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Zahlen von Amnesty - Weltweit weniger Hinrichtungen

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Die Todesstrafe wird in immer weniger Ländern vollstreckt. Trotzdem gibt Amnesty International keine Entwarnung. Vor allem Ägypten bereitet der Menschenrechtsorganisation Sorgen.

In Saudi-Arabien wird die Todesstrafe angewendet. Symbolbild
Die Zahl der erfassten Todesurteile sank 2020 um mehr als ein Drittel (36 Prozent) auf 1.477 in 54 Ländern.
Quelle: Marcel Mettelsiefen/dpa

Die Zahl der dokumentierten Hinrichtungen weltweit ist im vergangenen Jahr um mehr als ein Viertel auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik 2007 gesunken. Nach den am Mittwoch veröffentlichten Jahreszahlen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde die Todesstrafe in 18 Ländern insgesamt mindestens 483 Mal vollstreckt - 26 Prozent weniger als 2019. Die Zahl der erfassten Todesurteile sank sogar um mehr als ein Drittel (36 Prozent) auf 1.477 in 54 Ländern.

Keine Informationen aus China

China wird in der Statistik nicht berücksichtigt, da dort die Hinrichtungen geheimgehalten werden und eine genaue Dokumentation nicht möglich ist. Amnesty schätzt die Zahl der Hinrichtungen dort auf mehrere Tausend.

In einem Land nahm die Zahl der Hinrichtungen trotz Corona-Pandemie zu: In Ägypten wurden drei Mal so viele Menschen wie im Vorjahr hingerichtet. Außerdem haben die asiatischen Länder Indien und Taiwan sowie die Golfstaaten Katar und Oman die Vollstreckung der Todesstrafe wieder aufgenommen. Die Zahlen bewegen sich zwischen einer und vier Exekutionen pro Land.

Der Generalsekretär von Amnesty Deutschland, Markus Beeko, sagte dazu:

Menschen inmitten einer weltweiten Gesundheitskrise hinzurichten, unterstreicht die Absurdität der Todesstrafe.
Markus Beeko

Vier Länder waren zusammen für 88 Prozent der registrierten Hinrichtungen verantwortlich:

  • Iran (mindestens 246)
  • Ägypten (mindestens 107)
  • Irak (mindestens 45)
  • Saudi-Arabien (mindestens 27).

Im Irak und Saudi-Arabien wurde allerdings ein starker Rückgang verzeichnet.

Amnesty besorgt über Lage in Ägypten

Der Anstieg der Hinrichtungen in Ägypten bereitet Amnesty besonders große Sorgen. Mindestens 23 Menschen seien dort im Zusammenhang mit politischer Gewalt zum Tode verurteilt worden. Einige Todesurteile hätten auf erzwungenen "Geständnissen" basiert oder seien trotz weiterer schwerer Menschenverletzungen einschließlich Folter und Verschwindenlassen ergangen. Ägypten ist strategischer Partner Deutschlands und war im vergangenen Jahr zweitgrößtes Empfängerland deutscher Rüstungsgüter.

Weitere wichtige Erkenntnisse aus dem Bericht: In der Asien-Pazifik-Region wurde die Todesstrafe für Straftaten verhängt, die nicht im Zusammenhang mit vorsätzlicher Tötung standen. In China, Indonesien, Laos, Malaysia, Singapur Thailand, Sri Lanka, Thailand und Vietnam galt das zum Beispiel für Drogendelikte.

In Bahrain, Belarus, Japan, Pakistan, Singapur und im Sudan wurden 2020 anders als im Vorjahr keine Exekutionen registriert.

Hinrichtungen wegen Corona ausgesetzt

In einzelnen Ländern wurde die Vollstreckung der Todesstrafe wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt. In China wurde allerdings mindestens ein Todesurteil gegen jemanden verhängt und vollstreckt, dem die Beeinträchtigung von "Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19" vorgeworfen wurde.

In den USA hat die damalige US-Regierung unter Präsident Donald Trump im Juli 2020 nach 17 Jahren wieder begonnen, Hinrichtungen auf Bundesebene zu vollziehen. In nur sechs Monaten wurden zehn Männer exekutiert.

Das Urteil für das grausame Verbrechen von Lisa Montgomery heißt Todesstrafe, doch die Jury kannte damals nicht alle Fakten. Nun wurde die 52-Jährige dennoch hingerichtet.

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Datum:

Von den rund 200 Ländern der Welt haben 108 die Todesstrafe per Gesetz für alle Straftaten und weitere 36 außer Vollzug gesetzt.

Eine Welt ohne Todesstrafe rückt näher.
Markus Beeko

Mittlerweile unterstützten von den 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen 123 die Forderung der UN-Generalversammlung nach einem Hinrichtungsmoratorium. Das seien mehr Länder als je zuvor. Beeko dazu: "Damit wächst der Druck auf die Länder, die weiterhin an der Todesstrafe festhalten."

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