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Corona nicht die einzige Ursache - Deutlich weniger Asylanträge im Jahr 2020

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In Deutschland gab es 2020 weniger Asylbewerber. Innenminister Seehofer führt das auf Corona und die eigene Politik zurück - Pro Asyl auf die "rigorose Grenzabriegelung Europas".

Weil andere Routen gefährlicher und die EU-Außengrenzen immer besser bewacht werden, wagen mehr und mehr Menschen aus Westafrika die Flucht über den Atlantik. Doch die Überfahrt ist riskant und kostet viele Flüchtende das Leben.

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Im vergangenen Jahr haben in Deutschland viel weniger Menschen einen Asylantrag gestellt als im Vorjahr.

Wie das Innenministerium am Sonntag mitteilte, ist im vergangenen Jahr für 102.581 Menschen erstmals ein Asylantrag in Deutschland gestellt worden. Darunter sind 26.520 Anträge auf Schutz, die in Deutschland geborene Kinder im Alter von unter einem Jahr betreffen. 2019 waren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 142.509 Asylerstanträge eingegangen.

CDU: EU-Asylsystem muss reformiert werden

Mit über 100.000 Asylbewerbern sei die Zahl derjenigen, die in Deutschland 2020 Aufnahme begehrt hätten, immer noch zu hoch, sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg (CDU) - zumal der Rückgang stark durch die Corona-Pandemie beeinflusst sei.

Vor allem die Sekundärmigration - also das Weiterwandern quer durch Europa nach Deutschland - bleibt ein Kernproblem.
Mathias Middelberg (CDU), innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion

Die Reform des EU-Asylsystems bleibe deshalb laut Middelberg auf der Tagesordnung.

Die meisten Geflüchteten kamen aus Syrien

Bei Menschen - Kinder, Jugendliche oder Erwachsene -, die nach Deutschland eingereist sind und Asyl beantragt haben, spricht das Ministerium seit einiger Zeit von "förmlichen grenzüberschreitenden Asylanträgen".

Die Hauptherkunftsländer dieser Menschen waren im vergangenen Jahr Syrien (25.373), Afghanistan (8.051) und der Irak (7.355). Bei 2.878 der neu ins Land gekommenen Schutzsuchenden gilt die Herkunft als ungeklärt.

Die Situation im Flüchtlingslager Kara Tepe ist eine enorme psychische Belastung. Kinder hätten Panikattacken, manche begingen Suizidversuche, berichten Hilfsorganisationen.

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Seehofer: Zahl der Asylanträge nicht nur wegen Corona gesunken

Deutschland habe vielen Menschen in Not geholfen und sie aufgenommen, sagte Seehofer. Gleichzeitig sei die Zahl der Asylbewerber erneut stark gesunken.

"Der Rückgang der Asylanträge in 2020 ist aber nicht allein auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, denn die Zahlen sinken schon das vierte Jahr in Folge", bilanzierte der Minister. Das zeige:

Unsere Maßnahmen zur Steuerung der Migration wirken. Wir sind auf dem richtigen Weg.
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)

Pro Asyl: Europa habe sich abgeriegelt

"Diese geringen Zugangszahlen sind eine Folge der rigorosen Grenzabriegelung Europas", kommentierte Pro Asyl. Die griechisch-türkische Landgrenze, die ungarische und kroatische EU-Außengrenze seien systematisch abgeriegelt worden.

Schutzsuchende säßen bei winterlichen Temperaturen in Bosnien im Elend fest, ohne eine Perspektive auf Schutz. Dabei zeigten die aktuellen Asylzahlen: "Deutschland hat Platz."

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