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FAQ

Nach Putins Kriegserklärung : Warum nun sogar von Atomwaffen die Rede ist

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Die Folgen des Ukraine-Krieges sind viel weitreichender als bei anderen regionalen Konflikten. Selbst der Einsatz von Atomwaffen scheint nicht völlig ausgeschlossen - warum?

Folgen eines nächtlichen Beschusses eines Wohngebiets in Kiew, Ukraine
Wohngebiet in Kiew: Zerstörungen nach Beschuss
Quelle: epa

Als Wladimir Putin in seiner Fernsehansprache der Ukraine den Krieg erklärte, betonte er auch, dass Russland heute eine "der mächtigsten Nuklearmächte der Welt" sei.

Wer auch immer versucht, uns zu behindern, geschweige denn eine Bedrohung für unser Land und unser Volk zu schaffen, muss wissen, dass die Antwort Russlands sofort erfolgen und zu Konsequenzen führen wird, die Sie in Ihrer Geschichte noch nie erlebt haben.
Wladimir Putin, russischer Präsident

Droht Putin wirklich mit Atomwaffen?

Auf die Frage, ob das eine Drohung sei, Atomwaffen einzusetzen, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bei "Markus Lanz": "Ja, so muss man das verstehen." Der Angriff auf die Ukraine sei rational nicht so zu erklären, so Habeck. Die Irrationalität, die daraus spricht, mache die Lage so gefährlich. Natürlich glaube man nicht, dass er es ernst meint mit einem atomaren Erstschlag, ...

... aber wir haben auch nicht vorhergesehen, dass es zu so einem Zangenangriff kommt, wie wir ihn seit 75 Jahren nicht gesehen haben. Daher müssen wir Putins Drohung zum Einsatz von Atomwaffen ernst nehmen.
Robert Habeck, Bundeswirtschaftsminister

Ex-Außenminister Sigmar Gabriel deutet Putins Rhetorik ähnlich und warnte vor einem militärischen Eingriff der Nato. Im ZDF-Morgenmagazin sagte er:

Wollen wir wirklich in einen Nuklearkrieg mit Russland eintauchen? Das wäre nämlich die Konsequenz, wenn die Nato eingreifen würde. Das will nicht mal die Ukraine. Das würde Europa zum nuklearen Schlachtfeld machen.
Sigmar Gabriel, ehemaliger Bundesaußenminister

Man habe lange gehofft, dass man mit Russland verhandeln könne, das hätte Russland nun zerstört, so der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD).

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6 min
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Auch die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN), die 2017 den Friedensnobelpreis erhielt, sieht die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes:

Von seinen Worten und Taten her ist klar, dass der Einsatz von Atomwaffen immer auf dem Tisch ist und das Risiko eines Atomwaffeneinsatzes steigt.
Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN)

Wie groß ist die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes?

Im Kalten Krieg wussten die Sowjetunion und die USA, dass im Falle eines Atomangriffs ein Vergeltungsschlag der Gegenseite zu befürchten ist. Diese Konstellation hat sich bis heute nicht grundlegend geändert. Russland und die USA besitzen nach wie vor mit Abstand die meisten Atomwaffen.

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Das habe Putin aber nicht davon abgehalten, die Ukraine anzugreifen, stellt SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich fest: "Ich habe weiterhin grundsätzliche Zweifel an nuklearen Abschreckungskapazitäten." Die Abschreckung habe offensichtlich nicht so gewirkt, wie deren Verfechter immer wieder gedacht hätten.

In einer gemeinsamen Erklärung hatten Russland, die USA, China, Frankreich und Großbritannien erst im Januar bekräftigt, einen Krieg mit Nuklearwaffen um jeden Preis verhindern zu wollen. Dass dieses Bekenntnis für Putin keine hohe Priorität hat, wurde nun mit seiner Drohung an den Westen deutlich.

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri rechnet trotzdem eher nicht mit einem Einsatz von nuklearen Waffen. "Ich glaube nicht, dass ein Atomkrieg eine wahrscheinliche Folge dieser Krise ist", sagte Sipri-Direktor Dan Smith der dpa.

Wenn Atomwaffen existieren, dann gibt es aber leider natürlich immer diese kleine Möglichkeit. Und das wäre katastrophal.
Dan Smith, Direktor des Friedensforschungsinstituts Sipri

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Wie glaubwürdig ist Putins Behauptung, die Ukraine wolle Atomwaffen herstellen?

Putin droht nicht nur selbst mit dem Einsatz von Atomwaffen, er unterstellt auch der Ukraine, Atomwaffen herstellen zu wollen. In einer Fernsehansprache am Montag sagte er: "Wir wissen, dass es bereits Berichte gab, die Ukraine wolle ihre eigenen Atomwaffen herstellen." Die Ukraine verfüge immer noch über sowjetische Nukleartechnologien und Trägersysteme für solche Waffen, so der russische Präsident.

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA sieht dafür allerdings keinerlei Belege. "Unsere Agentur hat keine Hinweise dafür gefunden, dass in der Ukraine deklariertes Nuklearmaterial aus der friedlichen Nutzung von Nuklearenergie abgezweigt wird", sagte ein IAEA-Sprecher dem "Tagesspiegel". Die Behörde mit Sitz in Wien überwacht unter dem Dach der Vereinten Nationen die zivile Nutzung der Atomkraft und die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags.

Nach dem Ende des Kalten Kriegs war die nun unabhängige Ukraine zunächst die drittgrößte Atommacht der Welt. Aus Kostengründen und auf Druck des Westens verzichtete das Land damals auf seine Atomwaffen.

Immer wieder hat Russlands Präsident Putin betont, keine militärische Aggression zu wollen. Um es am Ende doch zu tun.

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Gibt es in Deutschland Atomwaffen?

Als einziger deutscher Standort für US-Atomwaffen gilt der Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz. Allerdings gibt es dazu keine offizielle Bestätigung der USA. Unklar ist auch, wie viele Atomwaffen sich auf dem Stützpunkt befinden. In Büchel demonstrieren regelmäßig Atomwaffengegner. Die deutsche Luftwaffe bildet dort im Rahmen der Nato Jagdbomberpiloten für den Einsatz mit Atomwaffen aus.

Weitere US-Atomwaffen sollen in Belgien (Peer), Italien (Aviano, Ghedi), den Niederlanden (Uden) und der Türkei (Incirlik Air Base) gelagert sein.

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