Baerbock in Kiew: Unterstützung bei Minenräumung zugesichert

    Überraschender Besuch in Ukraine:Baerbock: Unterstützung bei Minenräumung

    |

    Es ist ein klares Zeichen, das Annalena Baerbock setzt: Wir werden nicht müde, die Ukraine zu unterstützen. Die Außenministerin war am Morgen überraschend in Kiew eingetroffen.

    Annalena Baerbock in der Ukraine
    Annalena Baerbock in der Ukraine
    Quelle: dpa

    Außenministerin Annalena Baerbock ist zu ihrem zweiten Ukraine-Besuch seit Kriegsbeginn in Kiew eingetroffen. Sie wolle mit der Reise zeigen, "dass wir der Ukraine weiter beistehen, so lange es nötig ist - mit der Lieferung von Waffen, mit humanitärer und finanzieller Unterstützung", sagte sie am Samstagmorgen bei ihrer Ankunft.

    Baerbock: Putin setzt auf Kriegsmüdigkeit

    Mit dem Besuch will die Grünen-Politikerin auch ein Zeichen gegen drohende Kriegsmüdigkeit in Deutschland setzen. "Für mich ist klar, Putin setzt darauf, dass wir der Anteilnahme am Leid der Ukraine müde werden", sagte sie.

    Er (Putin) glaubt, dass er unsere Gesellschaften mit Lügen spalten und mit Energielieferungen erpressen kann. Und, dass er uns die Energie nehmen kann, uns gegen diesen brutalen Angriff auf unser aller Werte zu verteidigen."

    Annalena Baerbock, Bundesaußenministerin

    Diese Rechnung von Putin dürfe und werde nicht aufgehen. "Denn ganz Europa weiß, dass die Ukraine unsere Friedensordnung verteidigt."
    Baerbock nannte zwei konkrete Themen, die ihr bei dem Besuch wichtig sind: die deutsche Hilfe beim Räumen von Minen und die Unterstützung bei der Aufarbeitung begangener Kriegsverbrechen.
    Kriegsverbrechen in der Ukraine07.07.2022 | 44:39 min

    Baerbock: Hilfe bei der Minenräumung

    Annalena Baerbock hat sich schockiert über die Masse an Minen in dem Land gezeigt. Bei einem Besuch von Minenräumern in einem Vorort Kiews sagte die deutsche Außenministerin:

    Was ich hier sehe, ist mehr als erschreckend.

    Annalena Baerbock, Bundesaußenministerin

    Baerbock sicherte der Ukraine nun weitere Unterstützung bei der Beseitigung von Minen in ehemaligen Kampfgebieten zu. Neben der Lieferung von Waffen sei dies wichtig, um das Leben von Menschen in den zeitweise von der russischen Armee eingenommenen Gebieten sicherer zu machen, so Baerbock.
    Sie warf der russischen Armee vor, die Vororte Kiews "mit Minen verseucht" und gezielt Anti-Personen-Minen eingesetzt zu haben, um Zivilisten zu töten. Ihr sei berichtet worden, dass nach dem Abzug der russischen Truppen aus dem Raum Kiew "selbst im Kinderspielzeug in privaten Wohnungen Minen gefunden worden sind, die offensichtlich nichts anderes zum Ziel hatten, unschuldige Menschen, selbst Kinder zu töten".
    Ob sie bei ihrem Besuch auch weitere Waffen zusagen werde, wollte Baerbock nicht sagen. Darüber werde sie erst nach ihrem Treffen mit Außenminister Dmytro Kuleba im Laufe des Tages berichten.

    Außenministerin trifft Amtskollegen Kuleba

    Die Grünen-Politikerin reiste in der Nacht zu Samstag mit einem Sonderzug und einer kleinen Delegation von Polen aus nach Kiew. In Kiew will Baerbock unter anderem ein Gespräch mit Außenminister Dmytro Kuleba führen. Das weitere Programm wurde aus Sicherheitsgründen zunächst geheim gehalten.



    Baerbock erinnerte in der Ukraine auch daran, dass sich die Menschen hier nun schon seit mehr als sechs Monaten gegen die russischen Angreifer stemmten. In dieser schrecklichen Zeit zwischen Hoffen und Bangen hätten die Menschen in der Ukraine auch auf die Hilfe Deutschlands vertraut.

    Ich bin heute nach Kiew gereist, um zu zeigen, dass sie sich weiter auf uns verlassen können.

    Annalena Baerbock, Bundesaußenministerin

    Kiew fordert nach wie vor schwere Waffen

    Ihre ukrainischen Gesprächspartner dürften ihre Forderungen nach schweren Waffen bekräftigen. Ministerpräsident Denys Schmyhal hatte bei seinem Deutschlandbesuch in der vergangenen Woche von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die Lieferung deutscher Leopard-2-Kampfpanzer gefordert.
    Scholz betonte anschließend, Deutschland wolle sich auf die Bereitstellung von Luftabwehrsystemen und Artillerie konzentrieren - und vor allem keine Alleingänge machen. Bisher hat auch kein anderer Nato-Verbündeter Kampfpanzer westlicher Bauart in die Ukraine geschickt.
    Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

    Russland greift die Ukraine an
    :Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

    Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
    Ukrainische Soldaten üben an einem Panzer während einer militärischen Ausbildung, aufgenommen am 06.12.2023
    Liveblog
    Quelle: dpa, AFP
    Thema

    Aktuelle Nachrichten zur Ukraine