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Konflikt um Berg-Karabach voll entbrannt

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Armenien und Aserbaidschan - Konflikt um Berg-Karabach voll entbrannt

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Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die umstrittene Region Berg-Karabach ist neu entfacht. Bei Gefechten soll es Tote und Verletzte gegeben haben.

Nach Jahren relativer Ruhe hat sich der armenisch-aserbaidschanische Konflikt um die Kaukasusregion Bergkarabach zugespitzt. Das Kriegsrecht wurde ausgerufen.

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In der Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus ist es zwischen den verfeindeten Ländern Aserbaidschan und Armenien nach Angaben beider Seiten zu schweren Gefechten gekommen. Die Gebietshauptstadt Stepanakert sei beschossen worden, die Menschen sollten sich in Sicherheit bringen, hieß es.

Auf beiden Seiten gab es nach jeweils eigenen Angaben Tote und Verletzte, darunter auch Zivilisten.

Karte: Armenien Bergkarabach
Quelle: ZDF

Gegenseitige Schuldzuweisungen im Konflikt

Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in der armenischen Hauptstadt Eriwan, Schuschan Stepanjan, sagte, die Kämpfe hätten am Sonntag mit einem aserbaidschanischen Angriff begonnen.

Aserbaidschan wies diese Darstellung zurück: Der Angriff sei von den Armeniern ausgegangen und aserbaidschanische Einheiten hätten dann einen Gegenangriff gestartet.

Armenien ruft Kriegsrecht aus

Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan rief das Kriegsrecht aus und ordnete die Generalmobilmachung an. Aserbaidschans "autoritäres Regime hat dem armenischen Volk erneut den Krieg erklärt", sagte er im armenischen Fernsehen.

"Wir stehen vor einem umfassenden Krieg im Südkaukasus", der für die Region und möglicherweise auch darüber hinaus "unabsehbare Folgen haben könnte". Er rief seine Landsleute am Sonntag in einem Facebook-Eintrag auf, sich für die Verteidigung des "heiligen Vaterlandes" bereitzuhalten.

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Kriegszustand in Landesteilen von Aserbaidschan

Aserbaidschan will nach der Eskalation in der Region Berg-Karabach ab Mitternacht das Kriegsrecht verhängen.

Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew kündigte in einer Fernsehansprache derweil den "Sieg" über die "Separatisten" an. "Die aserbaidschanische Armee kämpft heute auf ihrem Territorium, verteidigt die territoriale Integrität, fügt dem Feind verheerende Schläge zu", erklärte er.

EU fordert Ende der Kampfhandlungen

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell forderte ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen und die Rückkehr an den Verhandlungstisch. Die Minsk-Gruppe der OSZE mit Russland, den USA und Frankreich als Ko-Vorsitzenden stehe dafür als Vermittler bereit, erklärte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD).

Ich rufe beide Konfliktparteien dazu auf, sämtliche Kampfhandlungen und insbesondere den Beschuss von Dörfern und Städten umgehend einzustellen.
Heiko Maas, Außenminister (SPD)

UN-Generalsekretär António Guterres hat sich beunruhigt über die Eskalation des Konflikts gezeigt. Er sei "extrem besorgt", hieß es in einer Mitteilung seines Sprechers vom Sonntag. Guterres verurteile den Einsatz von Gewalt und fordere alle Beteiligten zu einem sofortigen Ende der Kämpfe und der unverzüglichen Rückkehr zu Verhandlungen auf. Auch Russland rief zu einer sofortigen Waffenruhe auf.

Türkei stellt sich an die Seite Aserbaidschans, Iran will vermitteln

Die Türkei stellte sich umgehend auf die Seite Aserbaidschans. Der Sprecher der Regierungspartei AKP, Ömer Celik, verurteilte per Twitter "vehement Armeniens Angriff auf Aserbaidschan". Das sei eine weitere armenische Provokation.

Der Iran hat angeboten, im Konflikt zwischen den beiden Nachbarstaaten Armenien und Aserbaidschan als Vermittler zu agieren. Teheran pflegt zu beiden Staaten gute diplomatische Beziehungen und hat im Konflikt schon in der Vergangenheit vermittelt.

Das Auswärtige Amt rät von Reisen in die Region ab

Das Auswärtige Amt verwies in einem Reise- und Sicherheitshinweis darauf, dass "erneut Kampfhandlungen" in der Region ausgebrochen seien: "Von Reisen in die Region und in das gesamte Grenzgebiet zu Aserbaidschan wird dringend abgeraten."

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