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Künftiger Parteichef muss integrieren können

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AKK zu CDU-Vorsitz - Künftiger Parteichef muss integrieren können

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Vor allem integrativ muss er sein: Darauf legt die scheidende CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer Wert bei ihrem Nachfolger. Im ZDF betont sie die Rolle der CDU als Volkspartei.

In der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" sagte die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kamp-Karrenbauer, ihr Nachfolger müsse sich vor allem durch seine Integrationsfähigkeit auszeichnen.

Erfolg, so Kramp-Karrenbauer, könne der künftige Parteichef nur dann haben, wenn er "das, was die CDU immer ausgemacht hat und erfolgreich gemacht hat, nämlich, dass man für unterschiedliche Gruppen wirklich auch ein Angebot hat, wenn man das zusammenbringt“, sagte sie. Ob das auch dem Kandidaten Friedrich Merz gelinge, der nach Norbert Röttgen und Armin Laschet seine Kandidatur für den Bundesvorsitz angemeldet hatte, müsse man sehen.

Friedrich Merz verkündete offiziell seine Kandidatur für den CDU-Parteivorsitz:

Friedrich Merz hat in der Bundespressekonferenz seine Kandidatur für den CDU-Parteivorsitz bekannt gegeben. Sehen Sie hier die Pressekonferenz.

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Kamp-Karrenbauer sei während der Zeit von Merz als Unionsfraktionschef in Berlin "nicht so aktiv“ gewesen und könne dessen Integrationsfähigkeit deshalb nicht richtig beurteilen.

Die scheidende Parteivorsitzende habe zu Merz ein "sehr offenes Verhältnis“. Auch seine Konkurrenz zu ihr habe er nach der Niederlage um die Nachfolge Angela Merkels als CDU-Bundesvorsitzende auf dem Parteitag Ende 2018 immer offen kommuniziert.

Kramp-Karrenbauer mit Merz und Laschet im Reinen

Insofern sei sie mit sich und mit ihm im Reinen - trotz seiner Kritik am Erscheinungsbild der Bundesregierung, das er als "grottenschlecht" bezeichnet hatte. Dasselbe gelte für Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der ebenfalls als ihr Nachfolger antreten will und auch Kritik an Kramp-Karrenbauer geäußert hatte.

"Nachdem er heute gesagt hat zusammen mit Jens Spahn, er habe eine extrem vertrauensvolle Zusammenarbeit gesehen (...), und wenn er das so sagt, dann wird es so gewesen sein," erklärte AKK gegenüber Lanz.

Die CDU-Parteivorsitzende ist neutral

Zu den Kandidaten für ihre Nachfolge wollte sich Kramp-Karrenbauer nicht weiter äußern. "Das Adenauer-Haus ist in dem Punkt neutral. Das gilt auch für die Parteivorsitzende."

Zudem rechtfertigte Kramp-Karrenbauer den Ordnungsruf von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten mit AfD-Stimmen als "unverzeihlich" kritisiert. Das Ergebnis dieses Vorgangs müsse rückgängig gemacht werden.

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Die erste mit Hilfe der AfD zustande gekommene Wahl eines deutschen Ministerpräsidenten sei von so großer Tragweite, dass Merkels während einer Südafrika-Reise geäußerte Forderung, der Vorgang müsse rückgängig gemacht werden, richtig gewesen sei. Auf Lanz' Frage, ob Merkel ihre Autorität als Parteivorsitzende durch die Äußerung nicht untergraben habe, ging Kramp-Karrenbauer nicht direkt ein.

Nach Thüringen große Sorge im Ausland wahrgenommen

Sie wisse, dass Merkel "sehr dazu gedrängt worden ist, als Regierungschefin dazu etwas zu sagen, weil das natürlich auch im Ausland - auch mit Blick auf unsere Geschichte - in einer ganz anderen Art und Weise wahrgenommen worden ist", sagte Kramp-Karrenbauer.

Sie selbst habe dies an dem Tag bei einem Besuch in Straßburg gespürt: "Es war eine hohe Angst, auch eine hohe Verunsicherung (...) Und deshalb halte ich es für richtig, dass sie etwas als Regierungschefin gesagt hat." Im Übrigen habe Merkel gesagt, "was unser beider Auffassung ist".

Neuwahlen: Ansage aus der Parteizentrale?

Merkel hatte die Wahl Kemmerichs mit Stimmen von CDU und AfD Anfang Februar als "unverzeihlich" bezeichnet und gefordert, das Ergebnis dieses Vorgangs müsse rückgängig gemacht werden. Diese Forderung habe bei den Parteimitgliedern in Thüringen die Assoziation ausgelöst: "Na sowas hatten wir doch schon mal. Eine Ansage aus der Parteizentrale: Ergebnis passt nicht, muss korrigiert werden." Das habe viele "sichtlich gekränkt".

AKK-Kritik an Mike Mohring: Warnungen nicht in die Partei getragen

Trotzdem habe sie sich bei einem Treffen mit der Thüringer CDU am Ende darauf verständigt, "dass ein Prozess gestartet wird, an dem am Ende auch Neuwahlen stehen". Kritik äußerte sie an Thüringens Noch-CDU-Landes- und Fraktionschef Mike Mohring, der die von ihr und anderen schon im Vorfeld der Wahl geäußerten Warnungen vor der "Falle der AfD" nicht in die Partei getragen habe.

Sie hätte neben Mike Mohring noch mit weiteren CDU-Abgeordneten aus Thüringen hätte sprechen sollen: "Aber zuerst einmal ist für mich als Bundesvorsitzende der Landesvorsitzende und der Fraktionsvorsitzende auch der Ansprechpartner."

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