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"Corona Katalysator für Antisemitismus"

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Zentralrat der Juden warnt - "Corona Katalysator für Antisemitismus"

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Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland warnt vor Antisemitismus und der Verbreitung von Verschwörungstheorien durch Corona-Demos.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, während eines Interviews in Würzburg.
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, äußert sich besorgt über einen potentiellen Anstieg von antisemitischem Gedankengut.
Quelle: dpa

Die wöchentlichen Corona-Demonstrationen sorgen für Unbehagen bei Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Im Interview der "Welt am Sonntag" sagte Schuster: "Corona dient eindeutig als Katalysator für Verschwörungsmythen und auch für Antisemitismus." Jeder, der an einer Demonstration teilnimmt, müsse sich anschauen, "mit wem er sich gemein macht und letztlich dann auch dafür geradestehen".

Judensterne, Holocaustvergleiche

Schuster hält sämtliche Vergleiche der Anti-Corona-Demonstranten mit der Lage der Juden während der Zeit des Nationalsozialismus für unangebracht. Kein Bürger erfahre seit Beginn der Corona-Krise auch nur in Ansätzen die Verfolgung, die Juden durch den Holocaust erfuhren.

Dieses Verhalten ist unsäglich.
Josef Schuster

Schuster äußerte sich jedoch lobend über die Arbeit des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein. Dieser war zuletzt von 60 Wissenschaftlern und Publizisten in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin kritisiert worden. Seine Kritiker werfen Klein einen "inflationären, sachlich unbegründeten und gesetzlich unfundierten Gebrauch des Antisemitismus-Begriffs" vor.

Schuster stärkt Felix Klein

"Antisemitismus ist kein einheitliches Gebilde und kommt aus unterschiedlichen politischen Richtungen und Motiven", so Schuster. "Felix Klein bekämpft den Antisemitismus in all seinen Schattierungen. Ich kann ihn nur bestärken, darin nicht nachzulassen."

Klein wird vorgeworfen, Kritik an der Politik des Staates Israel als Antisemitismus zu deuten - eine Gleichsetzung, welche die Autoren des Briefs zurückweisen.

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