Sie sind hier:

Harter Corona-Kurs - Kretschmann macht den Söder

Datum:

Seit Wochen zeigt sich Kretschmann in Baden-Württemberg als harter Corona-Krisenmanager. Jetzt haben ihn die Grünen erneut zum Spitzenkandidaten gewählt.

 Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, hat beim Landesparteitag von Bündnis90/Die Grünen Baden-Württemberg nach seiner Wahl zum Spitzenkandidaten für die kommende Landtagswahl einen Strauß in der Hand.
Mit harten Anordnungen zum Wahlsieg: Winfried Kretschmann
Quelle: dpa

In Corona-Zeiten steht auch der Wahlkampf Kopf. Früher versprachen Regierende schon mal Geschenke, in der Pandemie geben sie den harten Hund. In Baden-Württemberg warnt und mahnt Winfried Kretschmann seit Wochen, der Teil-Lockdown werde nicht reichen, um die zweite Corona-Welle zu brechen.

Grüner Kretschmann kandidiert als Spitzenkandidat

Beim Landesparteitag am Samstag in Reutlingen präsentiert der 72-Jährige die ultimative Zumutung: Der bundesweite Lockdown komme sehr wahrscheinlich schon vor Weihnachten.

Alle müssen damit rechnen, dass das schon kommende Woche beginnt, wo wir das gesellschaftliche Leben weitgehend stilllegen werden.

Zu seiner Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl sagt er: "Es ist gerade nicht leicht, über die Wahl zu sprechen." Er müsse sich auf den Kampf gegen das Coronavirus konzentrieren.

Harte Krisenmanager genießen Vertrauen. Die Landtagswahl im Südwesten am 14. März ist der Aufgalopp in ein Superwahljahr, an dessen Ende sich entscheidet, ob die Grünen nach 16 Jahren im Bund wieder an die Macht kommen.

Kretschmann kündigt im ZDF-Interview Ausgangssperren für Baden-Württemberg an.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Starker Rückenwind auch für Bundes-Grüne

Wenn es Kretschmann wieder gelingt, die Südwest-CDU auf Rang zwei zu verweisen, wäre das starker Rückenwind für Annalena Baerbock und Robert Habeck. Grünen-Chef Habeck sagte denn auch in einer Videobotschaft, die Grünen kämpften "um die Richtlinienkompetenz - erst in Baden-Württemberg, dann im Bund".

In der Corona-Pandemie hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten vor allem Markus Söder als tatkräftiger Krisenmanager präsentiert - mit Erfolg, wie die Umfragen zeigen. Wenn alle Deutschen den Kanzlerkandidaten der Union bestimmen dürften, wären 58 Prozent für den bayerischen Ministerpräsidenten. Dass diejenigen, die eher für einen harten Kurs in der Corona-Krise eintreten, in der Wählergunst oft steigen, dürfte auch Kretschmann nicht verborgen geblieben sein.

Bittere Corona-Pille: Kein größeres Weihnachtsfest

Und so verabreicht Kretschmann per Internet zugeschalteten Delegierten eine bittere Pille. Ein größeres Familienfest an Weihnachten oder ein Treffen mit Freunden komme nicht infrage. Das habe er am Vormittag mit Kanzlerin Angela Merkel, Söder und anderen Unions-Regierungschefs vereinbart.

Seinem Wahlergebnis schadet die unfrohe Botschaft nicht.

Kretschmann wird mit 91,5 Prozent zum Spitzenkandidaten gewählt. 193 Delegierte stimmen für den Oberrealo, 10 mit Nein, 8 enthalten sich. Es sind fünf Prozentpunkte weniger als bei der Kür vor fünf Jahren, bei der er 96,8 Prozent bekam. Kretschmann hatte auch diesmal keinen Gegenkandidaten.

Kretschmann hält sich Koalitionsfrage offen

Im Bund deuten viele Zeichen darauf hin, dass die Grünen nach der Bundestagswahl im Herbst mit der Union regieren könnten. Kretschmann hält sich denn auch die Koalitionsfrage offen.

Im Land liegen in Umfragen mal die Grünen vorn, mal rangiert die CDU mit ihrer Spitzenkandidatin, Kultusministerin Susanne Eisenmann (56), vorn. Allerdings hängt Kretschmann seine Herausforderin bei den persönlichen Werten deutlich ab.

Eine vierte Amtszeit will Kretschmann nicht

Kretschmann sagt am Rande des Parteitags nur:

Ich kann ihnen versichern, dass ich für eine vierte (Amtszeit) nicht kandidiere."

Bei den Grünen steht zur nächsten Wahlperiode ein Generationswechsel an. Bewährte Kräfte wie Finanzministerin Edith Sitzmann und Umweltminister Franz Untersteller hören auf. Letzterer musste jüngst auch noch Spott über sich ergehen lassen, weil er mit seinem Auto mit 177 Sachen über die Autobahn gerast war, obwohl nur 120 km/h erlaubt waren.

Fritz Kuhn ist als Stuttgarter OB nicht mehr angetreten. Prompt ging die Wahl mit der Kandidatin Veronika Kienzle klar verloren. Der letzte grüne OB in einer größeren Stadt ist Boris Palmer in Tübingen. Doch der ist wegen diverser Provokationen vor allem für Parteilinke ein rotes Tuch.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.