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Nach mutmaßlichem Sabotageakt - Teheran: Uran auf 60 Prozent angereichert

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Nach dem mutmaßlichen Sabotageangriff auf eine iranische Atomanlage baut Teheran sein Nuklearprogramm weiter aus - wohl auch, um den Druck auf Partner des Atomabkommens zu erhöhen.

Archiv: Iranische Urananreicherungsanlage Natanz
In der iranischen Anlage Natans wird das Uran angereichert.
Quelle: epa

Der Iran hat in der Nacht zum Freitag zum ersten Mal Uran bis auf 60 Prozent angereichert. Das gab der iranische Atomchef Ali Akbar Salehi laut der Nachrichtenagentur Fars bekannt.

EU: Irans Schritt "beunruhigend"

Bisher war in der Atomanlage Natans mit den neuen im Land hergestellten Zentrifugen eine Uran-Anreicherung auf maximal 20 Prozent erfolgt. Mit der Steigerung auf 60 Prozent will das Land den Druck auf die Partner des Atomabkommens von 2015 erhöhen, die US-Sanktionen zurückzunehmen und zu den Vereinbarungen zurückzukehren.

Ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell sprach am Freitag in Brüssel von einer "sehr beunruhigenden Entwicklung". Aus EU-Sicht gebe es für das Handeln keine glaubwürdige Erklärung oder nichtmilitärische Rechtfertigung.

Teheran stellt Bedingungen

Präsident Hassan Ruhani hatte den Schritt am Donnerstag angekündigt und als Reaktion auf den Sabotageangriff auf die Atomanlage Natans am vergangenen Sonntag bezeichnet. Für den Sabotageakt machte er Israel verantwortlich. Der Iran könne sein Uran sogar auf 90 Prozent anreichern - und damit atomwaffentauglich machen - aber das Land habe ein Atomwaffenprogramm nie gewollt und wolle es auch jetzt nicht, sagte der Präsident.

Außerdem sei der Iran bereit, zur unstrittigen Anreicherung auf maximal 3,67 Prozent zurückzukehren, wenn das Abkommen von allen Partnern umgesetzt und die US-Sanktionen aufgehoben würden.

Das Wiener Abkommen sollte den Iran vom Bau einer Atombombe abhalten, ohne ihm die zivile Nutzung der Kernkraft zu verwehren. Die USA waren unter Präsident Donald Trump aus dem Abkommen ausgestiegen und hatten versucht, den Iran wirtschaftlich mit Sanktionen zu drangsalieren. Trumps Nachfolger Joe Biden sucht derzeit einen Weg zurück zu den Vereinbarungen.

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