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Taliban-Vormarsch in Afghanistan - USA: Millionen für afghanische Flüchtlinge

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Die USA stellen 100 Millionen US-Dollar für Flüchtlinge aus Afghanistan zur Verfügung. Hintergrund sind die durch den jüngsten Vorstoß der Taliban zu erwartenden Fluchtbewegungen.

Eine Frau in Afghanistan steht mit ihren beiden Töchtern neben einem provisorischen Zelt. Sie sind auf der Flucht vor den Taliban.
US-Präsident Joe Biden hat bis zu 100 Millionen Dollar an Hilfsgeldern aus einem Notfallfonds für afghanische Flüchtlinge bewilligt. (Archivbild)
Quelle: ap

Angesichts der erwarteten Fluchtbewegungen wegen des Vormarschs der radikalislamischen Taliban in Afghanistan stellen die USA 100 Millionen US-Dollar (rund 85 Millionen Euro) Unterstützung in den Bereichen Migration und Flucht zur Verfügung.

Die Mittel seien für "unerwartete, dringende Bedürfnisse von Flüchtlingen und Migranten, Konflikt-Opfern und anderer wegen der Situation in Afghanistan gefährdeter Menschen", hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Die Mittel seien auch für die Unterstützung von ehemaligen Hilfskräften der USA in Afghanistan vorgesehen.

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28 min
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Furcht vor Vergeltung durch die Taliban

Gut 20.000 Afghanen, die während des Krieges in dem Land unter anderem als Dolmetscher für die US-Armee gearbeitet hatten, fürchten nun Vergeltung durch die Taliban und haben Anträge auf spezielle Visa für die USA gestellt. Das Geld könne sowohl bilateral als auch durch Beiträge an internationale Organisationen, nicht staatliche Gruppen, Regierungen oder US-Behörden ausgegeben werden, hieß es in der Erklärung.

Afghanistans Nachbarland Tadschikistan erklärte sich zur Aufnahme von Tausenden afghanischen Flüchtlingen bereit. Es sei "derzeit möglich, rund 100.000 Flüchtlinge aus Afghanistan aufzunehmen", sagte Emomali Ibrochimsoda vom tadschikischen Notfallkomitee.

Tadschikistan nimmt Flüchtlinge auf

In den vergangenen Wochen hatte das Land bereits mehr als tausend afghanische Soldaten vorübergehend aufgenommen, die vor Angriffen der Taliban flohen. Vor dem Hintergrund des Vormarsches der Taliban hielt die tadschikische Armee am Donnerstag ein Großmanöver ab. Anfang August sind in dem zentralasiatischen Land zudem gemeinsame Militärübungen Tadschikistans und Russlands geplant.

Die Taliban hatten am Donnerstag erklärt, inzwischen 90 Prozent der Grenzen Afghanistans zu kontrollieren. Das Verteidigungsministerium in Kabul bezeichnete dies als "totale Lüge". Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich.

Grüne fordern Abschiebestopp

Politiker der Grünen im Bundestag erneuerten angesichts der Lage ihre Forderung nach einem Ende der Abschiebungen nach Afghanistan. "Die Bundesregierung muss Abschiebungen nach Afghanistan endlich stoppen", verlangten die flüchtlingspolitische Sprecherin Luise Amtsberg und der Außenpolitiker Omid Nouripour.

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