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Jurist, Journalist, Politiker - "Keine Inszenierung, sondern Armin Laschet"

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Seine Frau lernte er im Kirchen-Kinderchor kennen. Sein Wunsch war es, Journalist zu werden. Letztlich zog es ihn in die Politik - bis zum CDU-Vorsitz. Armin Laschet - ein Porträt.

Regierungserfahrung bringt Laschet mit, die Leitung eines großen Landes und den Ausgleich zwischen unterschiedlichen Interessen, sagt er über sich selbst. (Archiv)

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Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet soll als neuer Vorsitzender die CDU in das Superwahljahr führen. Bei der Online-Stichwahl setzte er sich mit 521 Stimmen gegen Friedrich Merz mit 466 Stimmen durch. In seiner Bewerbungsrede positionierte sich Laschet nochmals als Kandidat der Mitte und  setzte auf Authentizität: "Ich bin nicht der Mann der perfekten Inszenierung, sondern Armin Laschet." Welche Werte vertritt der 59-Jährige und was prägt sein politisches und persönliches Leben?

Der Katholik Laschet

Armin Laschet wuchs in Aachen als Sohn eines Bergmanns auf, der später dank Förderung zum Lehrer umschulte. Dass er und seine drei Brüder studieren konnten, sei keine Selbstverständlichkeit, seinen Eltern aber sehr wichtig gewesen.

Mein Vater hat mir so gezeigt, dass sich Arbeit lohnt und dass Aufstieg möglich ist.
Armin Laschet, CDU-Vorsitzender

Als Jugendlicher war Laschet Messdiener und Gruppenleiter in seiner Pfarrgemeinde. Die Kirche ist nicht nur der Ort, an dem er erste Kontakte zur CDU knüpfte - auch seine Frau Susanne lernte er im dortigen Kinderchor kennen und heiratete sie mit 24 Jahren. Die Buchhändlerin und der Politiker haben drei erwachsene Kinder.

Vor der Wahl des neuen CDU-Parteivorsitzes sprechen die Kandidaten zu den Delegierten. Die Rede von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sehen Sie hier in voller Länge.

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Seinen Wunsch, nach dem Jura-Studium Journalist zu werden, setzte Laschet beim Bayerischen Fernsehen und dem Privatsender Radio Charivari um. Doch zog ihn die Liebe zum Aachener Dom, zu Karneval und Reitturnier ins Rheinland zurück. "Das ist für mich Heimat, Abendland, Europa", wie er erklärte. 1991 wurde er Chefredakteur der Kirchenzeitung für das Bistum Aachen; von 1995 bis 1999 war er Leiter und Geschäftsführer des Aachener Einhard Verlags, ehe er ganz in die Politik wechselte.

Paraderolle als NRW-Ministerpräsident

Armin Laschet ist seit 2017 Ministerpräsident des größten deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Diese Regierungserfahrung qualifiziere ihn grundsätzlich auch für das Kanzleramt, antwortet Laschet regelmäßig in Interviews.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ist zu Gast bei "Markus Lanz". Thema ist unter anderem der Umgang der Bundesländer mit der Corona-Krise.

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Und betont auch ungefragt gerne, dass er schon mal eine Wahl gewonnen habe - hilfreich für einen Parteivorsitzenden der CDU. Zudem kann er als Ministerpräsident in der Corona-Krise auch zeigen, wie gut er regieren kann.

Abzüge in der Corona-Pandemie

Nordrhein-Westfalen ist gemessen an Infektionszahlen und Wirtschaftsdaten vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Aber die Stimmung ist anders, laut jüngsten Umfragen ist das Vertrauen in die von Laschet geführte Regierung sehr gering.

Die Krisenkommunikation des Ministerpräsidenten ist deutlich schlechter als sein Krisenmanagement. Der Eindruck von verrutschter Maske und fahrigen Talkshowauftritten überlagert Laschets Stärken: Als Mann der Mitte kann er gerade in Krisenzeiten Menschen einbinden.

Laschet vereinte die intrigenreiche NRW-CDU

Armin Laschets Trumpf ist sein Talent des Ausgleichs. Die intrigenreiche CDU Nordrhein-Westfalen hat er als Parteichef geeint, seinen Koalitionspartner FDP behandelt er so pfleglich, dass er trotz knapper Mehrheit weitgehend geräuschlos regieren kann.

Laschets Schwäche ist sein gelegentlich schlampiges Handwerk: Exemplarisch die Anekdote, als er 2014 als Lehrbeauftragter der Universität Aachen die Klausuren der Studierenden verbummelte und anschließend benotete - auch solche, die gar nicht mitgeschrieben hatten.

Spitzname "Türken-Armin"

Mehr Westen als Laschet geht nicht, Europa ist dem Mann aus dem Dreiländereck ein Herzensanliegen. Auch in Pandemiezeiten tritt er für offene Grenzen ein und stets für eine offene Gesellschaft.

Als junger Politiker im Bonn der 1980er-Jahre sucht der CDU-Mann Kontakt zu den Grünen, wird später erster Integrationsminister Deutschlands, bekommt den Spitznamen "Türken-Armin". Laschet steht zu seinen Überzeugungen und wird wohl Merkels Kurs der Mitte weiter gehen.

Armin Laschet ist neuer CDU-Vorsitzender. Shakuntala Banerjee erklärt, warum eine Neuausrichtung der CDU damit ausbleibt.

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