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Faulheitsprämie oder neue Sozialpolitik?

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Studie startet zu Grundeinkommen - Faulheitsprämie oder neue Sozialpolitik?

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Jeden Monat 1.200 Euro, einfach so. Was macht das mit Menschen? Eine neue Langzeitstudie zum bedingungslosen Grundeinkommen soll Antworten liefern.

Der Verein „mein Grundeinkommen“ hat in den vergangenen Jahren spendenbasiert über 600 Menschen ein Jahr lang 1000 Euro gezahlt. Dieses bedingungslose Grundeinkommen soll nun vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung untersucht werden.

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Wie verändert sich der Alltag von Menschen, wenn sie jeden Monat 1.200 Euro bekommen - bedingungslos, ob bedürftig oder nicht? Das soll eine neue Langzeitstudie untersuchen. Diese wird vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), dem Verein "Mein Grundeinkommen" und Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern und der Universität zu Köln durchgeführt.

Freiwillige können sich ab sofort auf einer Online-Bewerbungsseite registrieren. Voraussetzungen sind Volljährigkeit und der erste Wohnsitz in Deutschland. Sobald eine Million Bewerber zusammengekommen sind, startet ein Auswahl- und Auslosungsprozess. 120 Teilnehmer sollen ab Frühjahr 2021 monatlich drei Jahre lang die 1.200 Euro bekommen. Finanziert wird das Projekt über Spenden.

"Wissenschaftliches Neuland"

Die Wissenschaftler wollen durch regelmäßige Befragungen der Teilnehmer herausfinden, wie sich ihr Alltag durch das Geld verändert. Der Blick richtet sich dabei unter anderem auf das Arbeitsleben, die Finanzen, den Bereich Familie und Beziehungen, soziale Kontakte aber auch auf mögliche psychische Veränderungen. Zur Analyse des Stresslevels würden auch Haarproben ausgewertet, heißt es.

Wir wollen wissen, was es mit Verhalten und Einstellungen macht und ob das Grundeinkommen helfen kann, mit den gegenwärtigen Herausforderungen unserer Gesellschaft umzugehen.
Michael Bohmeyer, Initiator des Vereins Mein Grundeinkommen

Es gebe zwar bereits weltweit wissenschaftliche Studien zum Thema, aber ihre Erkenntnisse seien begrenzt, sagte Jürgen Schupp, vom DIW Berlin. "Sie sind entweder veraltet, nicht verallgemeinerbar oder untersuchen das Grundeinkommen nur für Erwerbslose. Vor diesem Hintergrund betreten wir in Deutschland mit dieser Studie wirklich wissenschaftliches Neuland".

Gegner: Grundeinkommen bremst Motivation

Schon seit Jahren wird über die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens diskutiert. Gemeint ist damit eine Leistung, die jedem Bürger zustehen soll - unabhängig von Lebens- und Einkommensverhältnissen und dem Status der Beschäftigung. Also eine Summe X, die regelmäßig ohne Vorprüfungen an alle gezahlt wird, ob reich, ob arm, ob Baby oder Greis. Manchmal ist auch von "Bürgergeld" die Rede. Fürsprecher sind beispielsweise Linke-Chefin Katja Kipping, aber auch der Gründer der Drogeriemarktkette dm, Götz Werner.

Gegner der Idee nennen zwei Hauptargumente:

  1. Sie befürchten, dass eine solche Zahlung die Motivation von Menschen bremse und sie dadurch letztlich unglücklicher mache.
  2. Zudem werden die Kosten angeführt. Rein rechnerisch würde ein Grundeinkommen von 1.000 Euro für knapp 83 Millionen Bundesbürger fast eine Billion Euro im Jahr kosten. Die gesamten Staatsausgaben liegen bisher laut Statistischem Bundesamt bei knapp 1,5 Billionen Euro im Jahr.

Verein: Grundeinkommen wie Steuerreform

Der Verein "Mein Grundeinkommen" widerspricht in beiden Punkten: Für die "Faulheitsthese" gebe es keine Beweise. In weltweit allen Pilotprojekten sei genauso oder sogar noch mehr weitergearbeitet worden.

Für die Finanzierung gebe es verschiedene Modelle. "Das Grundeinkommen ist im Wesentlichen eine Steuerreform", schreibt der Verein auf seiner Internetseite. Menschen mit geringen Einkommen hätten dadurch mehr Geld zur Verfügung, die so genannte Mittelschicht etwa gleich viel und die Reichsten etwas weniger als vorher.

"Unterm Strich zahlen diese Menschen dann mehr Steuern als sie Grundeinkommen erhalten." Mit Hartz IV gebe es zudem auch heute schon eine Art Grundeinkommen - nur sei dieses nicht bedingungslos, sondern sorge für Demotivation, Existenzangst und Misstrauen.

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