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"Das ist kein Ja-Amen-Prozess"

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Reaktionen auf Endlager-Bericht - "Das ist kein Ja-Amen-Prozess"

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Gorleben ist raus, stattdessen könnten auch Teile Bayerns geeignet sein für einen Standort, so der Zwischenbericht zur Suche nach einem Atommüll-Endlager. Kritik kommt aus München.

Etwa die Hälfte Deutschlands kommt geologisch für die Endlagerung von Atommüll in Betracht. Das geht aus dem Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung hervor.

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Bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager für Deutschland scheidet das niedersächsische Gorleben aus, dafür rücken weite Teile Bayerns in den Blickpunkt. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) schloss in ihrem am Montag veröffentlichten Zwischenbericht die Gesteinsschichten unter Gorleben als instabil aus: "Der Salzstock Gorleben wird daher nicht bei den weiteren Arbeiten der BGE zu den Vorschlägen über die Standortregionen betrachtet." Dafür kommt unter anderem Bayern in die Diskussion, da das Granitgestein dort grundsätzlich als geeignet für ein unterirdisches Lager für hochradioaktiven Müll genannt wird.

Geologen liefern Daten dafür, wie wird das Entscheidungs-Verfahren für ein Atommüll-Endlager ablaufen? Dazu ZDF-Korrespondentin Shakuntula Banerjee.

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Aus Bayern kommt entsprechend Kritik: Es werde wegen der zahlreichen Gebiete "eine enorme Verunsicherung im Land" entstehen, mahnte Ministerpräsident Markus Söder. Zwar gebe es von Bayern "keine Totalblockade", aber man werde das Verfahren "sehr konstruktiv und kritisch begleiten". Dass die BGE den Salzstock bei Gorleben als Endlagerstandort ausgeschlossen hatte, sei nicht überzeugend. Die Gründe dafür seien nicht schlüssig. "Das ist kein Ja-Amen-Prozess."

Auch Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) erklärte, das weitere Verfahren habe ohne Gorleben "ein Glaubwürdigkeitsproblem".

In Bayern regt sich Kritik am Endlager-Zwischenbericht - etwa von Wirtschaftsminister Aiwanger

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Bundesgesellschaft für Endlagerung weist Kritik aus Bayern zurück

Die BGE wies die Kritik aus Bayern kategorisch zurück. "Wir arbeiten rein wissenschaftlich", so Geschäftsführer Stefan Studt. Dass Bayern die Auswahl von zerklüftetem Granitgestein nun kritisiere, sei überraschend. Bayern habe immerhin dem bundesweiten Suchverfahren wiederholt zugestimmt.

Er betonte, dass die Kritik aus den Ländern nicht das Verfahren generell beschädige. Das Vertrauen in der Bevölkerung sei ein "entscheidender Punkt im neuen Suchverfahren". Dieses dürfe nicht durch kritische Anmerkungen zu Beginn des Verfahrens wieder in Frage gestellt werden.

Anti-Atom-Aktivisten begrüßen Ausschluss von Gorleben

Anti-Atomkraft-Aktivisten indes begrüßen den Ausschluss des Salzstocks Gorleben. Mit dem Zwischenbericht der BGE werde ein "43 Jahre alter Fehler endlich geheilt", sagte Jochen Stay, der Sprecher der Organisation "ausgestrahlt". Die Grünen-Umweltpolitikerin Sylvia Kotting-Uhl sagte: "Der Zwischenbericht zeigt, wie richtig unser jahrzehntelanger Widerstand gegen Gorleben war".

Laut SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch gebe die Entscheidung der Bundesgesellschaft allen recht, die gegen ein Atomendlager im Salzstock Gorleben gekämpft hätten.

Es ist für Deutschland eine der größten Herausforderungen in einem fairen, lernbereiten und kompromissfähigen Verfahren, ein atomares Endlager zu finden.
Matthias Miersch, SPD-Fraktionsvize

90 Gebiete grundsätzlich geeignet

Die BGE hatte in ihrem ersten Zwischenbericht zur Endlagersuche 90 Gebiete in Deutschland definiert, die günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager vorweisen. Dabei wurden die vorhandenen Wirtsgesteine Salz, Ton und Granit untersucht. Berücksichtigt man die Überlagerung einiger Gebiete, ist laut Bericht in Deutschland ein Anteil von 54 Prozent der Landesfläche als Teilgebiet ausgewiesen.

Eine Person mit Stirnlampe steht in einem Stollen des Erkundungsbergwerk Gorleben

Wohin mit dem Atommüll? -
Endlager: 90 Gebiete im Visier
 

Bundesweit sind 90 Gebiete grundsätzlich für ein Atommüll-Endlager geeignet, so ein Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung. Der Salzstock Gorleben ist nicht dabei.

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