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Tag 79 im Ukraine-Krieg : UN: Mehr als 3.500 Zivilisten getötet

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Die UN haben bislang mehr als 3.500 getötete Zivilisten in der Ukraine registriert. Präsident Putin und Kanzler Scholz haben telefoniert. Das ist an Tag 79 passiert.

Ein Mann kehrt die Trümmer neben einem Einkaufs- und Unterhaltungszentrum zusammen, das nach einem russischen Raketenangriff am 9. Mai in Odessa zerstört wurde.
Städte und Leben in Trümmern: Laut UN sind bislang mehr als 3.500 Zivilisten in der Ukraine durch russische Angriffe ums Leben gekommen.

Wir fassen für Sie im Folgenden die wichtigsten Entwicklungen zu Russlands Krieg gegen die Ukraine zusammen. Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

So war die Lage an Tag 79 im Ukraine-Krieg:

  • Die US-Regierung hat sich für einen Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens ausgesprochen, sollten diese sich dafür entscheiden. Das betonte die Top-Diplomatin des Außenministeriums für Europa, Karen Donfried. Ein formeller Mitgliedsantrag der beiden Länder wäre ein "weiterer Beweis für die strategische Fehlkalkulation" des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Finnland und Schweden seien "geschätzte Nato-Partner" und "blühende Demokratie", so Donfried.
  • Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich kritisch über einen möglichen Nato-Beitritt von Finnland und Schweden geäußert. Man beobachte die Entwicklungen bezüglich Schwedens und Finnlands, habe aber "keine positive Meinung" dazu. Skandinavische Länder seien geradezu "Gasthäuser für Terrororganisationen" wie die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK. Erdogan hatte unter anderem Schweden aber auch anderen europäischen Ländern in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen die PKK oder die Gülen-Bewegung vorzugehen.
  • Die Ukraine hat Russland mangelnde Gesprächsbereitschaft vorgeworfen. Am Rande des G7-Treffens sagte der ukrainische Außenminister Kuleba, sein Land sei zu Verhandlungen über Getreidelieferungen und eine politische Lösung bereit. Doch Russland scheine Kriege Gesprächen vorzuziehen.
  • Nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros der Ukraine sind durch den russischen Angriffskrieg bislang 3.573 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter 241 Kinder. 3.816 weitere Menschen wurden verletzt, davon 357 Kinder. Es sei davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl jedoch viel höher ist.

Die Außenminister der G7 trafen sich, um über Hilfen für die Ukraine sprechen. Der ukrainische Außenminister forderte mehr Waffen und schnellere Lieferungen.

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  • Nach wochenlanger Funkstille haben Bundeskanzler Olaf Scholz und Russlands Präsident Wladimir Putin wieder miteinander telefoniert. Olaf Scholz sprach auf Twitter von einem "langen Telefonat". Er habe unter anderem einen Waffenstillstand in der Ukraine gefordert, der russischen Behauptung, dass in der Ukraine Nazis herrschen, widersprochen und auf die Verantwortung Russlands für die globale Lebensmittellage hingewiesen.

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  • Ein russischer Soldat muss sich in der Ukraine wegen der Tötung eines unbewaffneten Zivilisten vor Gericht verantworten. Die Prozesseröffnung am Freitag markiert den ersten Kriegsverbrechensprozess gegen ein Mitglied des russischen Militärs seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen das Land. Dem Mann wird vorgeworfen, einen 62-jährigen Ukrainer in dem nordöstlichen Dorf Tschupachiwka mit einem Kopfschuss getötet zu haben. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.
  • Mit internationaler Unterstützung setzt die ukrainische Führung ihre Bemühungen um die Rettung der Soldaten im belagerten Stahlwerk Azovstal in der Hafenstadt Mariupol fort. Kiew habe den UN und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz das Mandat zu den Gesprächen mit der russischen Seite erteilt, die Türkei sei inzwischen als Vermittler dabei.
Leere Wohnung in Butscha, Ukraine

Verschleppt und gefangen? - USA: Tausende Ukrainer nach Russland gebracht 

Laut Schätzungen der USA und der Ukraine wurden Zehntausende Ukrainer - darunter 200.000 Kinder - gewaltsam nach Russland gebracht. Behörden berichten auch von Gefangenenlagern.

  • Knapp zweieinhalb Monate nach der Invasion russischer Truppen in die Ukraine ist die strategische Niederlage Russlands nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj "offensichtlich". In seiner täglichen Videobotschaft sagte er, Russland habe nicht den Mut, die Niederlage einzugestehen. Der ukrainische Staatschef kritisierte die jüngsten russischen Angriffe, bei denen in Tschernihiw im Norden des Landes eine Schule getroffen worden war. Seit Kriegsbeginn seien 570 Gesundheitseinrichtungen durch russische Angriffe zerstört worden, darunter 101 Krankenhäuser.

Bereits gegen die Einladung zur Sitzung des Verteidigungsausschusses gab es Kritik. Scholz sollte die Ukraine-Politik erläutern.

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Die Situation in den ukrainischen Städten:

  • Bei dem Beschuss eines Randgebiets der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw sind laut einem örtlichen Bürgermeister mindestens zwei Zivilisten getötet worden. Vier weitere seien verletzt worden, darunter zwei medizinische Fachkräfte, schrieb Wjatscheslaw Sadorenko, Bürgermeister der Kleinstadt Derhatschi, in einem Telegram-Post.

Im Gebiet Odessa meldet das ukrainische Militär Erfolge. ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh berichtet über die strategische Bedeutung der Schlangeninsel.

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  • Russische Truppen haben ihre Raketenangriffe auf die zentralukrainische Region Poltawa laut dem Gebietsgouverneur massiv forciert. Bei den Bombardements handele es sich um "die vielleicht heftigsten im Verlauf dieses ausgewachsenen Krieges", schrieb Dmitry Lunin in einem Telegram-Post. Zwölf russische Raketen hätten die Infrastruktur in der Stadt Krementschuk getroffen; die meisten seien in einer Ölraffinerie eingeschlagen, die allerdings nicht in Betrieb gewesen sei. Einsatzkräfte löschten ein Feuer an der Raffinerie. "Zum Glück wurde niemand verletzt", ergänzte Lunin.
  • Die Verteidiger des belagerten Stahlwerks in Mariupol in der Ukraine wollen Widerstand leisten, "solange sie können". Es fehle an Munition, Wasser und Essen, aber seine Leute würden nicht aufgeben, sagte der stellvertretende Kommandeur des Asow-Regiments in dem Werk, Swjatoslaw Palamar, den Teilnehmern des Kiew-Sicherheitsforums in einer Online-Schalte.

Reaktionen und Folgen des russischen Angriffs:

  • Ein russisches Unternehmen, das Strom nach Finnland importiert, hat einen Lieferstopp angekündigt. Wie das in Helsinki ansässige Unternehmen Rao Nordic mitteilte, kann von Samstag an kein Strom mehr aus Russland in das skandinavische Land fließen. Hintergrund ist angeblich eine ausgebliebene Zahlung. Man sei daher gewungen, den Strom vom 14. Mai an einzustellen, hieß es in der Mitteilung. Rao Nordic gehört zu Inter Rao, Russlands größtem Energiekonzern im Import-Export-Geschäft.
  • Über die Folgen des Ukraine-Kriegs für die globale Ernährungssicherheit sprechen seit heute die Agrarminister der großen Industriestaaten (G7) in Stuttgart. Auch der ukrainische Ressortchef Mykola Solskyj nimmt teil. Die Konferenz dauert zwei Tage.
  • Die EU will weitere 500 Millionen Euro für die Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die ukrainischen Streitkräfte zur Verfügung stellen. Das kündigte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Rande des G7-Außenministertreffens nahe dem Weißenhäuser Strand an der Ostsee an. Damit würden sich die für die Ukraine zur Verfügung stehenden EU-Mittel für Militärhilfe auf zwei Milliarden Euro erhöhen.
  • Die deutsche Außenministerin Baerbock kündigte bei dem Treffen eine konzertierte G7-Antwort auf die weltweiten Folgen des russischen Kriegs an. Moskau führe seinen hybriden Krieg auch als Ernährungskrieg. Die sich abzeichnende globale Ernährungskrise werde sich noch verschlimmern, wenn die Auswirkungen der Klimakrise im Sommer deutlich würden. Die G7 stellten sich ihrer Verantwortung, "diese bevorstehende Krise zu bewältigen und schnell zu handeln."

ZDF-Korrespondent Andreas Kynast mit Details zum G7-Außenministertreffen.

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  • Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat in der Debatte um ein Gas-Embargo gegen Russland vor einer neuen Wirtschaftskrise in Deutschland gewarnt. Stagflation sei "der Horror aller Ökonomen und Politiker", sagte Heil der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Stagflation sei "der Horror aller Ökonomen und Politiker". Falls die Lage "wirtschaftlich eskaliert", werde die Bundesregierung handeln und etwa die Kurzarbeit weiter verlängern, erklärt der SPD-Minister. 

Das passierte an Tag 78:

Finnland für schnellstmöglichen Nato-Beitritt, 100 tote Kinder im letzten Monat, EU will Ukraine bei Getreideexporten unterstützen. Eine Übersicht über Tag 78 im Ukraine-Krieg:

Bauern fordern staatliche Hilfe wegen Ernteausfällen - Getreide- und Rapsernte leidet

Tag 78 im Ukraine-Krieg - G7 und EU wollen ukrainisches Getreide retten 

G7 und EU planen Export von ukrainischem Getreide, UN geht von 100 toten Kinder im letzten Monat des Kriegs aus. Die Lage an Tag 78 im Ukraine-Krieg.

Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

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"Putin - Der gefährliche Despot": Wladimir Putin in sakraler Umgebung.

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Die westlichen Sanktionen treffen vor allem die russische Bevölkerung, weniger die Oligarchen. Experten sind skeptisch, dass Putin seinen Kurs ändert - auch wenn das Land leidet.

von Marcel Burkhardt
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