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Novelle für Studierende : Was bringt die Bafög-Reform?

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Immer weniger Studierende beziehen noch Bafög. Eine Reform soll diesen Trend stoppen. Was sie bringt - und woran es Kritik gibt. ZDFheute hat sich bei Studierenden umgehört.

Archiv: Studenten nehmen am 13.10.2014 in Heidelberg in einem Hörsaal der Universität an einer Erstsemester-Veranstaltung teil.
Immer weniger Studierende beziehen Bafög - was eine neue Reform ändern soll.
Quelle: dpa

Wie ist es möglich, dass die Studierendenzahlen weiter steigen, gleichzeitig aber der Anteil der Bafög-Empfänger*innen kontinuierlich sinkt? Viele der Studierenden wüssten weder über die Möglichkeit des Bafögs noch über den Antrag ausreichend Bescheid, meint Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk. Bafög benötige eine Aufklärungskampagne an Universitäten und Schulen.

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Zudem kritisieren vor allem Studierende, die Bafög-Sätze seien oft nicht ausreichend. Die 22-Jährige Sara Shvec, die an der Hochschule Frankfurt/Main Wirtschaftsrecht studiert und in einer WG wohnt, sagt zu ZDFheute:

Mein Bafög bezahlt die Miete meines WG-Zimmers. Die restlichen 200 Euro decken nur ansatzweise meine Lebenshaltungskosten ab.
Sara Shvec, Studentin

Doch was über die Grenze von 450 Euro geht, schmälert wiederum ihren Bafög-Satz. Zudem empfinden viele Studierende die Antragstellung als zu kompliziert. "Bei meinem Antrag musste mich mein Opa, gelernter Steuerberater, unterstützen", so Lucy Brüggemann, 21. Sie wohnt in Würzburg und studiert Lehramt für Realschule. Brüggemann habe nicht damit gerechnet, dass der Antrag so anspruchsvoll sei.

Der Bundestag hat eine Erhebung der BAföG-Sätze beschlossen. Nun liegt der Höchstsatz bei 934 Euro.

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Von 45 auf elf Prozent: Immer weniger Studierende erhalten Bafög

Bafög hat schon Mal bessere Zeiten gesehen. 1971 eingeführt, galt Bafög als Instrument, um Chancengleichheit zu verwirklichen. Kinder aus einkommensschwachen Haushalten sollten die gleichen Möglichkeiten wie jene aus einkommensstarken Haushalten bekommen.

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Schon 1972 erreichte die Anzahl der Geförderten ihren bisherigen Höhepunkt mit 45 Prozent der Studierenden. Seit mittlerweile zehn Jahren nimmt dieser Anteil allerdings konstant ab, bis hin zu elf Prozent im Wintersemester 2020/21.

Online Vorlesungen, geschlossene Universitäten, keine Partys und fehlende soziale Kontakte - vielen Studierenden fiel das Studium während der Corona-Pandemie nicht leicht. Sozialforscher warnen vor den Folgen der ausbleibenden Präsenz-Lehre.

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Was sich durch die Bafög-Reform ändert

Die Politik hat das Problem erkannt und will mit der Bafög-Novelle zum 1. August wieder einen größeren Kreis von Studierenden erreichen. Damals wie heute geht es um Bildungsgerechtigkeit.

Durch die Novelle haben Studierende, die den Höchstsatz empfangen

  • ab 1. August 73 Euro monatlich mehr zur Verfügung.
  • Die Vermögensfreibeträge werden erhöht: Studierende bis zum Alter von 29 Jahren dürfen 15.000 Euro, Studierende ab 30 Jahren 45.000 Euro an Rücklagen besitzen, ohne dass sie auf das Bafög angerechnet werden.
  • Zusätzlich steigen die Elternfreibeträge von 2.000 Euro auf 2.415 Euro.

Mit der Reform geht der Bund zudem einen neuen Weg: Bis zum Alter von 45 Jahren können Studierende jetzt Bafög beantragen. Damit will die Politik dem demographischen Wandel Rechnung tragen und gleichzeitig ein Zeichen gegen den Fachkräftemangel setzen. Wer sich also erst im fortgeschrittenen Alter zu einem Studium entschließt, den will der Staat bei seiner Entscheidung unterstützen. 

Anfang der 1970er Jahre wurde das Bundesausbildungsförderungsgesetz erfunden. Nach 50 Jahren beziehen nur noch 11 Prozent der Studierenden BAföG.

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Kritik: Regelstudienzeit noch immer als Bafög-Voraussetzung

Lone Grotheer vom Freien Zusammenschluss von Student*innenschaften genügt das nicht:

Für mich ist die Novelle nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Zwar wurden die Beiträge erhöht, aber es wurden nicht die strukturellen Probleme von Bafög angegangen.
Lone Grotheer, Freier Zusammenschluss Student*innenschaften

Immer noch entfalle der Bafög-Anspruch, wenn Studierende das Studium nicht in der Regelstudienzeit absolvierten oder nach dem vierten Semester das Fach wechselten.

Der Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände, BDA, sieht die Novelle ebenfalls kritisch. Die staatliche Förderung erreiche dadurch eine Zielgruppe, die über ein beträchtliches eigenes Vermögen verfüge. Dies sei sozial ungerecht. Die Anträge einfacher und übersichtlicher zu gestalten wäre wichtiger.

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Die Nachteile von Bafög: Mit Schulden ins Berufsleben

Lea Rassadin, 23, hätte zwar Anspruch auf Bafög, verzichtet aber freiwillig darauf. Sie studiert Soziale Arbeit und macht zurzeit über das Erasmus-Programm ein Auslandssemester in Krakau.

Ich will nicht mit Schulden ins Berufsleben starten. Meine Mutter hat auch Bafög bekommen und viele Jahre abzahlen müssen. Das war für sie wie ein Klotz am Bein.
Lea Rassadin, Studentin

Sie finanziere sich ihr Studium lieber über Nebenjobs, Kindergeld und Unterhalt vom Vater.

"Mach, wofür dein Bafög schlägt": Wer die Studierenden von heute überzeugen will, muss nicht nur die Image-Kampagnen überarbeiten. Die Reform soll ein Anfang sein, die Bundesregierung plant weitere Novellen und "eine umfassende Neuausrichtung des Bafög", so das Bundesbildungsministerium.  

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