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Sipri-Bericht zu Atomwaffen : Friedensforscher warnen vor neuem Wettrüsten

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Das Friedensforschungsinstitut Sipri sieht ein wachsendes Atomwaffen-Risiko, weil die Atommächte ihre Arsenale weiter ausbauen. Experten sprechen von einem "alarmierenden Trend".

Dieses von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Verfügung gestellte Bild zeigt Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, vor dem Test einer neuartigen, atomwaffenfähigen, ballistischen Interkontinentalrakete.
Sipri geht davon aus, dass die Atomwaffenarsenale in der Welt schon bald wieder größer werden.
Quelle: kcna/dpa

Weil die Atommächte ihre Arsenale kontinuierlich modernisieren oder erweitern, befürchtet das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri ein neues atomares Wettrüsten. Institutsdirektor Dan Smith sagte:

Das Risiko eines Einsatzes atomarer Waffen scheint heute höher als je zuvor seit dem Höhepunkt des Kalten Krieges.
Dan Smith, Sipri-Institut

Zwar habe sich die Zahl nuklearer Sprengköpfe weltweit weiter verringert, allerdings sei damit zu rechnen, dass die Bestände in den nächsten zehn Jahren wieder steigen. Sipri-Forscher Wilfred Wan sprach von einem "alarmierenden Trend".

Sipri: 12.705 atomare Sprengköpfe weltweit

Laut dem Sipri-Bericht besaßen die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea zu Beginn dieses Jahres insgesamt 12.705 atomare Sprengköpfe und damit 375 weniger als Anfang 2021.

Die Anzahl der operativ einsetzbaren Nuklearsprengköpfe schätzen die Friedensforscher aktuell auf 3.732. Davon würden etwa 2.000 Sprengköpfe auf hoher Alarmstufe bereitgehalten. Fast alle seien im Besitz Russlands oder der USA.

Das Video zeigt, welche Länder Atomwaffen besitzen und wie Besitz und Einsatz solcher Massenvernichtungswaffen kontrolliert werden sollen.

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Russland, USA besitzen 90 Prozent aller Nuklearwaffen

Sipri-Forscher Wan sagte, die meisten Atommächte schärften "ihre nukleare Rhetorik und verdeutlichen die Rolle, die diese Waffen innerhalb ihrer militärischen Strategien spielen".

Anfang 2020 gab es weltweit noch 13.400 nukleare Sprengköpfe. Der Rückgang wird vor allem der Entsorgung ausrangierter Sprengköpfe durch Russland und die USA zugeschrieben. Zusammen besitzen beide Länder mehr als 90 Prozent aller Nuklearwaffen.

"Gemischte Signale" in Nukleardiplomatie

Die Verringerung war im bilateralen Abrüstungsabkommen "New Start" im Jahr 2010 vereinbart worden. Kurz vor dessen Auslaufen im Februar 2021 wurde es um fünf Jahre verlängert.

Schon damals bemängelte Sipri, dass es kaum Aussichten auf eine zusätzliche bilaterale nukleare Rüstungskontrolle gebe. Nun sprechen die Friedensforscher von "gemischten Signalen" in der Nukleardiplomatie.

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEO hat Iran eine Rüge erteilt, zu engerer Kooperation bei der Kontrolle des Atomprogramms aufgerufen. Das Regime reagiert scharf, schaltet Überwachungskameras ab. IAEO-Chef Grossi spricht von einem "fatalen Schlag".

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3 min
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UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen

Im Januar 2021 trat der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen in Kraft, der bis Mai von 86 Staaten unterzeichnet und von 61 Ländern ratifiziert wurde. Atommächte wie die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien lehnen das Abkommen jedoch ab.

Kritiker warnen schon länger, dass etwa die USA auf sogenannte "Mini-Nukes" mit geringerer Sprengkraft setzen, die gezielter eingesetzt werden können, aber ähnlich zerstörerisch sind.

Ukraine-Krieg blockiert Gespräche

Wegen des Ukraine-Krieges seien die bilateralen Gespräche zwischen Russland und den USA ins Stocken geraten, erklärten die Friedensforscher.

Grafik: Friedensforscher*innen erwarten steigende Zahl von Atomsprengköpfen

Russland habe sogar offen mit dem möglichen Einsatz von Atomwaffen gedroht. Auch keiner der anderen Nuklearwaffen-Staaten führe Rüstungskontrollverhandlungen.

Sipri: China rüstet massiv auf

Nach Sipri-Angaben erweitert zum Beispiel China sein Arsenal - Satellitenbilder zeigten den Bau von mehr als 300 neuen Raketensilos. Großbritannien hatte 2021 angekündigt, die Obergrenze für seinen gesamten Vorrat an Sprengköpfen zu erhöhen.

Frankreich startete derweil im Februar 2021 ein Programm zur Entwicklung strategischer Atom-U-Boote der dritten Generation mit ballistischen Raketen.

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