bei einer Geberkonferenz in Genf Hilfen angekündigt, darunter auch Deutschland. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte, Deutschland habe seine humanitäre Hilfe für Afghanistan und die Region bereits um 100 Millionen Euro aufgestockt. Weitere 500 Millionen sollen folgen. Die USA versprachen ihrerseits umgerechnet 54 Millionen Euro, die Schweiz 30 Millionen Euro.

Insgesamt habe es Hilfszusagen von 1,2 Milliarden Dollar (gut eine Milliarde Euro) gegeben, gab UN-Generalsekretär Antonio Guterres in Genf bekannt.

Diese Konferenz hat meine Erwartungen voll erfüllt, was die Solidarität mit den Menschen in Afghanistan betrifft.
UN-Chef Antonio Guterres

Maas: Taliban müssen sichere Zugänge garantieren

Mit Blick auf die deutschen Zusagen sagte Außenminister Maas, es gehe um Nothilfe für das Krisenland und die Region. Die Hilfe brauche aber sichere Zugänge, betonte der SPD-Politiker. Er rief die Führung der Taliban auf, das Wohlergehen und die Sicherheit der Hilfsorganisationen und ihrer Beschäftigten zu gewährleisten.

ZDF-Korrespondentin Patricia Wiedemeyer zu den Hilfen für Afghanistan

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Die USA forderten von den Taliban schriftliche Verpflichtungen. Es gehe dabei um die Rechte von Hilfsorganisationen, Frauen und Minderheiten, sagte die UN-Botschafterin Washingtons, Linda Thomas-Greenfield, in Genf.

UN-Chef: "Afghanen brauchen Rettungsleine"

"Die Afghanen brauchen eine Rettungsleine", um ihre vielleicht "schwerste Stunde" zu überstehen, hatte UN-Generalsekretär António Guterres zuvor erklärt. Fast die Hälfte der rund 38 Millionen Menschen in dem Land seien auf Lieferungen von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Hilfsgütern angewiesen.

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Guterres hatte die Geberkonferenz einberufen und den unmittelbaren Hilfsbedarf auf 606 Millionen Dollar (514 Millionen Euro) beziffert. Fast ein Drittel dieses Bedarfs ist im Zusammenhang mit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban entstanden. Die UN selbst sagten 20 Millionen Dollar aus ihrem Nothilfefonds zu.

"Die Menschen leiden nicht nur unter der gewaltsamen Machtübernahme der Taliban. Dazu kommt eine schwerwiegende Dürre. Und die Corona-Pandemie grassiert mit ungebremster Wucht", hatte Entwicklungsminister Michael Müller (CSU) gewarnt.

Afghanistan ist seit Jahren auf internationale Hilfen angewiesen. Bereits Ende vergangenen Jahres hatten die Vereinten Nationen zu Hilfen im Umfang von 1,3 Milliarden Dollar aufgerufen. Der entsprechende Topf ist aber nach wie vor stark unterfinanziert. Nach UN-Angaben ist nun die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren in Afghanistan vom Hunger bedroht.

Maas: Worte der Taliban reichen nicht

"Jenseits der humanitären Hilfe werden wir unsere künftige Haltung gegenüber einer Regierung der Taliban nicht von deren Worten, sondern vielmehr von deren Taten abhängig machen", sagte Außenminister Maas in Genf. Konkret müssten die neuen Machthaber Menschen mit Schutzstatus in Deutschland ausreisen lassen, "grundlegende Menschenrechte" achten, und das Land dürfe kein Unterschlupf mehr für internationalen "Terrorismus" werden.

Bislang seien die Taliban davon aber noch weit entfernt, so Maas. Die Bildung einer Übergangsregierung unter Ausschluss anderer Gruppen sei nicht das richtige Signal für internationale Zusammenarbeit gewesen.

Kurz nach der Machtübernahme der Taliban zeigt sich, wie die neuen Machthaber Afghanistans das Land führen wollen – mit Einschränkungen und Verboten, die vor allem für Frauen gelten.

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