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Wut und Verzweiflung in Beirut - Macron zwischen Hass und Jubel

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Frankreichs Macron und seinem libanesischen Kollegen schlägt in Beirut Hass entgegen. Macron alleine wird von den Libanesen allerdings gefeiert.

Nach der verheerenden Detonation ist die weltweite Solidarität groß. Frankreichs Präsident Macron reiste in den Libanon, auch Deutschland schickt Hilfe.

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Seit der Explosion im Hafen von Beirut hat Dr. Assim al-Hadsch nur zwei Stunden geschlafen. Stattdessen: Operationen am Fließband. Fast 400 Verletzte wurden eingeliefert, 80 befinden sich in kritischem Zustand: "Ich kann Ihnen sagen: Die Situation ist katastrophal", sagt der Mediziner mit brüchiger Stimme.

Derweil geht die Suche nach Opfern weiter. Mindestens 135 Tote und rund 5.000 Verletzte wurden bislang gezählt.

Den Menschen im Libanon geht es schlecht

Libanons Gesundheitssystem stand wegen einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise und der Corona-Pandemie schon vor der Explosion am Rande des Kollaps'. Ein Großteil der medizinischen Güter muss aus dem Ausland importiert werden.

Die UN warnen, dass auch die humanitäre Lage im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien bedroht ist, weil sie nicht zuletzt über den jetzt zerstörten Beiruter Hafen lief.

Joachim Paul, Leiter der Heinrich-Böll Stiftung in Beirut, meint, dass durch den jetzt fehlenden Hafen die bereits bestehenden Versorgungsengpässe noch stärker werden. Er erwartet, dass sich die Wut der Menschen auf die Politiker verstärken wird.

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Aus fast jedem Satz der Menschen im Libanon sind Verzweiflung und Frust herauszuhören: Seit Monaten leidet das Land am Mittelmeer unter einer schweren Wirtschaftskrise, durch die Corona-Pandemie wurde sie verschärft. Viele leben in großer Armut. Im Juni lag die Inflation bei 90 Prozent.

Macron alleine wird gefeiert wie ein Retter

In diese Verzweiflung mischt sich wachsende Wut auf die politische Elite. Sie brach sich am Donnerstag Bahn, als Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Ort der Katastrophe besuchte, begleitet von seinem libanesischen Kollegen Michel Aoun. "Ihr seid alle Mörder", schreit eine aufgebrachte Frau von ihrem Balkon. "Wo wart Ihr gestern?" Später brüllte die Menge: "Aoun, Du bist ein Terrorist."

Als Macron ohne Aoun durch die Straßen geht wird er wie ein Retter gefeiert. Die Begeisterung der Menschen ist so groß, dass sich Macron sogar von seinen Leibwächtern löst und eine Frau fest in die Arme schließt. Viele Menschen rufen ihm zu: "Rette uns!, Rette uns!".

Schon im vergangenen Oktober hatten Massenproteste begonnen, die ein neues politisches System forderten.

Elite und ein Proporzsystem verhindern Reformen

Die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise geht nicht zuletzt zurück auf eine Art Schneeballsystem über Staatsanleihen, mit dem sich die Elite über Jahre hemmungslos an den knappen Ressourcen bedient hat.

Reformen scheiterten auch an der ohnehin komplizierten Machtverteilung in dem kleinen Land. Sie geht auf ein Proporzsystem aus dem Jahr 1943 zurück. Aufgeteilt ist die Macht unter den Konfessionen: Der Präsident muss immer ein Christ sein, der Regierungschef ein Sunnit, der Parlamentspräsident ein Schiit.

Die mächtige Hisbollah - ein Staat im Staate

Außerdem ist ein starker Flügel eng mit dem schiitischen Iran und Syrien verbunden, andere richten sich gen Westen oder dem sunnitischen Saudi-Arabien aus. Und mittendrin sitzt die mächtige Hisbollah. Die schiitische Organisation, ein Staat im Staate. Und sie gehört der Regierung an - gegen sie und ihren charismatischen Anführer Hassan Nasrallah kann keine Politik gemacht werden.

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