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Papst dankt Seenotrettern

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Flüchtlingsrettung trotz Corona - Papst dankt Seenotrettern

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Das Coronavirus erschwert auch die Seenotrettung. Nur ein Schiff ist derzeit im Mittelmeer unterwegs. Dank erhalten die NGOs von Papst Franziskus.

Das Rettungsschiff «Alan Kurdi».
Das Rettungsschiff «Alan Kurdi».
Quelle: Karsten Jäger/Sea-Eye/dpa/Archiv

Angesichts der neuen Abschottung von Häfen für Migranten hat sich Papst Franziskus hinter die private Seenotrettung gestellt.

In einem persönlichen Brief an den Einsatzleiter von Mediterranea, Luca Casarini, schrieb das Kirchenoberhaupt, die Aktivisten könnten auf ihn zählen. Die italienische Zeitung "Avvenire" veröffentlichte am Samstag im Internet ein Foto der handschriftlichen Botschaft des Papstes.

Franziskus dankte Casarini für das "menschliche Mitleid" angesichts der Leiden. Wörtlich schrieb der Papst in seinem Schreiben vom 10. April:

Ich bin dir und deinen Gefährten nahe. Danke für alles, was ihr tut. Ich möchte euch sagen, dass ich immer bereit bin, euch zu helfen. Zählt auf mich.
Papst Franziskus

Mediterranea beklagt erschwerte Bedingungen

Zuvor hatte Casarini in einem Schreiben an Franziskus die Lage der Menschen in den Flüchtlingslagern und die erschwerten Bedingungen für Seenotretter auf dem Mittelmeer beklagt.

Dabei kritisierte er auch die Verweigerung eines Hafens für das deutsche Schiff "Alan Kurdi" mit 149 Menschen an Bord. Seit Montag sucht es einen Hafen.

Das Schiff des Regensburger Vereins Sea-Eye ist augenblicklich als einziges auf dem Mittelmeer unterwegs, um Migranten aufzunehmen.

Häfen wegen Covid-19 zu

Andere Nichtregierungsorganisationen wie Mediterranea, Sea-Watch, Ärzte ohne Grenzen oder Open Arms haben Rettungsfahrten wegen der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Aufnahmebeschränkungen in europäischen Häfen derzeit eingestellt.

In einer gemeinsamen Erklärung am Donnerstag warfen die vier Organisationen Italien vor, den medizinischen Notstand flüchtlingspolitisch zu instrumentalisieren.

Die Lage auf der "Alan Kurdi"

Nachdem die italienische Rettungsstelle eine Unterstützung mit Lebensmitteln zugesagt hat, habe sich die Lage an Bord entspannt.

Die Lieferung von Reis, Couscous, Müsliriegeln und Kartoffeln sei am Samstagvormittag von einem Küstenschiff überbracht worden, sagte "Sea Eye"-Sprecher Gorden Isler dem Evangelischen Pressedienst.

Eine politische Lösung zeichnete sich indessen immer noch nicht ab. Außerdem mahnte der Sprecher, dass momentan erneut viele Geflüchtete in der libyschen und maltesischen Such- und Rettungszone mit Booten unterwegs seien. Befürchtet werde, dass angesichts der Corona-Pandemie niemand bereit sei, den Menschen zu helfen.

"Alan Kurdi" wartet auf politische Lösung

Laut eigenen Angaben erreicht die "Alan Kurdi" am Samstagabend den Nordwesten von Sizilien. Die Crew des Schiffes werde dort weiter auf eine politische Lösung warten, hieß es.

Marie von Manteuffel von Ärzte ohne Grenzen plädiert für ein schnelles Handeln in den griechischen Flüchtlingslagern: "Die Hochrisikogruppen müssen sofort evakuiert werden".

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Die Migranten haben das Schiff am Montag vor der libyschen Küste an Bord genommen. Die Menschen saßen den Angaben zufolge ohne Rettungswesten in zwei überfüllten Holzbooten. Eine Person wurde inzwischen wegen psychischer Probleme evakuiert. Die Bundesregierung hatte am Mittwoch erklärt, sie sei mit allen Beteiligten im Gespräch, um eine Lösung zu finden.

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