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Der Präsident, mein Dozent

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Alberto Fernandez - Der Präsident, mein Dozent

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Genug zu tun hat er. Dennoch unterrichtet Argentiniens Staatschef Alberto Fernandez regelmäßig Studierende in Buenos Aires, um die "Bodenhaftung" nicht zu verlieren.

Der argentinische Präsident Alberto Fernandez unterricht Studierende im Hörsaal.
Der argentinische Präsident Alberto Fernandez unterricht Studierende im Hörsaal.

"Für uns ist er einfach der 'Profe'. Wir respektieren seine Rolle und stellen keine Frage zu politischen Dingen", berichtet Student Emiliano Vila über seine Vorlesungen mit Alberto Fernandez. Eigentlich nichts ungewöhnliches, wäre Fernandez nicht nebenbei auch noch der Staatspräsident Argentiniens.

Doch nach seinem Wahlsieg Ende 2019 machte Fernandez sehr schnell klar, er würde gerne weiter an der Universität lehren. Natürlich nur in einem bescheidenen Umfang, aber eben doch regelmäßig.

Ein Foto mit dem Präsidenten ist begehrt

"Ich hätte nie gedacht, dass er nach seiner Wahl als Dozent weiter macht", erinnert sich Vila im Gespräch mit der Tageszeitung Clarin. Und so war die Überraschung groß, dass zu Beginn des Semesters der Name Alberto Fernandez im neuen Semesterprogramm auftauchte.

Und als der Präsident leibhaftig vor Ort erschien, gab es erst einmal Aufregung: "Viele haben versucht, ein Foto mit ihm zu bekommen."

Der argentinische Staatschef Alberto Fernandez zusammen mit einem seinen Studierenden, Emiliano Vila.
Student Emiliano Vila mit Präsident Fernandez

Und wie ist das so, Unterricht beim Staatspräsidenten?

Inzwischen hat sich die Aufregung gelegt. Der Staatschef organisiert seine wöchentliche Arbeit so, dass er montags und mittwochs von 10:00 Uhr bis 11:30 Uhr Zeit für seine Studierenden der Universidad de Buenos Aires (UBA) hat. Die Themen des Juristen sind Strafrecht und Verbrechenstheorie.

Emiliano Vila ist mit seinem Dozenten zufrieden. Vor allem weil der Fernandez den Studierenden keine Angst einflösse. Er schaffe kein Klima, das unangenehm sei, wenn man mal nichts wisse. Und er habe ihnen verraten, warum er noch unterrichtet: um die Bodenhaftung nicht zu verlieren.

Das Leben muss trotz Corona-Pandemie weitergehen

Den Unterricht behält Fernandez bei, obwohl auch Argentinien die Wucht der Corona-Pandemie immer mehr zu spüren bekommt. Zwar gab es auch bei der UBA Unterrichtsausfall, inzwischen finden die Unterrichtseinheiten aber per Video-Konferenz statt.

Auch das ist ein Signal: Das Leben und die Lehre müssen irgendwie weitergehen. Fernandez selbst bedankte sich bei seinen jungen Zuhörern "für die Geduld und ihren Einsatz. Ich habe es genossen."

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Die Universität profitiert vom Engagement des Präsidenten

Motivationsprobleme haben die Studierenden ohnehin nicht: Als er an der Reihe gewesen sei, sei Vila drei Stunden früher als üblich aufgestanden und habe sich das betreffende Kapitel angeschaut.

"Wenn er sich die Zeit nimmt, uns zu unterrichten, möchte ich vorbereitet sein", sagte Vila. Für die UBA zahlt sich das Engagement von Fernandez übrigens aus. Sie rutschte im Global QS der weltweit besten Universitäten um sieben Plätze nach oben.

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