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Internationale Geberkonferenz - Maas sagt Libanon zehn Millionen Euro zu

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Die internationale Gemeinschaft berät heute in einer Videokonferenz über Soforthilfe für den Libanon. Zehn Millionen Euro kommen aus Deutschland, kündigte Außenminister Maas an.

Der Libanon ist nach der Katastrophe in Beirut dringend auf Spenden angewiesen. Frankreich hat nun eine Geberkonferenz organisiert. Rund 30 Staaten und Organisationen nehmen teil.

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Deutschland stellt dem Libanon nach der verheerenden Explosionskatastrophe in Beirut zehn Millionen Euro für Soforthilfemaßnahmen zur Verfügung. Das kündigte Heiko Maas (SPD) vor einer internationalen Geberkonferenz für das Krisenland an, die am Sonntagnachmittag begann. Der Bundesaußenminister sagte:

Die Menschen in Beirut brauchen unsere Hilfe, und sie brauchen Anlass zur Hoffnung.
Bundesaußenminister Heiko Maas

Der "Bild am Sonntag" sagte Maas weiter: "Ich freue mich sehr, dass ich heute von Seiten der Bundesregierung weitere zehn Millionen Euro für Soforthilfemaßnahmen zusagen kann." Die Konferenz der wichtigsten Partner und Unterstützer Libanons sei ein wichtiges Signal, sagte der Außenminister, "in allererster Linie für diejenigen, die unmittelbar von dem Unglück betroffen sind."

Maas fordert Reformen

Maas mahnte Reformen im Libanon an. Das Land habe bereits vor der Katastrophe "vor überwältigenden Herausforderungen" gestanden. "Ohne dringend benötigte Reformen kann es weder nachhaltigen Wandel noch Stabilität geben." Die libanesische Bevölkerung fordere zu Recht, dass "Einzelinteressen und alte Konfliktlinien" überwunden würden und das Wohl der gesamten Bevölkerung vorangestellt werde.

Die Katastrophe könne Anlass für einen Neubeginn sein, erklärte Maas. "Nur wenn sich die Regierung ihrer Verantwortung stellt, transparent agiert und die Ursachen für die Explosion aufgeklärt werden, kann die Bevölkerung wieder Vertrauen fassen."

Geberkonferenz per Videoschalte

Die internationale Gemeinschaft berät heute in einer Videokonferenz über Soforthilfe für das Krisenland. Geleitet wird das kurzfristig einberufene Treffen von UN-Generalsekretär António Guterres und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron.

ZDF-Korrespondent Uli Gack aus Beirut: Nach Protesten gegen die Regierung habe sich die Lage zwar etwas beruhigt, doch „der Zorn der Bevölkerung sei unendlich“. Es sei wahrscheinlich, dass der „Staatsverfall zunehmend eintritt“. Das Chaos nehme zu.

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Macron rief die internationalen Partner zu einer massiven Nothilfe auf. Beirut sei im Herzen getroffen worden, sagte der 42-Jährige zum Auftakt der Geberkonferenz, die per Videoschalte organisiert wurde.

Libanesischer Präsident Aoun ruft zu rascher Hilfe auf

"Wir müssen schnell und effizient handeln, damit diese Hilfe direkt dort ankommt, wo sie benötigt wird", so Macron in seiner Eröffnungsrede. "Die Zukunft des Libanon steht auf dem Spiel."

Der libanesische Präsident Michel Aoun rief ebenfalls zu rascher Hilfe für den Wiederaufbau nach der Explosion auf. Die benötigte Hilfe für den Wiederaufbau sei groß, so Aoun. Sie müsse "vor dem Winter, in dem das Leiden der Bürger, insbesondere derjenigen, die kein Zuhause mehr haben, wahrscheinlich zunehmen wird", angegangen werden.

Höhe der benötigten Hilfe noch unklar

Nötig seien medizinische Hilfe, Nahrungsmittel und der rasche Wiederaufbau von Schulen oder Krankenhäusern, so Macron. Ein Betrag für die internationale Hilfe wurde nicht genannt - die Einschätzung der UN sei noch nicht fertig.

Zu den Teilnehmern gehört US-Präsident Donald Trump. Auch der jordanische König Abdullah II., Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi und der britische Premier Boris Johnson haben zugesagt, hieß es in Paris, ebenso wie EU-Ratspräsident Charles Michel. Bei einem Treffen mit dem libanesischen Staatschef Michel Aoun sagte der EU-Ratspräsident:

Wir sind alle bereit, zu helfen.
EU-Ratspräsident Charles Michel

Macron hatte am Donnerstag bei einem Besuch in der libanesischen Hauptstadt internationale Hilfe in Aussicht gestellt, gleichzeitig aber auch Reformen in dem Mittelmeerstaat gefordert.

Demos in Beirut eskaliert

Tausende Demonstranten hatten am Samstag im Zentrum Beiruts zunächst friedlich gegen die Führung des Landes protestiert, die sie für die Explosion mit mehr als 150 Toten und mehr als 6.000 Verletzten verantwortlich macht. Dann schlug der Protest jedoch in Gewalt um.

Regierungschef Hassan Diab reagierte mit einem Vorschlag für Neuwahlen auf den massiven Druck auf die Regierung, die von vielen Libanesen für die Detonation verantwortlich gemacht wird. Einen möglichen Termin dafür nannte er nicht. Die nächsten Wahlen ständen eigentlich 2022 an. Es scheint unwahrscheinlich, dass Diabs Ankündigung die Wut der Menschen besänftigen kann.

Beirut vor und nach der Explosion

Satellitenbilder im Vergleich - Beirut - vor und nach der Katastrophe 

Die Explosion hat auch aus dem All sichtbare Folgen - das zeigen Vorher-Nachher-Bilder.

von Simon Haas und Jennifer Werner
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