heute-Nachrichten
Sie sind hier:

Klöckner zur Grünen Woche - "Fleisch zu Tiefstpreisen rechnet sich nicht"

Datum:

Die Grüne Woche startet heute in Berlin - mit massiven Bauernprotesten. Bundesagrarministerin Julia Klöckner will auch den Verbraucher in die Pflicht nehmen.

"Wir müssen zusammen kommen, denn Kompromisse sind nicht automatisch faul, sondern die Königsdisziplin in der Demokratie", so die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner von der CDU.

Beitragslänge:
6 min
Datum:

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) forderte kurz vor Beginn der Grünen Woche in Berlin ein Umdenken beim Fleischkonsum. "Fleisch zu Tiefstpreisen, das rechnet sich weder für den Verbraucher, noch für den Tierhalter", sagte sie im ZDF-Morgenmagazin. Deshalb sei es wichtig deutlich zu machen, warum Fleisch mehr kosten sollte. "Wir brauchen nicht jeden Tag Billigstfleisch zu essen. Dann lieber weniger, aber dann zu einem angemessenen Preis", sagte Klöckner. 100 Gramm Hähnchenfleisch zu 15 Cent könne weder einen Landwirt ernähren, noch tierwohlgerecht sein.

Wir müssen nicht jeden Tag Billigfleisch essen.
Julia Klöckner (CDU), Agrarministerin

In Deutschland würden nur zehn Prozent des Haushaltseinkommens für Lebensmittel ausgegeben, damit sei Deutschland am unteren Ende in der EU. Dem Verein Foodwatch, der fordert, dass Schweinefleisch 50 Cent mehr pro Kilo kosten solle, warf sie jedoch vor, nicht zu differenzieren. "Was Foodwatch macht, gehört zu der Kampagne, sie brauchen Mitglieder, sie brauchen Spenden", sagte sie.

Klöckner will Kompromisse

Mit 100 Forderungen auf beiden Seiten - damit meinte sie die Proteste der Umweltschützer und den der Landwirte - käme man nicht weiter. Stallumbauten würden nun mal Geld kosten. "Wir müssen Kompromisse finden, sonst kommen wir nicht weiter", sagte sie. Dafür wolle sie sich auch einsetzen, wenn Deutschland ab 1. Juli dieses Jahres die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt.

Wir entscheiden mit unseren Geldscheinen, was auf Dauer produziert wird.
Julia Klöckner (CDU), Agrarministerin

Auf die Frage nach den verwirrend vielen Siegeln bei Lebensmitteln antwortete Klöckner, sie bekomme von Verbrauchern die Rückmeldung, dass die Kennzeichnungen "sehr helfen" würden. Die Verbraucher hätten so eine große Auswahl an Lebensmitteln - auch hochwertigen Lebensmitteln - wie noch nie. "Wir entscheiden mit unseren Geldscheinen jeden Tag, was auf Dauer produziert wird", sagte Klöckner. Was der Verbraucher benötige, sei "klare Orienterung und die Verlässlichkeit, dass das drin ist, was auch drauf steht".

Klöckner hatte sich ein Tag zuvor für eine "leistungsstarke Landwirtschaft" ausgesprochen. Mehr dazu lesen Sie hier:

Milchkannen bei einem Bio-Landwirt

Agrarministerin - Keine "Bullerbü"-Landwirtschaft

Agrarministerin Klöckner will eine leistungsstarke Landwirtschaft - ein Idyll ernähre keine Menschen. Den Schutz von Umwelt, Klima und Tieren nannte sie "Megatrends".

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.