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Leipzig erlebt dritte Krawallnacht in Folge

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Ausschreitungen in Connewitz - Leipzig erlebt dritte Krawallnacht in Folge

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Leipzig erlebt wieder heftige Ausschreitungen. Zum dritten Mal in Folge fliegen Steine und Böller. Mehrere Menschen wurden in Gewahrsam genommen.

Aufgrund der Räumung eines Hauses ist es in Leipzig die dritte Nacht in Folge zu Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden Polizisten mit Steinen und Pyrotechnik beworfen.

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In Leipzig ist es am Samstagabend zum dritten Mal in Folge zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Im Stadtteil Connewitz lief eine Demonstration gegen Gentrifizierung und Verdrängung schon nach wenigen Hundert Metern aus dem Ruder. "Unmittelbar nachdem der Aufzug sich in Bewegung gesetzt hat, kam es aus der Versammlung heraus von Teilnehmern zu Steinwürfen gegen Polizeibeamte sowie gegen Gebäude und zum Zünden von Pyrotechnik", sagte Polizeisprecherin Mandy Heimann. Aufgrund der "unfriedlichen Situation" sei die Versammlung für aufgelöst erklärt worden.

Mehrere Menschen in Gewahrsam genommen

Danach gab es Jagdszenen zwischen Vermummten und den Ermittlern. Mehrere Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Der Straßenbahnverkehr in dem südlichen Stadtteil wurde gestoppt. Nach ersten Polizeischätzungen hatten sich rund 500 Menschen zu der angemeldeten Demo versammelt. Trotz Verbots zündeten die Teilnehmer Böller und Bengalos.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Mehrere Hundertschaften der Bereitschaftspolizei wurden von Kräften aus Thüringen und der Bundespolizei unterstützt. Nach den Eskalationen der vorhergehenden Tage hatte sich die Polizei schon im Vorfeld besorgt geäußert. "Wir haben natürlich auch heute gehofft, dass es ein friedliches Versammlungsgeschehen werden wird und wir hier kommunikativ mit den Versammlungsteilnehmern ins Gespräch kommen", sagte Polizeisprecherin Mandy Heimann. "Dass es sich heute wieder in dieser Form darstellt, erschüttert uns auch."

Neun Beamte leicht verletzt

Bereits am Donnerstag- und Freitagabend hatte es in Leipzig Gewaltausbrüche gegeben. Vorausgegangen waren Hausbesetzungen, die von der Polizei beendet worden waren. Aus unangemeldeten Demonstrationen heraus wurde die Polizei angegriffen.

Leipzigs Polizeipräsident Torsten Schultze sagte, bei den Angreifern habe es sich um "augenscheinliche Linksextremisten" gehandelt. Insgesamt neun Beamte seien leicht verletzt worden.

"Diese Gewalt ist auf das Schärfste zu verurteilen"

Hintergrund der gegenwärtig aufgeheizten Lage ist die Räumung eines besetzten Hauses am Mittwoch im Leipziger Osten. Daraufhin hatte es bereits am Donnerstagabend Krawalle im Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld gegeben. Am Freitagnachmittag war zudem ein weiteres Haus geräumt worden, das zwei Männer und zwei Frauen kurzzeitig besetzt hatten. Gegen sie wird nach Angaben der Polizei nun wegen Hausfriedensbruchs ermittelt.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) kritisierte am Samstag, dass die Debatte um bezahlbaren Wohnraum "mit den Besetzungen und gewalttätigen Ausschreitungen einen schweren Rückschlag erlitten" habe. "Diese Gewalt ist auf das Schärfste zu verurteilen."

Im Leipziger Stadtteil Connewitz ist es am Freitagabend bei einer Spontandemo gegen die Räumung eines besetzen Hauses zu Ausschreitungen gekommen.

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