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Geberkonferenz : 2,44 Milliarden Dollar für Afghanistan-Hilfe

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Die UN hatten sich aufgrund drohender Hungerkrisen von der Geberkonferenz für Afghanistan 4,4 Milliarden Dollar erhofft. Deutschland versprach weitere 200 Millionen Dollar.

Ein afghanischer Vater füttert seine auf einem Teppich liegenden Drillinge in seiem spärlichen Zuhause in Kandhar. Laut UN haben 95 Prozent der Afghanen nicht genug zu essen.
Laut UN haben 95 Prozent der Afghanen nicht genug zu essen.
Quelle: Stringer/Epa (Archiv)

Auf einer virtuellen Geberkonferenz für humanitäre Hilfe in Afghanistan leisteten 41 Länder einen Beitrag, am Ende wurden nach UN-Angaben aber nur 2,44 Milliarden Dollar statt der benötigten 4,4 Milliarden Dollar zugesagt. Die Geberkonferenz wurde von den Vereinten Nationen zusammen mit Deutschland, Großbritannien und Katar organisiert.

Die UNO hatte im Januar mitgeteilt, dass sie zur Finanzierung des humanitären Bedarfs in Afghanistan in diesem Jahr 4,4 Milliarden Dollar (3,9 Milliarden Euro) von den Geberländern benötige - der höchste Betrag, der je für ein einzelnes Land gefordert wurde.

Guterres: Drohende "Hunger- und Unterernährungskrise"

Die humanitäre Lage in Afghanistan ist dramatisch. 95 Prozent der Afghaninnen und Afghanen haben laut den UN nicht genug zu essen. Einige Familien "verkaufen schon ihre Kinder", um etwas zu essen zu bekommen, so Guterres. Er sagte:

Eine Million schwer unterernährte Kinder sind am Rande des Todes.
UN-Generalsekretär Antonio Guterres

Mit dem Geld der Geber sollen Lebensmittel, Wasser, Medikamente, Unterkünfte und andere Hilfsgüter finanziert werden. Bislang seien aber nur 13 Prozent der Summe überweisen worden. "Ohne sofortiges Handeln werden wir uns mit einer Hunger- und Unterernährungskrise in Afghanistan konfrontiert sehen", so der UN-Generalsekretär.

Vor sieben Monaten haben die Taliban die Macht in Afghanistan an sich gerissen. Menschenrechtsverletzungen, Armut und Hunger gehören zum Alltag. Es werden Unruhen erwartet.

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Deutschland: Weitere 200 Millionen Euro für Afghanistan

Deutschland versprach zusätzliche 200 Millionen Euro für die humanitäre Hilfe in Afghanistan. Dies kündigte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) bei der Geberkonferenz an. Die humanitäre Krise, die die afghanische Bevölkerung durchlebe, zähle zu den schwersten der Welt, sagte Baerbock.

Ein Engagement Deutschlands über humanitäre Hilfe hinaus hänge weiter von den Taten der Regierung der Taliban ab, sagte die Außenministerin weiter. Berlin erwarte eine Achtung der Menschenrechte, die Bildung einer inklusiven Regierung und eine Bekämpfung des Terrorismus.

Baerbock: Taliban dürfen Mädchen nicht ausschließen

Zugleich übte sie scharfe Kritik am Ausschluss von Mädchen vom Besuch weiterführender Schulen durch die in Afghanistan regierenden militant-islamistischen Taliban. Es habe ihr das Herz gebrochen zu sehen, wie die Mädchen vor ihren geschlossenen Schulen weinten, sagte Baerbock.

Kein Land könne sich weiterentwickeln und gedeihen, wenn Frauen und Mädchen vom wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen seien. Die Taliban hatten vergangene Woche entgegen ihrer Ankündigung den Schulbesuch für Mädchen ab der 7. Klasse zum neu begonnenen Schuljahr weiter verboten.

Die Taliban wollen Mädchen den Zugang zu weiterführenden Schulen verbieten. Dagegen haben mehrere Dutzend Menschen in Afghanistans Hauptstadt Kabul protestiert.

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Schulze: Nichthandeln keine Option

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) schrieb im Portal "Zeit Online": "Nichthandeln können und wollen wir uns nicht leisten." Mit Blick auf die Taliban schrieb sie:

Es muss uns der Balanceakt gelingen, die Menschen in Afghanistan zu unterstützen, ohne dabei die De-facto-Taliban-Regierung in irgendeiner Weise zu legitimieren.
Svenja Schulze, Bundesentwicklungsministerin

Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Martin Griffiths, forderte, Afghanistan wieder in das internationale Bankensystem einzubinden. Nach der Machtübernahme der Taliban hatte die internationale Gemeinschaft afghanische Vermögenswerte in Höhe von fast neun Milliarden Dollar im Ausland eingefroren.

Ehemalige Ortskräfte in Afghanistan

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