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Ministerin lobt Soldaten - Kramp-Karrenbauer: "Unglaubliches geleistet"

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Die deutschen Soldaten sind aus Afghanistan nach Deutschland zurückgekehrt. Auf dem Stützpunkt Wunstorf wurden sie von der Bundesverteidigungsministerin empfangen.

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat den Bundeswehrsoldaten für ihren Evakuierungseinsatz in Afghanistan gedankt. Die Soldaten haben mehr als 5.300 Menschen ausgeflogen.

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Nach dem Ende der Evakuierungsmission in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind die Bundeswehr-Soldatinnen und Soldaten nach Deutschland zurückgekehrt. In drei Bundeswehrmaschinen landeten sie am Freitagabend aus der usbekischen Hauptstadt Taschkent kommend auf dem niedersächsischen Fliegerhorst Wunstorf. Dort wurden sie unter anderem von der Bundesverteidigungsministerin in Empfang genommen.

Ministerin "zutiefst dankbar"

Zum Einsatz der Deutschen erläuterte Kramp-Karrenbauer, die Soldatinnen und Soldaten, die im Einsatz gewesen seien, hätten "Unfassbares gesehen" und "Unglaubliches geleistet". Es werde noch geraume Zeit dauern, dies alles zu verarbeiten. Man habe ihnen vollstes Vertrauen geschenkt und sie hätten das in sie gesetzte Vertrauen "mehr als erfüllt".

Die Bundeswehr hat ihren Evakuierungseinsatz in Afghanistan beendet. ZDF-Reporterin Elisabeth Schmidt berichtet von der Rückkehr der Soldatinnen und Soldaten nach Deutschland.

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Sie sei "zuftiefst dankbar" und ergänzte: "Wir stehen ihnen allen gegenüber in einer ganz tiefen Schuld." Die Ministerin äußerte sich auch zum Thema der Ortskräfte. An die in Afghanistan zurückgebliebenen Menschen gewandt betonte Kramp-Karrenbauer:

Wir werden alles daransetzen, Sie in den nächsten Tagen und nächsten Wochen und Monaten aus Kabul aus Afghanistan herauszuholen.
Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesverteidigungsministerin

Dazu habe es bereits erste Gespräche mit Usbekistan gegeben.

Der Islamische Staat hat sich zu dem Anschlag in Kabul bekannt. Hinzu kommt die radikal-islamische Taliban, die in Kabul die Macht übernommen hat. Droht nun ein Bürgerkrieg?

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Zuvor hatte Generalleutnant Erich Pfeffer, Befehlshaber des Einsatzführungskommandos betont, es sei "äußerst schmerzhaft zu wissen", dass es in begrenzter Zeit nicht gelungen sei, alle zu evakuieren, die für die Bundesrepublik gearbeitet hätten. Er betonte jedoch zugleich, dass ohne die Kooperation mit den USA eine "Evakuierung nicht möglich gewesen". Er hoffe, dass noch ein Weg gefunden werden, weiteren Ortskräften die Ausreise zu ermöglichen.

Brigadegeneral Jens Arlt betonte, es sei ein "hochdynamischer Einsatz" gewesen, wo jeder an seinen Belastungsgrenze gegangen sei. Er sei "mit nichts zu vergleichen", was er bisher erlebt habe.

Kritik an Form des Abzugs

Egon Ramms, ehemaliger Nato-General und ISAF-Vorgesetzter, würdigte bei ZDFheute live den Einsatz der deutschen Soldaten, kritisierte jedoch die Gesamtsituation, insbesondere den überstürzten Abzug. Auch wenn er selbst nicht gedacht hätte, dass Kabul so schnell fallen würde.

Der ehemalige Nato-General Egon Ramms sagt, er habe bereits im Mai eine Petition unterzeichnet, um Ortskräfte aus Afghanistan zu retten.

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Nach ihrer Rückkehr würden Soldaten sicher sehr darüber nachdenken, auch ob ihr Einsatz sinnvoll war. "Dann denkt man doch sehr kritisch über die Situation nach, die jetzt mit der schnellen Entwicklung des Einsatzes entstanden ist" sagte Ramms gegenüber ZDFheute live. Zum Umgang mit den Ortskräften sagte Ramms, er sehe, "dass der Beginn der Aktion vielleicht etwas zu spät war. Das ist nicht nur bedauernswert, das ist auch schlecht". Dadurch sei Vertrauen zerstört worden.

Fehler in der Vergangenheit

Dass sich der Einsatz am Ende noch so zuspitzte, "zwinge zum Nachdenken", denn "damit kann man nicht zufrieden sein". Neben anderen Faktoren sieht Ramms zwei wesentliche Versäumnisse, die die aktuelle Situation mit bedingt haben, die in der Vergangenheit liegen:

  • Das Abkommen mit den Taliban: Trump habe dieses Abkommen "ohne jede Konditionen seitens der Taliban geschlossen". Nach dem Abschluss hätten die Taliban offenbar mit verschiedenen Verantwortlichen im Land Vereinbarungen geschlossen, mit der Folge, dass die Armee und die ISAF sich rasch zurückzögen.
  • Das Fehlen eines strategischen Plans: Dazu zähle auch die Abstimmung aller Beteiligten untereinander, von der Politik, der UN über das Militär bis hin zu den NGOs.

Ramms ist überzeugt:

Wenn man einen solchen Einsatz vorhat und erfolgreich beenden will, dann muss man sich vornherein einen Masterplan erarbeiten. (...) Einen solchen Masterplan hat es für Afghanistan nie gegeben.
Gregor Ramms, General A.D.

Bei den Explosionen am Flughafen von Kabul sind mindestens 100 Menschen ums Leben gekommen. Tausende müssen zurückbleiben, während die Sorge vor weiteren Anschlägen wächst.

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Ziele offenbar "zu hoch gesteckt"

Der Einsatz sei beschlossen worden, ihn aber nur als militärische ISAF-Mission zu betrachten sei falsch. Denn dazu gehöre etwa auch Umsetzung von Demokratie, Einsatz einer Verfassung, Aufbau von Schulen oder des Gesundheitswesens. Diese Teile lägen aber nicht im Aufgabenbereich der Soldaten. 80 bis 85 Prozent gehörten zum zivilen Aufbau.

Eine westliche Demokratie – das war eine Vorstellung, und diese Vorstellung konnte nicht eingelöst werden.
Egon Ramms, General AD

Ramms resümierte: "Vielleicht hatte man die Ziele zu hoch gesteckt."

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