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Anfrage der Linkspartei - Mehr als eine Million Rentner arbeiten noch

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Immer mehr Rentner arbeiten auch im Alter noch. Einige, weil sie Freude am Job empfinden. Viele aber, weil sie auf das Geld angewiesen sind. Für die Linkspartei ein "Trauerspiel".

Rentnerin arbeitet in Supermarkt
Trotz hohem Alter: Eine Rentnerin arbeitet im Supermarkt.
Quelle: ZDF

Immer mehr Ältere in Deutschland gehen einer Beschäftigung nach. Im vergangenen Jahr waren:

  • 1,04 Millionen Beschäftigte 67 Jahre oder älter.
  • Davon hatten fast 600.000 noch im Alter ab 70 einen regelmäßigen Job.
  • Fast 220.000 waren sogar älter als 74 Jahre.
  • 72.000 Beschäftigte waren mindestens 80 Jahre alt.

Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag, die der Nachrichtenagentur dpa in Berlin vorliegt.

Großteil als Minijobber beschäftigt

Unter den Menschen mit einer Beschäftigung ab 67 sind 800.000 Minijobberinnen und -jobber. Bei der Kombination aus Rente und Minijob muss man sich nicht sozialversichern und die zusätzlichen Einnahmen nicht versteuern.

Besonders viele Betroffene arbeiten in folgenden Jobs/Bereichen:

  • im Büro
  • als Putzkraft
  • als Fahrerin oder Fahrer
  • in der Gebäudetechnik
  • in der Lagerwirtschaft
  • in der Zustellung

Davon sind viele Ältere - oft im Minijob - tätig. Möglich ist die Kombination mehrerer Minijobs, wenn der Gesamtverdienst bei 450 Euro bleibt.

[In Schweden wird das Gehalt nicht auf die Rente angerechnet, Arbeitgeber zahlen weniger Steuern. Altersarmut gibt es kaum. Mehr zu Schwedens System im folgenden Video:]

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Besonders Frauen auf Zuverdienst angewiesen

Bereits seit Jahren stellen Arbeitsmarktforscher fest: Menschen fühlen sich im Rentenalter nicht unbedingt reif für den Ruhestand.
Ältere sind im Schnitt auch fitter als frühere Generationen.

Zudem sind Fachkräfte stark gefragt und auch im Alter begehrt. Vor allem Frauen sind laut Experten aber auch oft auf einen Zuverdienst zur Rente angewiesen.

Linke: Im Alter aus finanzieller Not zu arbeiten ist ein "Trauerspiel"

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch, der die Anfrage gestellt hatte, sagte der dpa: "Natürlich gibt es Beschäftigte, die freiwillig bis ins hohe Alter arbeiten."

Aber bei vielen ist es die schiere finanzielle Not, etwas hinzuverdienen zu müssen.
Dietmar Bartsch, Linkenfraktionschef

Wenn Menschen, die über 70, 75, 80 oder gar über 85 Jahre alt sind, noch arbeiten müssten, sei das ein "Trauerspiel"

Rechtlich betrachtet, kann man in Deutschland über sein gesetzliches Renteneintrittsalter hinaus weiterarbeiten, vorerst ohne in Rente zu gehen oder aber als Rentnerin oder Rentner.

Eine älterer Mensch hält mehrere Geldscheine in der Hand. Ab dem 1. Januar 2021 sollte die Grundrente in Kraft treten. Arbeitsminister Heil ist aufgrund der Corona-Krise nicht mehr sicher, ob der Termin gehalten werden kann.
FAQ

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