ZDFheute

Arbeitsminister Heil will 12 Euro Mindestlohn

Sie sind hier:

Millionen Beschäftigte betroffen - Arbeitsminister Heil will 12 Euro Mindestlohn

Datum:

Fast zehn Millionen Beschäftigte in Deutschland verdienen weniger als zwölf Euro pro Stunde. Das ist jeder Vierte. Arbeitsminister Heil will diese Summe nun als Untergrenze.

Archiv: Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales.
Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales.
Quelle: dpa

Knapp zehn Millionen Deutsche verdienen weniger als zwölf Euro pro Stunde. Das ist Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ein Dorn im Auge. Er will der Mindestlohnkommission nun eine Erhöhung der Lohnuntergrenze auf zwölf Euro vorschlagen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Heil: Kommission weitere Kriterien an die Hand geben

Die Mindestlohnkommission hatte Ende Juni eine Anhebung von jetzt 9,35 Euro auf bis zu 10,45 Euro pro Stunde bis 2022 empfohlen.

"Im Moment orientiert sich die Weiterentwicklung des Mindestlohns stark an der Tarifentwicklung", sagte Heil. "Ich kann mir vorstellen, dass wir der Kommission ein weiteres Kriterium mitgeben und sie sich stärker an der Entwicklung mittlerer Einkommen - des Medians - orientiert."

Große Unterschiede zwischen Ost und West

Aus einer Antwort des Statistischen Bundesamts an die Linke im Bundestag geht hervor, dass jeder vierte Beschäftigte in Deutschland weniger als zwölf Euro pro Stunde verdient. In Ostdeutschland lag der Anteil der Beschäftigungsverhältnisse mit unter zwölf Euro in der Stunde bei 36,7 Prozent. In Westdeutschland einschließlich Berlin betraf dies 24,7 Prozent der Beschäftigten.

Erhöhung in vier Stufen -
Mindestlohn soll 2022 auf 10,45 Euro steigen
 

Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland soll in vier Stufen bis zum 1. Juli 2022 von derzeit 9,35 Euro auf 10,45 Euro steigen. Das empfiehlt die zuständige Kommission.

Videolänge:
1 min

In Hamburg verdienen Beschäftige am meisten

Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst lag deutschlandweit bei 19,37 Euro. Am niedrigsten war er mit 15,86 Euro in Mecklenburg-Vorpommern. Am meisten verdienen die Beschäftigten in Hamburg - dort waren es laut Statistik 21,90 Euro.

Nach Wirtschaftsabteilungen wurde in der Gastronomie mit durchschnittlich 10,99 Euro am wenigsten gezahlt - gefolgt von der Gebäudebetreuung und dem Garten- und Landschaftsbau mit 11,99 Euro. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linke-Fraktion, Sabine Zimmermann, sagte der dpa, viel zu viele Beschäftigte würden mit niedrigen Löhnen abgespeist.

Linke-Sprecherin: 12 Euro sind nötig

Zimmermann sagte, die jüngste Empfehlung der Mindestlohnkommission sei nicht akzeptabel und zementiere den Niedriglohnbereich:

Die Arbeitgeber haben offensichtlich eine spürbare Anhebung des Mindestlohns verhindert.
Sabine Zimmermann, Linke

Nötig sei eine Erhöhung auf 12 Euro. "Millionen Beschäftigte würden davon profitieren, vor allem im Osten", so Zimmermann. Die Mindestlohnkommission, ein Gremium aus Spitzenvertretern von Arbeitgebern und Gewerkschaften, gibt der Regierung Empfehlungen, die diese dann in der Regel umsetzt.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.