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Bedford-Strohm in Italien - EKD-Chef fordert: "Sea Watch" freilassen

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Die "Sea-Watch 4" liegt seit Wochen in Sizilien fest - der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm fordert die italienischen Behörden auf, das Flüchtlingsschiff freizulassen.

EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm in Sizilien
EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm in Sizilien.
Quelle: dpa

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deuschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat Italien bei einem Besuch auf Sizilien zur Freilassung des Flüchtlingsschiffs "Sea Watch 4" aufgefordert.

Es kann nicht sein, dass Schiffe, mit denen Leben gerettet werden könnten, willkürlich festgesetzt werden, während Menschen auf dem Mittelmeer sterben.
Heinrich Bedford-Strohm, EKD-Ratsvorsitzender

"Die Situation in den letzten Wochen auf dem Mittelmeer war verheerend", sagte Beford-Strohm der Deutschen Presse-Agentur. So seien in der vergangenen Woche 29 Menschen von einem anderen Rettungsschiff aus einem kleinen überfüllten Holzboot gerettet worden.

"Unter ihnen sind 18 Minderjährige, davon vier Babys und acht Frauen", berichtete Bedford-Strohm. "Zwei Frauen sind im neunten Monat schwanger."

Landesbischof fordert sichere Orte für Geflüchtete

Natürlich sei mit der Rettung von Menschen im Mittelmeer kein migrationspolitisches Problem gelöst, sagte Bedford-Strohm in einem ZDF-Fernsehgottesdienst aus Palermo. Man dürfe jedoch niemanden in Not alleine lassen, betonte der bayerische Landesbischof in einer Auslegung des biblischen Gleichnisses vom Barmherzigen Samariter.

Natürlich müssen zuallererst die Fluchtursachen bekämpft werden: Krieg. Armut. Wetterextreme, die durch den Klimawandel verursacht sind. Natürlich muss man diskutieren, wie die besten Lösungen aussehen. Aber doch nicht anstatt der Rettung von Menschenleben! Sondern zusätzlich dazu!
Heinrich Bedford-Strohm, EKD-Ratsvorsitzender

Der bayerische Landesbischof forderte für die Geflüchteten sichere Orte in Europa, "in denen sie menschlich behandelt werden".

Mit dem Gottesdienst wurde auf die Arbeit privater Rettungsschiffe im Mittelmeer aufmerksam gemacht. Bedford-Strohm hatte das Projekt der "Sea Watch 4", die im vergangenen Jahr mit Hilfe von kirchlichen Spenden zur Rettung von Flüchtlingen ins Mittelmeer geschickt wurde, vorangetrieben.

Gesellschaft | Gottesdienste - ZDF-Gottesdienst: "Mut zur Menschlichkeit"  

ZDF-Fernsehgottesdienst aus Palermo - sehen Sie hier die gesamte Sendung.

Videolänge
45 min

"Sea Watch 4" sitzt seit Monaten fest

Im März hatte das Verwaltungsgericht Palermo die Festsetzung des von der evangelischen Kirche initiierten Flüchtlingsschiffs"Sea-Watch 4" vorläufig aufgehoben. Nach einer sechsmonatigen Blockade konnte das Schiff ins zentrale Mittelmeer zurückkehren.

Drei Tage, 300 Gerettete: Monate durfte die "Sea-Watch" nicht aus einem Hafen in Spanien. auslaufen. Vor der lybischen Küste treffen die Seenotretter nun auf ein Flüchtlingsboot nach dem anderen.

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1 min
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Im Mai 2021 brachte die "Sea Watch 4" nach Angaben der EKD über 400 Menschen sicher in den Hafen der sizilianischen Stadt Trapani. Dort werde sie seitdem erneut von den italienischen Behörden festgehalten. "Wir hoffen, dass die "Sea Watch 4" zeitnah wieder auslaufen darf", sagte Bedford-Strohm.

EKD-Ratsvorsitzender betont humanitäre Verantwortung

Der EKD-Ratsvorsitzende betonte auch die humanitäre Pflicht zur Aufnahme afghanischer Flüchtlinge in Deutschland.

Gegenwärtig kann man doch nur dankbar sein, wenn Menschen einem Regime in Afghanistan entfliehen können, das in der Vergangenheit berüchtigt für seine besondere Brutalität geworden ist.
Heinrich Bedford-Strohm, EKD-Ratsvorsitzender

"Im Jahr 2020 lag die Zahl der Asylanträge bei gut 100.000 - das ist deutlich weniger als die Hälfte dessen, was die umstrittene Obergrenze vorgesehen hatte", sagte der bayerische Landesbischof.

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Städte und Gemeinden in ganz Europa hätten ihre Aufnahmebereitschaft erklärt. Es sei richtig, durch schnelle Unterstützung der Nahrungsmittelhilfsprogramme den Menschen in der Region selbst zu helfen. "Gleichzeitig haben wir die humanitäre Verantwortung, uns als Land an der Aufnahme Geflüchteter zu beteiligen", mahnte Bedford-Strohm.

Die Menschenwürde habe keine Nationalität, sie komme jedem zu, der somalischen Frau ebenso wie dem syrischen Kind oder der afghanischen Ortskraft. "Deshalb dürfen wir die Not der einen nicht gegen die der anderen ausspielen."

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