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Libanons Regierungschef schlägt Neuwahlen vor

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Nach Explosion in Beirut - Libanons Regierungschef schlägt Neuwahlen vor

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Der libanesische Ministerpräsident Hassan Diab will Neuwahlen beantragen. Nur so könne die tiefe Krise des Landes überwunden werden.

Hassan Diab, Regierungschef des Libanon
Hassan Diab weist eine Verantwortung für die wirtschaftlichen und politischen Probleme des Landes zurück. (Archiv)
Quelle: dpa

Nach der verheerenden Explosion in Beirut hat Libanons Regierungschef Hassan Diab Neuwahlen vorgeschlagen. Er werde einen entsprechenden Gesetzesentwurf einbringen, kündigte Diab an. Alle politischen Parteien sollten ihre Differenzen beilegen und zusammenarbeiten. Er selbst sei bereit, für zwei weitere Monate im Amt zu bleiben. Dadurch solle die Politik genügend Zeit bekommen, Strukturreformen durchzusetzen, ergänzte Diab.

Zuvor hatten wütende Demonstranten das Außenministerium in Beirut gestürmt und zum "Hauptquartier der Revolution" ausgerufen.

Libanesen werfen Regierung Korruption und Unfähigkeit vor

Viele Libanesen, die der politischen Elite schon seit langem Korruption und Unfähigkeit vorwerfen, machen die Regierung für die verheerenden Explosionen am Dienstag mit mehr als 150 Todesopfern verantwortlich. Neben mehr als 150 Toten gibt es über 6.000 Verletzte. Dutzende Menschen werden noch immer vermisst.

Der Libanon steckt schon seit Jahren in einer schweren Wirtschafts- und Währungskrise, die durch die Corona-Pandemie noch verschärft wurde.

Beirut vor und nach der Explosion

Satellitenbilder im Vergleich -
Beirut - vor und nach der Katastrophe
 

Die Explosion hat auch aus dem All sichtbare Folgen - das zeigen Vorher-Nachher-Bilder.

von Simon Haas und Jennifer Werner

Präsident Aoun will erst vor Kurzem von Ladung der "Rhosus" erfahren haben

Erst am Freitag tauchten Dokumente auf, die belegten, dass der Zoll, das Militär, Sicherheitsbehörden und die Justiz in den vergangenen sechs Jahren zehn Mal wegen der Riesenmenge Ammoniumnitrat Alarm schlugen, die von der "Rhosus" in eine Lagerhalle im Hafen gebracht und dort ungeschützt gelagert worden war. Doch geschah nichts.

Der seit 2016 amtierende Präsident Michel Aoun erklärte am Freitag, er sei erstmals vor fast drei Wochen auf die brandgefährliche Ladung aufmerksam gemacht worden. Umgehend habe er das Militär und die Sicherheitsbehörden angewiesen, zu tun, "was notwendig ist". Doch habe seine Zuständigkeit an diesem Punkt aufgehört, deutete er an.

Auf die hartnäckige Frage eines Reporters, ob er nach seiner Anweisung nicht besser hätte nachfassen sollen, antwortete der Präsident mit Blick auf die zahlreichen Krisen im Libanon: "Wissen Sie, wie viele Probleme sich angehäuft haben?"

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