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Kritik an Lokführergewerkschaft - Bahnstreik: DGB-Chef stellt sich gegen GDL

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DGB-Chef Hoffmann stellt sich im Tarifstreit gegen die GDL. Die Lokführer würden Einzelinteressen gegen das Gesamtinteresse aller anderen Bahn-Beschäftigten durchsetzen, sagte er.

DGB-Chef Reiner Hoffmann während eines Interviews in Berlin.
DGB-Chef Reiner Hoffmann kritisierte das Verhalten der Lokführergewerkschaft GDL.
Quelle: dpa

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann, hat sich im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn erneut gegen die Lokführergewerkschaft GDL gestellt.

"Was wir kritisch sehen, ist, dass hier eine Berufsgruppe wie die Lokführer ihre partikularen Interessen gegen das Gesamtinteresse aller anderen Bahn-Beschäftigten durchsetzt", sagte Hoffmann der "Rheinischen Post". Die unterschiedlichen Beschäftigten in einem Unternehmen dürften aber "nicht gegeneinander ausgespielt werden".

Die GDL gehört zum Deutschen Beamtenbund (dbb) und nicht zum Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

Hoffmann: Weselsky stellt sich quer

Obwohl die Differenzen zwischen der Gewerkschaft und der Bahn "nicht sehr groß" seien, weigere sich GDL-Chef Claus Weselsky, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Das halte ich für falsch", sagte Hoffmann.

Statt um Löhne und Arbeitsbedingungen gehe es Weselsky im "Kern" darum, "seine Gewerkschaft - die zum dbb gehört - zu erhalten und ihren Einflussbereich zu vergrößern, um auf diese Weise mehr Mitglieder zu gewinnen".

Beim Streit zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokführer und der Deutschen Bahn geht es nicht nur um dieTariferhöhungen. Die GDL sieht sich in ihrer Existenz bedroht.

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Überschätzt die GDL ihre Bedeutung?

Hoffmann hob hervor, bisher sei die GDL nur in 16 der insgesamt über 300 Bahn-Betriebe in der Lage, Tarifverträge auszuhandeln. Für alle anderen sei die größere DGB-Verkehrsgewerkschaft EVG zuständig.

Bei Herrn Weselsky und der GDL geht es ums pure Überleben.
Reiner Hoffmann

Es sei an den beiden Gewerkschaften, gemeinsam einen Tarifvertrag mit der Bahn abzuschließen, fügte Hoffmann hinzu. Ein Vorbild dafür sei die Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder, bei denen sich Verdi zusammen mit anderen DGB-Gewerkschaften und dem Beamtenbund zu einer Tarifgemeinschaft zusammengetan habe.

Kritik kommt auch vom Verband der Deutschen Verkehrsunternehmen (VDV). "Wir erleben, dass die Fahrgäste keinerlei Verständnis mehr für die Dauer der Streiks und die Beharrlichkeit der GDL haben, nicht an den Verhandlungstisch zurückzukehren", sagte Verbandschef Oliver Wolff. "Insofern fordert der VDV im Namen der Branche die GDL dazu auf, Verhandlungen wieder aufzunehmen und im Interesse der Bahnkunden schnellstmöglich die Verkehre wieder herzustellen."

Bahn scheitert vor Gericht

Hoffmann hatte die GDL bereits im August in einem "Spiegel"-Interview aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die GDL-Mitglieder hatten am Mittwochnachmittag einen erneuten Streik im Güterverkehr begonnen, seit Donnerstagfrüh ist auch der Personenverkehr betroffen.

Nach dem Scheitern der Deutschen Bahn, den Streik per Eilantrag gerichtlich verbieten zu lassen, müssen sich Bahn-Kunden auch am Wochenende auf eine massive Einschränkung des Zugverkehrs einstellen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer will den Streik bis zum geplanten Ende am Dienstag um 2.00 Uhr fortsetzen.

ZDF-Rechtsexperte Felix Zimmermann ordnet das Urteil des Amtgerichts Frankfurt juristisch ein. Die Deutsche Bahn war gerichtlich gegen den fünftägigen Streik der GDL vorgegangen.

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