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Friedensnobelpreisträgerin - Aung San Suu Kyi: Umstrittene Ikone Myanmars

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Der Konflikt zwischen Militärs und demokratischen Kräften in Myanmar ist wieder da. Und wie in der Vergangenheit dreht sich viel um Aung San Suu Kyi.

Staatsrätin Aung San Suu Kyi und andere führende Politiker sind nach einem Militärputsch festgenommen worden.

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Sie stehen sich wieder Gegenüber: Auf der einen Seite die Armee, die sich am Montag unter fadenscheinigen Begründungen in Myanmar erneut an die Macht putschte.

Und auf der anderen Seite die demokratischen Kräfte unter Führung von Staatsrätin Aung San Suu Kyi. In den vergangenen Jahren hatte die Friedensnobelpreisträgerin - nach Meinung vieler Beobachter - immer mehr die Züge einer opportunistischen Machtpolitikerin angenommen.

Aung San Suu Kyi wurde in ihrer Heimat zur Ikone, seit sie die Wahl 1990 gewann. Der Sieg wurde vom bis dahin herrschenden Militär annulliert. Suu Kyi musste - mit kurzen Unterbrechungen - 20 Jahre unter Hausarrest bleiben. 1991 erhielt sie den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit.

Suu Kyi gilt als beratungsresistent

Die erste freie Wahl nach 20 Jahren im November 2015 katapultierte die politisch unerfahrene Aung San Suu Kyi jäh in die Realität. Sie wurde Außenministerin und durch den eigens für sie geschaffenen Posten einer Staatsrätin die faktische Regierungschefin.

Die Machtfülle ist gleichzeitig aber auch das Menetekel der Frau, die bei vielen als herrisch, kritik- und beratungsresistent gilt. Diese Charaktereigenschaften erschwerten ihr auch den Umgang mit der Armee, die in sicherheitspolitischen Fragen das alleinige Sagen hat.

Aung San Suu Kyis politische Bilanz:

Nach fünf Jahren an der Macht fällt die reform-, wirtschafts- und friedenspolitische Bilanz der NLD und ihrer Chefin ernüchternd aus:

  • Ein Bürgerkrieg im Bundesstaat Kachin ist eskaliert, seit Ende 2018 kamen weitere hinzu.
  • Myanmar ist vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen des Völkermords an den Rohingya angeklagt.
  • Die bescheidenen wirtschaftlichen Erfolge sind durch die Corona-Pandemie gefährdet.
  • Desillusioniert haben sich zudem die ethnischen Minderheiten von ihr abgewandt, die 2015 die NLD in Scharen gewählt hatten.

Dennoch gewann die Partei und ihre charismatische Führerin bei den Parlamentswahlen im November 2020 deutlich. Die Armeeführung reagierte mit der kruden Behauptung, es habe dabei Manipulationen gegeben, und begründete damit auch ihren aktuellen Gewaltstreich.

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