Fachkräftemangel: Bei Behörden stauen sich die Anfragen

    Fachkräftemangel belastet Ämter:Bei Behörden stauen sich die Anfragen

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    Zehntausende Anträge und Mails warten in deutschen Ausländerbehörden auf Bearbeitung. Auch hier ist deutlich zu spüren. Es fehlt an Personal.

    Archiv: Eine Decke gehüllt wartet am 07.06.2017 eine Frau aus Lugansk zusammen mit ihrem Freund am Eingang der Ausländerbehörde in Frankfurt.
    Warteschlangen vor der Ausländerbehörde in Frankfurt.
    Quelle: DPA

    Die Ausländerbehörden in Deutschlands großen Städten kommen einem Bericht zufolge mit der Beantwortung von Anfragen und Anträgen oft nicht hinterher. Allein in München seien derzeit 25.000 E-Mails und Online-Anträge unbeantwortet, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". In Stuttgart seien es 15.000, in Essen 4.000.

    Auch Berlin "extrem belastet"

    Die Zeitung hatte in den zehn größten deutschen Städten abgefragt, inwieweit unbeantwortete Anliegen bei den Ausländerbehörden aufgelaufen seien. Mehrere Kommunen waren allerdings nicht in der Lage, konkrete Angaben zu machen. Aus der größten deutschen Stadt Berlin wurde dem Bericht zufolge lediglich mitgeteilt, das zuständige Landesamt sei "extrem belastet".
    Bisher mussten die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ihre Anträge bei den Einwanderungsbehörden stellen. Von heute an haben sie Anspruch auf Leistungen aus der Grundsicherung.01.06.2022 | 2:39 min
    Zu wenig Personal bei immer mehr Aufgaben - so müssen die Behörden etwa die Anträge von Ukrainern auf Grundsicherung bearbeiten:
    Die Zeitung interessierte sich mit Blick auf den Fachkräftemangel insbesondere für die Rückstände in diesem Bereich. Aus Hamburg wurde demnach mitgeteilt, dass der Rückstau in der zentralen Servicestelle für potenzielle Fachkräfte auf weniger als 2.500 Anfragen reduziert worden sei.

    Behörde: Anfragen nicht gleich Fälle

    In München betreffen nach Angaben der Stadt 17 Prozent der offenen Anfragen Akademiker, etwa ein Viertel davon Studenten, wie die "FAZ" weiter berichtete. Der Rest lasse sich nicht genauer aufschlüsseln, teilte ein Sprecher demnach mit. Er betonte wie auch Vertreter anderer Städte, dass sich hinter den 25.000 Anfragen nicht 25.000 Fälle verbergen würden. Viele Menschen schrieben mehrere E-Mails, erläuterte der Sprecher.

    Großer Personalmangel in Behörden

    Als einen zentralen Grund für die Überlastung nannten die Behörden laut der "FAZ", dass diese unter großem Personalmangel litten. So seien in München knapp 97 von 479 Stellen unbesetzt, also rund jede fünfte. In Stuttgart sei es jede dritte, in Düsseldorf fast jede vierte Stelle.
    Hinzu komme, dass die Rechtslage äußerst komplex sei. Das führe zum einen zu langwierigen Verfahren und zum anderen dazu, dass die Einarbeitung neuer Mitarbeiter sehr viel Zeit benötige, erklärten die Städte der Zeitung zufolge. Außerdem seien die Fallzahlen in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen.
    Bei Jan Böhmermann berichtet Sachbearbeiterin Souad Lamroubal über den Zustand deutscher Ausländerbehörden:
    Quelle: dpa

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