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An Berliner S-Bahnhof : Attacke auf ehemaligen israelischen Soldaten

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Ein junger Mann wird auf offener Straße offenbar wegen seines jüdischen Glaubens angesprochen und angegriffen. Nun ermittelt der Staatsschutz.

Archiv: Reisende warten am 22.02.2013 in Berlin am S-Bahnhof Nöldnerplatz.
Der S-Bahnhof Nöldnerplatz liegt im Osten der Stadt.
Quelle: dpa

Unbekannte haben am Freitagabend einen ehemaligen Soldaten der israelischen Armee in Berlin-Rummelsburg mit Reizgas angegriffen. Der 29-Jährige jüdischen Glaubens wurde zu Boden gestoßen. Die Polizei sprach am Samstag von einem "judenfeindlichen Angriff auf offener Straße".

Ermittlungen wegen politisch motivierter gefährlicher Körperverletzung

Der junge Mann trug zum Zeitpunkt des Überfalls am Freitagabend einen Pullover mit dem Emblem der israelischen Streitkräfte. Er sei vor dem S-Bahnhof Nöldnerplatz im Osten der Stadt auf seinen Glauben angesprochen und dann tätlich angegriffen worden.

"Plötzlich sprühte ihm jemand Reizstoff ins Gesicht und stieß ihn zu Boden", erklärte die Polizei. "Der oder die Täter flüchteten anschließend vom Tatort." Er konnte den Angaben zufolge nicht feststellen, ob es sich um einen Einzeltäter oder mehrere Menschen handelte.

Der 29-Jährige habe in einem Geschäft Hilfe gefunden und konnte die Polizei alarmieren. Seine Verletzungen seien ambulant behandelt worden. Wegen des Verdachts der politisch motivierten gefährlichen Körperverletzung habe der Staatsschutz des Landeskriminalamtes die Ermittlungen übernommen.

Sorge um erstarkenden Antisemitismus

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Uwe Becker, verurteilte den Angriff.

Wen jüdische Symbole oder auch Symbole des Staates Israel und seiner Institutionen zu antisemitischen Handlungen bringen, der hat in unserer Gesellschaft keinen Platz.
Uwe Becker, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft

Nach Ansicht des Antisemitismus-Beauftragten des Landes Berlin, Samuel Salzborn, wurde zuletzt ein gesellschaftliches Klima sichtbar, "in dem Antisemitismus immer wieder verharmlost und verleugnet wird". In einem solchen Klima fühlten sich antisemitische Gewalttäter bestärkt, ihrem Denken antisemitische Taten wie am Freitag folgen zu lassen.

Der Stern der jüdischen Gemeinde in Halle.

Anschlag von Halle - "Es gab nie eine Zeit ohne Antisemitismus" 

Zum zweiten Mal jährt sich der Anschlag auf die Synagoge in Halle. Antisemitismus sei allerdings nicht nur Gewalt, erklärt Dr. Julia Bernstein im Gespräch. Der beginne im Alltag.

von Jan Schneider
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